Hilfe, böse Russen verkaufen Gas an Chinesen!

Nachdem die USA sie monatelang zu den bösen Schurken erklärt haben, nachdem sie die gefährliche Abhängigkeit ihrer europäischer Untertanen und Wettbewerber vom Russengas reklamiert haben, nachdem sie die Russen mit Sanktionen überzogen und als ängstliche, zweitklassige Regionalmacht geschmäht haben, keifen die USA jetzt empört, dass sich die Russen den Chinesen zuwenden und künftig zunehmend die eurasische Karte spielen wollten! Das reinste Irrenhaus, diese USA!

China will in den kommenden Jahren für über 350 Milliarden Dollar Russengas kaufen, wenn gleich auch die beiden Länder das Geschäft natürlich nicht in US-Dollar abrechnen werden!

Die USA seien auch nach dem heimischen Fracking-Öl-Boom auf Öl-Importe angewiesen und keinesfalls unabhängige Selbstversorger wie manchmal zu lesen war. Das meiste kam in den letzten Jahren aus Tiefsee-Vorkommen vor Westafrika und Brasilien.

China hat im vergangenen Monat eine Rekordmenge Russenöl importiert, 2,72 Mio t oder einen Supertanker, alle drei Tage!
China hat seinen Import im letzten Jahrzehnt verdreifacht und Russenöl hat jetzt einen 12% Anteil an Chinas Versorgung mit steigender Tendenz.

Die Zuwendung der Russen zum asiatischen Markt hat nicht mit der Ukraine-Krise angefangen, aber das Sanktionsgetöse Obamas und die entsprechenden hohlen Sprüche von Frau Merkel haben mit dazu beigetragen, diese Tendenz zu verstärken und zu beschleunigen.

Deutschland hat derzeit keine realistische Alternative zum Russengas und schon gar nicht zu vergleichbaren Preisen. Merkels Sprüche werden uns also teuer zu stehen kommen!

Russland fördert und liefert als weltgrößter Öl- und Gasproduzent jährlich Öl im Wert von über 160 Milliarden Dollar. Ein knappes Drittel davon, im Wert von etwa 50 Milliarden Dollar, geht an die EU.

Die USA haben in 2013 ihre Importe aus Russland um 4 % weniger als in 2012 und um 25% weniger als in 2010 reduziert.

Russland hat für den strategischen Markwechsel nach Asien derzeit noch zu wenig Pipeline-Kapazitäten, aber das ist nur eine Frage der Zeit. Es konkurriert derzeit mit mittelöstlichen und afrikanischen Lieferanten bei den Chinesen. Hat es seine Pipeline-Verbindungen einmal hergestellt, dürfte es sich um die sichersten Energiewege nach China handeln.

So hat China bereits klug in russische Firmen investiert, die an der Exploration und Distribution von Energie beteiligt sind. Große Verträge mit Laufzeiten von 10 und 25 Jahren sind abgeschlossen worden, die Russland zum größten Lieferanten der Chinesen machen werden. In Kürze wird China Deutschland als größten Einzelabnehmer von russischen Energien ablösen. Wir Deutschen können und dann an den warmen Worten von Frau Merkel wärmen und wegen Frau Merkel bibbern!

10 Responses to Hilfe, böse Russen verkaufen Gas an Chinesen!

  1. Hessenhenker sagt:

    Ihr könnt ja dann endlich die Bagdadbahn fertigbauen und Claudi-Arabien besetzen.

    Ich gehör‘ dann nicht mehr dazu, ich geh dort hin, wo meine Verlobte wohnt, die kein Visum für das dummenverseuchte Merkelparadies kriegt.

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  2. Jakobiner sagt:

