Großbrand in Chemiefabrik LUBRIZOL in Rouen entwickelt sich zum Skandal!

Die Bevölkerung ist wegen der Vergiftung der ganzen Gegend, also von Luft, Landschaft, Immobilien, Mensch und Tier sehr besorgt. Viele Menschen tragen Atemschutzmasken in der Öffentlichkeit.

Die Regierung versucht den Skandal herunter zu spielen und antwortet mit einer Untersuchung der Ursachen des Brandes. LUBRIZOL sei der größte und wichtigste Industrieunfall in Frankreich seit AZF in Toulouse im Jahre 2001.

Die Behandlung dieses Dramas, das unsere Heimat Rouen erleidet ist skandalös und erniedrigend, so der National-Sekretär der französischen Grünen EELV, David Cormand. Alle Nicht-Regierungsparteien fordern Transparenz, Aufklärung von Emmanuel Macron.

Das hilft den Betroffenen zwar erst einmal nicht, aber immerhin…

Der Präfekt von Normandie und Seine-Maritime, Monsieur Durand sagte lakonisch und durchaus zweideutig „unsere Luftqualität in Rouen bewegt sich im normalen Bereich“.

Kein Wort zur möglicherweise großflächigen Vergiftung von Land und Leuten mit Giften, Kohlenwasserstoffen, Ölen, Chemikalien und Microfasern!

Kein Wort auch zu den Brandursachen in einem Chemieunternehmen, „das perfekt auf dem Stand der Technik und der gesetzlichen Vorschriften gewesen sei“.

Während vor Ort also die Sorgen und Ängste der Bevölkerung beschwichtigt werden, haben mindestens 5 Bürger „Anzeige gegen Unbekannt“ gestellt um wenigstens zu versuchen auf dem Weg über die Justiz die Verantwortlichen ersichtlich zu machen.

Fünf Tage nach dem Großfeuer wurden am Montag, den 30. September die insgesamt 237 Schulen und ähnliche Einrichtungen für Kinder wieder eröffnet.

PS: Während also doch „alles schwer in Ordnung war bei“ LUBRIZOL in Rouen, Normandie, dürfen in der Umgebung keine Agrarprodukte aus Freilandanbau mehr zum menschlichen Verzehr in Verkehr gebracht werden, man kann ja nie wissen. Die Landwirtschaftskammer forderte vorsorglich bereits Schadensersatz für die betroffenen Agronomen. Auch die unverzügliche Einrichtung einer parlamentarischen Untersuchungskommission wird verlangt.
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https://www.francetvinfo.fr/faits-divers/incendie/incendie-d-un-site-seveso-a-rouen/incendie-de-l-usine-lubrizol-de-rouen-ce-que-l-on-sait-et-ce-que-l-on-ignore-encore-trois-jours-apres-le-sinistre_3636263.html#xtor=EPR-51-%5Bincendie-de-l-usine-lubrizol-de-rouen-ce-que-l-on-sait-et-ce-que-l-on-ignore-encore-trois-jours-apres-le-sinistre_3637097%5D-20190929-%5Btitre%5D

6 Responses to Großbrand in Chemiefabrik LUBRIZOL in Rouen entwickelt sich zum Skandal!

  1. Farwela sagt:

    Ich glaube, das Hauptproblem ist, dass die Behörden immer noch nicht die Liste der Schadstoffe veröffentlicht haben. Dies hätten sie unverzüglich schon am Donnerstag machen müssen, und sie hätte auch dem Bürgermeister und dem Präfekten vorliegen müssen laut EU-Norm, denn die Fabrik hat die Klassifizierung „Seweso“ – hohes Risiko.

    Das aufreizend zögerliche Verhalten der Präfektur und die offensichtliche Desinformation provoziert die Bürgerwut. Sogar noch am Montag Abend in der Anhörung der Ortsbürgermeister sagte der Präfekt „Die Luft ist im normalen Bereich“ und direkt im darauffolgenden Satz: „Wir haben noch nicht alle Messergebnisse“. Es ist schwer zu glauben, dass ihm der Widerspruch seiner eigenen Worte nicht auffällt.

    Wahrscheinlich würde es sich lohnen, einmal nachzuforschen, was ebendiesen Präfekten vor knapp einem Jahr bewogen hat, ebendieser Fabrik eine Sondergenehmigung für gefährliche Stoffe zu erteilen, die über das Umweltrecht nicht abgedeckt war. Interessant könnte dabei auch die Rolle der Fabrikeigentümer Warren Buffet und Bill Gates sein…

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  2. almabu sagt:

    Auf einer PK heute Nachmittag, am 01.10. um 17:30 Uhr will der Präfekt wie angekündigt Listen über Arten und Mengen der Stoffe veröffentlichen, die im Keller der Fabrik gelagert waren und dort verbrannten! Das kündigte der französische Premier Philippe in der Nationalversammlung in Paris an.

    Die Resultate der Giftstoffe sollen erst in ein, zwei Tage bekannt sein und dann sofort veröffentlicht werden.

    Der Präfekt Pierre-André Durand blieb aber dann in seiner PK auf seiner generellen Linie, daß alle bisher bekannten Messwerte im Normalbereich lägen.

    Damit ist dann aber auch der Unfall an sich nur schwerlich erklärbar?

