Bygmalion. Der Skandal, von dem Sarkozy wieder mal nichts wusste…

In Frankreich schlägt die Bygmalion-Affäre weiter Wellen. Es geht im Kern um Betrügereien bei der Wahlkampffinanzierung des letzten, verlorenen Wahlkampfes von Nicolas Sarkozy und der UMP im Jahr 2012.

Die Person Sarkozy wurde praktisch immer von Skandalen um illegale Gelder begleitet. Er, bzw. die ihn finanzierenden Kreise, hatten offenbar immer ein Problem mit gesetzlichen Regelungen und Beschränkungen und waren erfinderisch im Umgehen jeglicher Restriktionen.

Unvergessen, die Aussage der Gaddafi-Söhne, der Libyer habe Sarkozys Wahlkampf 2007 finanziert und trotzdem (oder vielleicht gerade darum?) sterben müssen…

Letztlich ist Sarkozy bisher aber immer unbehelligt davon gekommen, wenngleich die Einschüsse zuletzt näher kamen.
Nun also Bygmalion…

Worum geht es bei dieser Affäre? Vereinfacht ausgedrückt sollen Beschränkungen bei den Wahlkampfkosten scheinbar  eingehalten werden, bei gleichzeitiger Verschleierung der wahren, viel höheren Kosten und natürlich, ein hübscher Nebeneffekt, der Herkunft des Geldes. Dafür ist eine „doppelte Buchführung“ sehr nützlich, wenn auch darunter nicht der eigentliche, kaufmännische Begriff zu verstehen ist.

Die UMP meldete also „offizielle Wahlkampfkosten“ von insgesamt 4,3 Millionen Euro für 44 Veranstaltungen an. Das waren durchschnittlich knapp unter 100.000 € pro Veranstaltung.

Dann gab es parallel dazu die geheime, die wahre Buchhaltung der Kosten. Ihr zufolge wurden 21,2 Millionen Euro für den Wahlkampf ausgegeben, von denen nur 4,3 Mio € oder 20% offiziell deklariert und 17 Mio € oder 80% illegal, „schwarz“ flossen!

Um dies heraus zu bekommen musste nur ein ehemaliger Wahlkampfmanager Sarkozys in Arrest genommen und ein gelöschter USB-Stick wieder restauriert werden, et voilá!

Die Tabelle auf dem USB-Stick führte fortschreibend neben, Datum und Ort der Meetings in drei Spalten die offiziellen, gemeldeten Kosten, die tatsächlichen Kosten und die Differenz daraus, so daß zwischen der UMP (und Sarkozy?) und der Agentur Bygmalion sowie der die Events veranstaltenden Tochterfirma „Events & Cie“ jederzeit ein aktueller Status abgerufen werden konnte, was bei solchen Geschäften überaus praktisch erscheint?

https://almabu.wordpress.com/2014/05/27/europawahl-fordert-auch-in-frankreich-erste-opfer/

http://www.mediapart.fr/journal/france/170614/document-meeting-par-meeting-le-detail-du-financement

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