    Schleierhaft, woher die Europäer das potentiell wegfallende russische Gas und das Erdöl importieren wollen. Obama sagte ja in seiner Rede auf dem EU-USA-Summit, dass die USA nur einen Teil ersetzen könnten–man schätzt 1/6 des Russengases.Verbleiben also noch 5/6, die man von den 30% Abhängigkeit von russischem Öl und Gas substituieren solle.Die angekündigte Diversifizierung kann jedoch Jahre dauern.Fracking in Europa dürfte auch nur sehr begrenzt möglich sein (in Deutschland schätzt man die Potentiale auf 13 Jahre Förderdauer, falls die Fördermenge 10% der deutschen Öl- und Gasimporte ausmachen sollte, was auch sehr optimistisch angesetzt ist).Mit der Biopolymer-Technologie von Wintershall lassen sich zwar noch einmal die Ergebnisse steigern, aber auch nur in sehr begrenztem Umfang.Rainer Büttikhofer (Grüne) vertrat die Theorie, dass man auf mehr Energieeffizienz und Energieeinsparung setzen solle–konkrete Zahlen nannte er aber auch nicht.Umgekehrt wird Russland auch noch einige Jahre brauchen, um seine Pipelins nach Chiona zu bauen.Während dieser Übergangszeit würden Sanktionen beide Seiten enorm treffen–wahrscheinlich werden sie daher nicht vollzogen.Russlands EU-Botschafter meinte ja gestern, Russland wolle keinen „Gas-Krieg“.

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  3. Jakobiner sagt:

    Norwegen könnte kurzfristig als Gaslieferant für Russland einspringen.Nähere Angaben sind aber nicht dazu zu finden, zumal der SZ-Artikel zugibt, dass dies keine Lösung für die Ukraine wäre:

    http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/ersatz-fuer-russisches-gas-schnelle-hilfe-aus-dem-norden-1.1910196

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    • almabu sagt:

      Es wird im Moment viel verkündet oder spekuliert und wenig belegt! Ich habe vor einiger Zeit gelesen, dass Norwegen nur für ein paar Tage für Russland einspringen könnte und dass die Vorräte der norwegischen Gasfelder in der Nordsee rückläufig wären. Auch dies war jedoch unbelegt?

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  4. Jakobiner sagt:

    Es gibt aber auch andere westliche Hoffnungen: China in die G8 statt Russland, wenn es dafür eine prowestliche Haltung zum Ukrainekonflikt einnimmt.So ist heute zum Besuch Von Chinas Xi Jinping bei Merkel zu lesen:

    Chance für den Westen
    Ukraine-Krise könnte China und Russland entzweien
    27.03.2014, 14:22 Uhr | AFP, dpa

    Ob im Iran oder in Syrien – bei Konflikten halten China und Russland in der Regel zusammen. Die Ukraine-Krise könnte das nun ändern
    Das unnachgiebige Vorgehen Russlands in der Ukraine könnte nach Ansicht von Experten das Verhältnis zwischen den Verbündeten Russland und China nachhaltig stören. Ein Grund sind wirtschaftliche Interessen Chinas in der Ukraine.
    Die anhaltende Krise in dem Land könnte China bewegen, seine bisherige Zurückhaltung in der Außenpolitik aufzugeben, meint der Direktor des Mercator-Instituts für Chinastudien (MERICS), Sebastian Heilmann.
    „Auf dem falschen Fuß erwischt“
    Mit der Annexion der Krim sei Russland „in eine Richtung vorgeprescht, die China gar nicht gefallen kann“, sagte Heilmann. China habe in seiner Außenpolitik das Prinzip der Nichteinmischung in nationalstaatliche Angelegenheiten immer stark betont. „Was passiert ist auf der Krim, kann für China kein akzeptabler Präzedenzfall sein.“
    China und Russland sind im UN-Sicherheitsrat seit Jahren Verbündete, so steht die Regierung in Peking etwa im Syrien-Konflikt auf Seiten Moskaus. Das Vorgehen Russlands auf der Krim habe Peking aber „auf dem falschen Fuß erwischt“, auch wegen der „virulenten Minderheitenfragen im eigenen Land“, sagte der China-Experte mit Blick auf Unabhängigkeitsbestrebungen in den Provinzen Tibet und Xinjiang.
    Ukraine als Chinas Tor nach Osteuropa
    China stehe nun unter dem Druck, sich im Ukraine-Konflikt positionieren zu müssen – auch weil es in dem Land seit längerem wirtschaftliche Interessen verfolge, etwa bei Investitionen in die Landwirtschaft. „Für China sollte die Ukraine als ein Tor nach Osteuropa dienen“, sagte Heilmann.
    Die seit mehr als einem Jahr amtierende chinesische Regierung versuche stärker als ihre Vorgänger, China „als aktive Großmacht zu positionieren“, so Heilmann. Weltweit baut China seine wirtschaftlichen Beziehungen aus. So lockert das Land die Handelsschranken seiner bislang nicht frei konvertierbaren Währung Renminbi schrittweise.
    Die britische Finanzmetropole London wird der erste Handelsplatz außerhalb Asiens, wo Geschäfte mit der chinesischen Währung, die auch Yuan genannt wird, abgewickelt werden. Die chinesische Regierung will die Bedeutung des Renminbi an den internationalen Finanzmärkten nach und nach steigern.
    Chinesischer Präsident Xi in Berlin
    „Für den Westen öffnet sich deshalb gerade ein Zeitfenster, um um die Kooperation Chinas zu werben“, sagte Heilmann mit Blick auf den Besuch des chinesischen Präsidenten Xi Jinping am Freitag in Berlin. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) könne in den Gesprächen mit Xi darauf drängen, dass China in dem Ukraine-Konflikt eine „mäßigende Position“ einnehme.
    Bei der Lösung des Konflikts müsse der Westen China zum Mitmachen auffordern, dem Land aber auch mehr Mitwirkung einräumen – etwa als assoziierter Partner der G-7-Industriestaaten, sagte Heilmann. „Damit könnte auch die rein westliche Perspektive der G-7 aufgebrochen werden.“
    Chinas Präsident Xi wird im Rahmen seiner Europa-Reise mit Merkel und Bundespräsident Joachim Gauck zusammentreffen. Es ist der erste Besuch eines chinesischen Staatsoberhaupts in Deutschland seit acht Jahren.