    Neben der Berichterstattung über den Unfall bei LUBRIZOL in Rouen ging eine andere Meldung fast unter:

    Der letztmögliche Einspruch gegen einen Prozess wegen Überschreitung der gedeckelten Wahlkampfkosten durch den Ex-Präsidenten Nicolas Sarkozy wurde heute vom Gericht zurückgewiesen!

    Damit wird es zu einem Prozess gegen den Ex-Präsidenten kommen bei dem dieser mit bis zu einem Jahr Gefängnis mit Bewährung und zu einer Geldstrafe von unter 4.000 €uro verurteilt werden könnte und dies mit einer relativ hohen Wahrscheinlichkeit!

    Ein vorbestrafter Ex-Präsident wäre für Frankreich ein Novum…

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  3. almabu sagt:

    In diesem Link gibt’s eine Karte der über 200 Dörfer und Städte bis hinauf fast an die belgische Grenze, in denen die Bauern ihre Milch oder Agrarprodukte nicht mehr verkaufen dürfen. Eine „reine Vorsichtsmaßnahme“ natürlich, denn es ist ja nichts passiert…

    Die Länge dieser Problemzone von Rouen in nordöstlicher Richtung bis an die belgische Grenze, hätte bei anderer Windrichtung und -stärke auch ganz locker bis in die Weltmetropolen Paris und London gereicht!

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    https://www.francetvinfo.fr/faits-divers/incendie/incendie-d-un-site-seveso-a-rouen/carte-incendie-de-l-usine-lubrizol-habitez-vous-dans-lune-des-204-communes-concernees-par-un-arrete-sanitaire_3638551.html#xtor=EPR-51-%5Bincendie-de-l-usine-lubrizol-le-prefet-rendra-publique-cet-apres-midi-la-liste-des-produits-stockes-dans-les-batiments-qui-ont-brule-annonce-le-premier-ministre_3639509%5D-20191001-%5Brelated%5D

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  4. almabu sagt:

    LUBRIZOL-Chemie-Katastrophe, Rouen, Normandie, Frankreich:

    Die Regierung hat ab heute 15:00 Uhr eine „Grüne Nummer“ für die Fragen der Bevölkerung eingerichtet, über die an allen 7 Tagen der Woche von 08:00 Uhr bis 20:00 Uhr angerufen werden kann. Vermutlich wird sie kostenlos sein und keine endlosen Warteschleifen beinhalten?

    In 7 Minuten geht’s los! Wer kann französisch und ruft als erster an?

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  5. almabu sagt:

    Sechs(!) Tage nach dem verheerenden Großbrand in der Chemiefabrik LUBRIZOL in Rouen, Normandie, Frankreich, einer Tochterfirma der US-Gruppe LUBRIZOL CORPORATION, soll offiziell ja alles ziemlich harmlos und „im normalen Bereich“ sein? Wer soll das glauben?

    In den sozialen Medien gibt es zahlreiche Bilder von öligen Schlieren auf Straße, Plätzen, Balkonen und Möbeln und natürlich auf den Oberflächen von Gewässern besonders der Seine. Wer irgendwie konnte verließ die Stadt und kam bei Freunden Verwandten und Bekannten in ganz Frankreich unter. Atemschutzmasken aus Papier sind ausverkauft

    https://www.francetvinfo.fr/faits-divers/incendie/incendie-d-un-site-seveso-a-rouen/recit-apres-l-incendie-de-l-usine-lubrizol-six-jours-d-angoisse-a-rouen_3641661.html#xtor=EPR-51-%5Bde-l-incendie-de-l-usine-lubrizol-aux-interrogations-sur-la-nocivite-des-produits-retour-sur-six-jours-d-angoisse-a-rouen_3642627%5D-20191003-%5Bbouton%5D

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  6. almabu sagt:

    LUBRIZOL akzeptiert für die Entschädigung der vom Großbrand in der Chemiefabrik bei Rouen (Seine-Maritime) betroffenen Landwirte die Einrichtung eines Solidaritätsfonds mit dem derzeitigen Wert von 50 Millionen €uros.

    Dies wurde heute anläßlich eines Besuches des Gesundheitsministers, des Landwirtschaftsministers und des Staatssekretärs des Umweltministeriums in Rouen bekannt gegeben. Diese Vereinbarung wurde zwischen dem Staat, der Firma LUBRIZOL und dem dem Fond FMSE getroffen. Letzterer dient der Risikoverteilung bei gesundheitlichen und Umweltrisiken.

    In den „Genuß“ dieser finanziellen Kompensation könnten zwischen 453 und bis zu 3.800 Milchwirtschaftsbetriebe kommen. Das bedeutet rein rechnerisch Zahlungen von maximal 110.000 €uro und minimal etwa 13.000 €uro pro betroffenem Landwirt.

    Im Moment ist aber weder der genaue, zu vernichtende, Milchertrag, noch die Zeitdauer, die diese staatlich angeordnete Milchvernichtung andauern wird bekannt und abzusehen.

    Klein- bzw. und Bio-Bauern, die derzeit ihre Kunden verloren haben, ist mit einer Zahlung zwar im Augenblick geholfen, aber sie müssen sich nach Aufhebung des Milchverwertungsverbotes erst wieder NEU um Kunden bemühen.

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