Aquarius: Spanien rettet Europa!

Die Flüchtlingskrise ist seit Jahren Thema in Europa. Keiner fühlt sich zuständig, will möglichst „nix tun“!

Da seit dem Vertrag mit der bösen Erdogan-Türkei die Landwege nach Europa gesperrt sind, erfolgt die Flucht zumeist auf dem Seewege.

Anlandepunkte sind – geographisch-logisch – die kürzesten Seewege zu europäischen Küsten, nördlich von Nordafrika.

Griechen, Italienern, Spaniern und in geringerem Maße Portugiesen wird die Last des „Welcome-in Europe-Refugees“ aufgebürdet.

Der soziale Druck in diesen südeuropäischen EU-Peripherie-Staaten wird in unserem Zentraleuropa gerne relativiert, übersehen, negiert, dabei muss man nur sehen, welch‘ Thema die Flüchtlinge hier in Deutschland seit Jahren spielen und wie dies unsere politische Szene verändert hat.

Dazu kommt, daß diese „garantierte Flucht nach Europa“ ein florierendes Geschäft ist, z. B. für Schleuserbanden in Libyen.

Hilfsorganisationen spielen diesem Geschäft (hoffentlich unfreiwillig?) in die Hände. Ein halb abgesoffener, uralter Fischerkahn reicht (hoffentlich) immer noch bis zu den Hilfsschiffen privater europäischer NGO’s, die vor der nationalen Zone Libyens kreuzen und vor laufender Kamera „Schiffbrüchige in Lebensgefahr“ darunter Frauen und Kinder und minderjährige Unbegleitete aufnehmen und ihnen so das Leben retten.

Jetzt aber findet eine neue italienische Regierung von europafeindlichen Rechtspopulisten diese Gesamtumstände inakzeptabel und/oder unwürdig und verbittet ab sofort die Anlandung dieser NGO-Hilfschiffe!

Der in Frankreich beheimateten AQUARIUS der privaten Hilfsorganisation SOS Méditerranée und wohl auch von Ärzte ohne Grenzen, wird die Landung und „Löschung“ ihrer Fracht von über 600 Flüchtlingen in Italien und in Malta verboten, den üblichen Verdächtigen halt!

Auf dem Schiff befinden sich Frauen, schwangere Frauen, Mütter kleiner und kleinster Kinder, sowie Kinder und Jugendliche ohne Mütter, sowie Frauen die keine Mütter sind, sowie Männer, die keine Kinder oder unbegleiteten Jugendlichen sind, insgesamt sollen es 629 Menschen sein! Sie sind zwar nicht mehr in unmittelbarer Gefahr, müssen aber eine Woche unter unzumutbaren hygienischen und Ernährungsbedingungen an Bord auskommen. Diese Menschen müssen auch jetzt schon, bevor sie ihren Fuß auf europäischen Boden setzen, anständig und human behandelt werden!

In dieser prekären Situation, wo es schlicht an einem Anlaufhafen fehlt, da brachte sich flugs die Anarcho-Bürgermeisterin von Barcelona, Ada Colau, zuhause unter imensem Druck wegen bewiesener totaler Unfähigkeit, ins Gespräch und bot an die Flüchtlinge nach Barcelona zu holen, was die katalanischen Probleme nicht vereinfacht hätte und – so ganz nebenbei, nicht in ihrer Kompetenz lag!

Ab hier wurde dies humantiäre Krise zu einem innenpolitischen spanischen Problem. Ada Colau wollte die Einladende sein, Spanien sollte die Kosten begleichen! Barcelona hätte sich in einem humanitären Glorienschein gedreht, Spanien hätte „geblecht“!

Da hat der neue spanische Premierminister Pedro Sánchez, PSOE schnell reagiert: Er akzeptierte die Anlandung der Flüchtlinge, aber nicht da, wo es Ada Colau wollte, in „ihrem“ Barcelona, sondern in der näheren, weil südlicheren Comunidad Valenciana und deren prosperierenden Hafen Valencia!