    http://www.t-online.de/nachrichten/ausland/internationale-politik/id_68707180/ukraine-krise-koennte-china-und-russland-entzweien.html

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    • almabu sagt:

      Das glaube ich nie und nimmer! Die Chinesen haben in den EU- und NATO-Staaten Rumänien und Bulgarien bereits sehr intensive wirtschaftliche Interessen. Wegen der Ukraine mit den Russen zu brechen, wie besoffen müssen die Berater Merkels eigentlich sein, wenn sie in Kategorien solcher Schnapsideen denken?

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  5. almabu sagt:

    China wird in Kürze Deutschland als Hauptabnehmer von Russengas und Rohöl ablösen. Das brauchen sie auch dringend. Die lassen sich doch von Frau Merkel nicht einlullen. Die nehmen die nicht einmal Ernst…

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  6. Jakobiner sagt:

    Das sehe ich wie du. Russland hat für China eine wesentlich höhere Bedeutung als die Ukraine.Da gibt es die BRIC, die SCO, den Gasdeal und die gemeinsamen Positionen gegnüber US-amerikanischen Interventionismus. Ich frage mich auch, was für desperate Sinologen da alsMNerkelberater zur Seite stehen.Und ich wage auch zu bezweifeln, dass die Chinesen für eine G-8-Mitgliedschaft die Russen verraten werden und zu sehr ins prowestliche Lager umsatteln–da bleibt man lieber in der g-20.

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    • almabu sagt:

      Obama ist ja auf Schulhof-Niveau angekommen, mit seiner Schmähung Russlands als ängstlicher Regionalmacht. Aber er wird gewiss den Teufel tun um die wahre künftige Supermacht China aufzubauen, in dem er die Chinesen zu einer Vermittlerrolle im Konflikt Ukraine / Russland einlädt!

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  7. Jakobiner sagt:

    Heute hat Gabriel seine Sicht der Dinge verdeutlicht: Es gebe keine Alternative zu Russengas:

    „Seit Tagen wird über die Folgen diskutiert, falls Russland den Gas-Hahn nach Westen zudrehen sollte. Eine Möglichkeit hatte Angela Merkel mit Kanadas Premierminister diskutiert: Die Abhängigkeit von Energielieferungen aus Osteuropa solle verkleinert werden. Nun schaltet sich der Bundeswirtschaftsminister ein und stellt seine Sicht der Lage dar. Sigmar Gabriel sieht keine vernünftige Alternative zu den Erdgas-Importen aus Russland.
    In der Debatte über die deutsche Energieversorgung und die Abhängigkeit von Russland werde so getan, als bestünden andere Möglichkeiten, sagte Gabriel bei einer Veranstaltung der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Dies sei nicht richtig.“

    http://www.t-online.de/wirtschaft/id_68719866/sigmar-gabriel-sieht-keine-wahre-alternative-zu-russland-gas.html

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