GAD3/ABC-Umfrage Nationalwahlen Spanien 28-A: CAT-SEP’s sollen die Rechten zu Siegern machen!

Eine aktuelle Umfrage ergab, daß die repräsentativ ermittelten, befragten Spanier/innen die relevanten Themen, die den Wahlkampf bestimmen würden, wie folgt einschätzten:

Wirtschaft: wichtig = 53,5%, weniger wichtig = 29,3%, unwichtig = 10,9%.

Einwanderung: wichtig = 57,2%, weniger wichtig = 26,2%, unwichtig = 08,4%.

Katalonien: wichtig = 80,8%!!!, weniger wichtig =08,2%, unwichtig = 04,2%.

Korruption: wichtig = 50,0%, weniger wichtig = 29,3%, unwichtig = 14,4%.

soziale Ungleichheit: wichtig = 43,8%, weniger wichtig = 37,1%, unwichtig = 12,1%.

öffentliche Dienste: wichtig = 35,6%, weniger wichtig = 42,6%, unwichtig = 14,2%.


Dieser Umfrage zu Folge halten also eine große Mehrheit aller Spanier das Katalonien-Thema für das Wichtigste in diesem Wahlkampf! Dies ist erstaunlich, weil es weite Teile Spaniens nur indirekt betrifft, indem die CAT-SEP‘s versuchen die Rechte ALLER Spanier zu beschneiden über die Zukunft spanischen Territoriums zu bestimmen.

Trotzdem ist dieser Punkt, der versuchte Landraub spanischen Territoriums, den Befragten anscheinend wichtiger als die Einwanderung, die Wirtschaft, die Korruption, die soziale Ungleichheit und die Leistungen der öffentlichen Dienstleister, die alle Spanier persönlich und direkt betreffen?

Das Thema Katalonien trotzdem ins Zentrum zu setzen hat für mich etwas irrationales?

Welche Gründe stecken dahinter?

Nun, Sánchez-84 wurde bei seinem legalen(!) Putsch per Misstrauensvotum „per Scheinmehrheit“ gegen den Polit-Autisten Mariano Rajoy von den Separatisten unterstützt, mit denen ihn politisch nichts verband, wie er in den folgenden 8 Monaten feststellen musste. Sie forderten den Dialog, den sie als Monolog verstanden und bei dem sie ihre Maximalforderung der Selbstbestimmung, des Referendums zur Unabhängigkeit wiederholten, „die alle hochlegal, demokratisch und gewaltfrei stattgefunden hätten“ und jetzt gefälligst umgesetzt werden sollten…

Mit einer infantilen Kindergartenmentalität (Entschuldigung, liebe Kinder!) stellten sie ihre „gefühlte Demokratie für Einige“ über die erst durch Recht und Gesetz, durch gleiche Spielregeln mögliche Demokratie für alle.

Die Frage ist, was hat sich in der Sache seit dem Abbruch der erfolglosen Gespräche zwischen Sánchez und Torra geändert? Was sollten weitere Gespräche auf dieser Basis bringen? Es macht doch erkennbar wenig Sinn weiter so fortzufahren…

Die Einwanderung, ein weiteres irrationales Problem steht an zweiter Stelle. Die Wirtschaft, der Punkt der alle betrifft, kommt erst auf Platz drei? Es darf eine globale, zumindest europäische wirtschaftliche Abkühlung erwartet werden. In Deutschland, Frankreich, England und Spanien deutet sich diese in den Prognosen bereits an. Automatisch werden die Rekord-Tourismus Einnahmen Spaniens davon betroffen sein. Wer durch Flaute oder Brexit seinen Job verliert, denkt nicht zuerst an Spanien-Urlaub oder er läßt zumindest weniger Geld im Land?

Die Korruption liegt auf Platz vier. Sie ist nicht an Parteien gebunden, sondern an Gelegenheiten, eignet sich deshalb nicht besonders zum Wahlkampf bekommt man doch bei diesen Gelegenheiten sofort die eigene Korruption um die Ohren gehauen…

Die soziale Ungleichheit und die sich verschlechternden Leistungen öffentlicher Dienstleister interessieren nur ein starkes Drittel der Befragten?
Der emotionalisierte Wahlkampf dürfte die Lager polarisieren und dabei die Rechten stärken? Katalonien und die Migration sind ideale Themen für C‘s, PP und VOX. Die PSOE des Pedro Sánchez-84 hat hier nichts aufzuweisen, denn selbst Teile der eigenen Wählerschaft liegt in Frage Katalonien und Migration eher bei den Rechten.

Wie denken denn die CAT-SEP‘s selbst darüber? Sie wollten die Wahl nicht, müssen sich aber jetzt natürlich Mut machen. Sie haben im vergangenen Jahr an allen Fronten verloren und entblößen sich jetzt vor dem TS in Madrid mit ihrer schlichten Argumentation. Alles Andere als ein Rückschlag des Separatismus bei der Wahl des 28-A wäre für mich ein Wunder?
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https://www.abc.es/espana/abci-80-ciento-cree-cataluna-condicionara-elecciones-generales-201902232033_noticia.html

One Response to GAD3/ABC-Umfrage Nationalwahlen Spanien 28-A: CAT-SEP’s sollen die Rechten zu Siegern machen!

  1. almabu sagt:

    Ein wesentlicher Aspekt des Wahlausganges könnte die Umrechnung der Stimmen in Sitze nach dem System d’Hondt sein, das kleine Parteien, mit unter 15% Stimmenanteil, systematisch benachteiligt bei deren Umrechnung in Parlamentssitze.

    Auch die Anzahl der pro Wahlbezirk zu verteilenden Sitze spielt eine wichtige Rolle. So werden in kleinen Bezirken mit bis zu 5 zu vergebenden Sitzen von etwa 21% der Wählerstimmen ca. 30% der Sitze vergeben. Eine Bevorzugung der ländlichen Provinzen vor den Städten von der die CAT-SEP’s seit jeher überproportional profitierten.

    Dazu interessanter Artikel bei:

    https://www.elmundo.es/espana/2019/02/19/5c6b45e2fc6c8313288b46e2.html

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