Fazit: Die Flüchtlinge haben es bestimmt nicht schlechter getroffen, als in Italien oder Malta, Ada Colaus Initiative ging ins Leere und Pedro Sánchez scheint gewonnen zu haben… die Flüchtlinge natürlich auch!

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https://mail.google.com/mail/u/0/?tab=wm#inbox/163efc6182d708f8

NACHTRAG: 12.06.2018

Die AQUARIUS liegt anscheinend noch immer zwischen Malta und Sizilien auf ihrer alten Position seit Sonntag fest, da die Zustände und Versorgung an Bord eine mehrtägige Überfahrt nach Valencia inakzeptabel machten!

Inzwischen hat die italienische Regierung Verpflegung für mehrere Tage geliefert und es sollen zusätzlich zwei italienische Schiffe hinzustossen um etwa 500 der 629 Flüchtlinge zu übernehmen und sie nach Valencia zu überführen.

Dazu hat sich aber auch noch die zuletzt wegen ihrer sprachbedingten Berufsverbote negativ in die Schlagzeilen  gekommene PSOE-Präsidentin der Balearen Francina Armengol bereit erklärt Flüchtlinge auch in Palma de Mallorca anlanden zu lassen! Man sei dafür gerüstet und vorbereitet!

Ob die Flüchtlinge zuvor einen Katalan-Sprachtest ableisten müssen, das ist nicht bekannt!

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2. NACHTRAG: 13.06.2018

Die Fahrt der AQUARIUS nach Valencia verkompliziert sich etwas. Seit der Nacht regnet es. Stürmischer Wind kam auf und das Schiff bewegt sich in 4m hohen Wellen. Einige Flüchtlinge sind krank, bedürfen gar sofortiger Hilfe. An Bord befinden sich noch 51 Frauen, 45 Männer y 10 Kinder, der Rest der ursprünglich 629 Flüchtlinge ist auf auf hoher See auf das italienische Marineschiff ORIONE und das Patrouillenschiff DATTILO der italienischen Küstenwache umgeladen worden. Diese Gruppe um die AQUARIUS befindet sich momentan südlich von Sizilien. Mit ihrer Ankunft in Valencia wird ab Samstag 21 Uhr gerechnet.

https://www.elconfidencial.com/mundo/2018-06-13/aquarius-valencia-sabado-operativo-lluvia-enfermedades_1578312/

https://twitter.com/F_Armengol/status/1006428465371992069/photo/1?ref_src=twsrc%5Etfw&ref_url=https%3A%2F%2Fwww.20minutos.es%2Fnoticia%2F3365570%2F0%2Finmigrantes-buque-aquarius-espana-directo%2F



One Response to Aquarius: Spanien rettet Europa!

  1. almabu sagt:

    Unterdessen hält der diplomatische Streit zwischen Italien auf der einen Seite und Frankreich, aber auch Spanien auf der anderen Seite an. Franzosen und Spanier werfen den Italienern die Sperrung ihrer Häfen vor, gegen geltendes EU-Recht übrigens, während Italien den beiden Anderen Marketing, Propaganda und Heuchelei vorwirft, denn beide Länder hätten sehr viel weniger Flüchtlinge aufgenommen als Italien*. Italien hat sogar den französischen Botschafter einbestellt! Für Nachbarstaaten, EU- und NATO-Partner ein sehr ungewöhnliches Verhalten der neuen Rechtsextremen italienischen Regierung. Machen die jetzt alle „auf Trump“?

    Der neue spanische Außenminister Borell erklärte vorbeugend schon einmal, daß die Aufnahme der AQUARIUS eine dem Notfall geschuldete Ausnahme sei… Da muss sich die EU endlich einmal ernsthaft mit dem Thema beschäftigen und auch die Osteuropäer ins Gebet nehmen!

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