Spaniens Wirtschaft wächst, zu Lasten der Spanier, die weniger verdienen!

Nach der Wirtschaftskrise von 2008 hat Mariano Rajoy Jahr für Jahr den stetig wachsenden Erfolg der Erholung der spanischen Wirtschaft durch seine PP-Regierung feiern lassen, wofür genau?

Wenn man sich alleine die Beschäftigtenzahlen herauspickt, dann hat die Arbeitslosigkeit tatsächlich abgenommen. Aber die Qualität der Arbeit bezüglich Sicherheit und Entlohnung ist gesunken.

Schauen wir also mal anders herum auf die Zahlen:

Das häufigste Gehalt, nicht zu verwechseln mit dem Durchschnittsgehalt, lag bei 16.498 €uro pro Jahr in 2015.

In 2016 hatte dieses häufigste Gehalt um einen €uro auf 16.497 €uro pro Jahr abgenommen! Noch genauer, es handelt sich um einen Monatslohn von 1.178 €uro der 14 Mal pro Jahr gezahlt werden sollte, was in der Summe die besagten 16.498 €uros ausmacht. Netto leben die meisten Spanier von etwa 933 €uro im Monat!

Zu Beginn der Wirtschaftskrise gab es einmal eine Aktivistengruppe der Mileuristas, der 1.000 €uro-Menschen,  die heftig dagegen protestierten „nur“ tausend €uro zu verdienen! Lang, lang ist’s her…

In Deutschland läge ein solches Einkommen etwa auf der Armutsgrenze!

Das sollte aber nicht überraschen, denn ein Teil der Maßnahmen gegen die Wirtschaftskrise lag darin, die Löhne und Gehälter zu senken um die Gewinne zu steigern. Hat geklappt, Rajoy hat erfolgreich „geschrödert“!

Die Lebenshaltungskosten  in Madrid oder Barcelona liegen aber deutlich über deutschem Niveau, besonders die Mieten.

Das Durchschnittsgehalt der Spanier liegt aber bei 23.156 €uro. Es ist um ein Fünftel Prozent (0,2%!) gestiegen, hurra!

Frauen scheinen weiterhin dazu verdammt zu sein 20-25% weniger als die Männer zu verdienen?

Das mittlere Gehalt, wie ich finde ein unzulässiger theoretischer Wert in dieser Darstellung, denn er vermittelt nicht die sich öffnende Schere der spanischen Löhne und Gehälter, also eine Art der statistischen Onanie, der sank auf 19.433 €uro pro Jahr.

Das Durchschnittsgehalt, also die Mitte beider Schneiden der sich öffnenden Schere, das stieg von 23.106 auf 23.156 €uro pro Jahr.

Auf einen einfachen, verständlichen  Nenner gebracht: Neueinstellungen erfolgen zu niedrigeren Gehältern und schlechteren Konditionen, hauptsächlich als befristete Zeitverträge. Beim qualifizierten Stammpersonal steigen die Löhne deutlich stärker als im Gesamtdurchschnitt. Daraus entsteht ein „geschöntes Durchschnittsbild“, das die Realität verzerrt. Man kann als Individuum konkret entweder gerade so / relativ gut / oder sehr gut von seinem Gehalt leben oder relativ schlecht / oder sehr schlecht.

Die Gewinne der Unternehmen sind seit der Krise um 36 Milliarden €uro gestiegen, weil man an Löhnen und Gehältern gekürzt hat.

Es bräuchte konstante Lohnsteigerungen von 3% pro Jahr bei den niedrigen Einkommen um auf das Verhältnis zwischen Löhnen und Gewinnen von 2007 zu kommen.

Die Bank von Spanien hat Gestern mit ihren Zahlen diesen Trend bestätigt:

12,5% der Spanier, jeder Achte, liegt unter dem Mindestlohn von 9.172 €uro pro Jahr. 72% aller Arbeitnehmer bekommen weniger als 2.000 €uro pro Monat (in 14 Zahlungen  = 28.000 €uro pro Jahr).

Das soziale Konfliktpotential in Spanien wächst also und kann und wird von Separatisten, Nationalisten und Demagogen genutzt für ihre jeweiligen Zwecke, ein Pulverfass!

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https://www.20minutos.es/noticia/3353162/0/encuesta-estructura-salarial-2018-ine/

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