Paris, am Tag danach: Rollen Köpfe und wer wird was?

Die Rechte erreichte zusammengerechnet 45,9% die Linke kam zusammen auf 40,57% bei den französischen Kommunalwahlen. Die FN kam letztlich „zwar nur“ auf 6,62%, was aber als ein großer Erfolg angesehen werden muss, da sie 11 Städte „eroberte“, hauptsächlich im Süden des Landes, sowie vier Bürgermeister stellen wird. Bei den anstehenden Europawahlen könnte sie zwischen 15 und 20% erringen!

Nach der Wahlschlappe der Sozialisten (die 155 Städte verloren haben), die als Abrechnung mit der Zentralregierung gesehen wird, muss Hollande endlich etwas tun. Der Präsident kann sich nicht mehr hinter seinem Premierminister Ayrault verstecken, er muss ihn vielmehr ablösen!

Aber durch wen? Wenn es nur nach Popularität ginge, wäre der Innenminister Manuel Valls die erste Wahl. Doch der ehrgeizige Partei-Rechte ist bei den Sozialisten selbst vielleicht nicht vermittelbar? Er müsste auch zusammenführen und ausgleichen. Das sind Eigenschaften, die sich bei Manuel Valls nicht gerade in den Vordergrund drängen. Letztlich zögert Hollande wohl auch aus Selbstschutz? Valls wäre endgültig der starke Mann des Kabinetts und Hollande vermutlich wohl bald der Präsident unter Manuel Valls?

Ein Treffen zwischen Ayrault und Valls wurde heute Morgen auf später am Tag verschoben.

Danach tagte Hollande zwei Stunden mit Ayrault. Das Ergebnis drang nicht nach draussen.

Einem Gerücht zufolge soll Hollande den Job des Premiers dem Verteidigungsminister Le Drian angeboten haben, doch dieser habe dankend abgelehnt!

Die französischen Grünen wollen mit Ayrault weiter machen!

Ayrault raf sich für 30 Minuten mit dem Parteichef der Sozialisten Harlem Désir zum Vieraugengespräch.

Sicher ist, dass Hollande einen Dickschädel hat und alles tun wird, die Erwartungen an ihn zu enttäuschen. Vor Valls wird er vermutlich eher seine Ex-Lebensgefährtin und Mutter seiner vier Kinder Ségolène Royal zur Premierministerin machen. Dann muss sie ihm endlich zuhören und er hat immer das letzte Wort?

One Response to Paris, am Tag danach: Rollen Köpfe und wer wird was?

  1. almabu sagt:

    Entwicklung der Rechten Front National, (FN) bei den Französischen Kommunalwahlen 2008 und 2014:

    2008 = 1%
    2014 = 9%

    2008 = 0.060 Stadträte
    2014 = 1.200 Stadträte

    Die elf von der FN gewonnenen Städte 2014:
    Béziers, Fréjus, Beaucaire, Villers-Cotterets, Cogolin, Beaucaire, Le Pontet, Hayange, Le Luc y Camarets-sur Aigues, Hénin-Beaumont.

    Einbrüche der FN in sogenannte „Hochburgen“ der Sozialisten:
    Saint-Étienne, Reims, Limoges und Amiens.

    Man vermutet unter der für französische Verhältnisse extrem hohen Zahl der Nichtwähler (38%) sowohl Migranten, als auch von Hollandes Politik frustrierte Sozialisten (42%). Die Wahlsieger der bürgerlich-Rechten UMP (49%) sowie die hochmotivierten Überzeugungstäter der FN (9%) schöpften ihre Potentiale dagegen weitgehend aus.

    Was die Chancen der FN bei den Europawahlen betrifft, muss man wohl ein zweistelliges Ergebnis erwarten? In Umfragen wurden ihr bis zu 20% zugetraut. Schon die Hälfte wäre zuviel! Jedenfalls werden wir mit sehr großer Wahrscheinlichkeit viele Europa-Feinde im nächsten Europäischen Parlament sitzen haben, praktisch aus allen großen westeuropäischen Ländern…

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