Ob Putin Kissingers Kröte schluckt?

Der Kissinger Plan (wie heute veröffentlicht in der WaPo) geht in die richtige Richtung und böte eine relativ gesichtswahrende Lösung für alle Beteiligten. Seine Punkte gehen teilweise auf den Verhandlungsplan der EU-Troika zurück. Nur die Rücknahme des Staatsstreiches durch die USA und NATO nahen Rechten ist nicht vorgesehen.

Diese Kröte müsste Putin schlucken. Die USA müssten sich eingestehen, dass die Ukraine nicht zum NATO-Aufmarschgelände wird, trotz der 5 Milliarden Investition laut Nuland. Die EU dürfte vermutlich die Aufbauarbeit leisten, zumindest finanzieren, dem Land Ukraine demokratische und möglichst föderale Strukturen zu geben. Die nationale Integrität und Souveränität der Ukraine würde gewahrt und Putin oder seine Nachfolger könnten ihre Häfen auf der Krim weiterhin nutzen…

1. Ukraine should have the right to choose freely its economic and political associations, including with Europe.
2. Ukraine should not join NATO, a position I took seven years ago, when it last came up.
3. Ukraine should be free to create any government compatible with the expressed will of its people. Wise Ukrainian leaders would then opt for a policy of reconciliation between the various parts of their country. Internationally, they should pursue a posture comparable to that of Finland. That nation leaves no doubt about its fierce independence and cooperates with the West in most fields but carefully avoids institutional hostility toward Russia.
4. It is incompatible with the rules of the existing world order for Russia to annex Crimea. But it should be possible to put Crimea’s relationship to Ukraine on a less fraught basis. To that end, Russia would recognize Ukraine’s sovereignty over Crimea. Ukraine should reinforce Crimea’s autonomy in elections held in the presence of international observers. The process would include removing any ambiguities about the status of the Black Sea Fleet at Sevastopol. (zitiert aus Washington Post)

6 Responses to Ob Putin Kissingers Kröte schluckt?

  1. HESSE sagt:

    SIKORSKI plaudert über die Ereignisse in der Ukraine…

    1. Fast beiläufig gab der polnische Aussenminister Sikorski in einem Interview freimütig zu, wie er und Steinmeier Janukovitch „bearbeitet“ haben, u. a., dass Sie im Februar -als „Vermittler“?- dessen Amtsverzicht gefordert hatten. Dieser sei blass („white“) geworden, habe dann aber (nach einem Telefonat mit Putin) einem „agreement“ zugestimmt.

    step 2:
    Anschließend seien er und Steinmeier zum „Maidan-Rat“ (dessen personelle Zusammensetzung mir unbekannt ist…) gegangen, um dessen Zustimmung für das Abkommen (zwischen „EU-Vermittler“ und Präsidenten) zu erlangen…
    step 3:
    Der Maidan-Rat habe dem „agreement“ zugestimmt…

    step 4:
    Sikorski zufolge flüchtet Janukovitch danach ganz plötzlich und unvermutet aus dem Land…

    Zitat:
    „With Ashton’s full backing, Sikorski, accompanied by Franz Walter Steinmeier and Laurent Fabius, his German and French counterparts, arrived in Kiev on February 19. Sikorski had dealt with Yanukovych before, and knew what to expect: “He’s of the old school Soviet type, in the [Leonid] Brezhnev mould. I knew how he would operate: blustering talk; playing the blame game; trying to drag us into explanations about ‘process’ and ‘logistics’.
    „So we agreed beforehand that Steinmeier would interrupt him and say, ‘Let’s get real, Mr President, you have to full-stop the killing,‘ and then I told him, ‚You have to set a date to step down.’ Yanukovych went white. But after a long phone call with Putin, he suddenly changed his mind and decided to shorten his term which led to signing the agreement.”
    Yanukovych then fled the country, precipitating the present crisis. …“
    (Vgl.: http://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/europe/ukraine/10686706/We-cannot-let-Putin-get-away-with-this-says-Polish-minister.html ;Absatz 6-8).

    2. ANMERKUNG:
    .
    a. Sikorski BERICHTET NICHTS darüber, was nach der Zustimmung des Maidan-Rates und vor der „Abreise“ von Janukovitch passiert ist, bzw. was die Eskalation der Ereignisse nochmals angefacht hat!
    Sikorski geht im Interview darauf nicht ein, bzw. darüber hinweg.

    b. Es findet sich KEINE KRITIK an denen, die das Abkommen nicht akzeptieren wollten, aber möglicherweise im Maidan-Rat zuvor zugestimmt hatten.

    c. Sikorski verliert auch KEIN WORT über die unbekannten Scharfschützen, die (offenbar aus dem Hotel „ukraina“) ein Massaker auf dem Maidan angerichtet hatten…

    QUELLE:
    Interview im britischen „Telegraph“ mit dem polnischen Aussenminister Radeslaw (Radek) Sikorski:
    (Titel u. UT) „‚We cannot let Putin get away with this,‘ says Polish minister. Russia must not be allowed to redraw the map of Europe, Radek Sikorski, Poland’s Foreign Minister, tells the Telegraph ahead of a meeting with William Hague on Monday“, v. Cristina Odone (www.telegraph.co.uk; 10:00AM GMT 10 Mar 2014).
    http://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/europe/ukraine/10686706/We-cannot-let-Putin-get-away-with-this-says-Polish-minister.html

    ————–

    RÜCKBLICK:

    Am 21. Februar (!) berichtete der TELEGRAPH, dass Sikorski den Maidan-Räten auseinandergesetzt habe, dass Janukovitch KRIEGSRECHT („martial law“) anwenden würde, wenn Sie dem „agreement“ nicht zustimmen würden. Denn dann würde scharf geschossen und SIE seien alle tot…
    Obwohl Sikorski sich selbst nicht sicher war, ob er die Opposition „überzeugt“ hatte (Sikorski-Zitat: „…I don`t know“), kehrte er anschliessend zu Janukovitch zurück und unterzeichnete das Abkommen, dem nur gesagt wurde, dass die Opposition dem „agreement“ zugestimmt habe.

    Zitat:
    „The Polish foreign minister has been filmed telling a protest leader that if the opposition did not sign up to a deal offered by Ukrainian President Viktor Yanukovych „you will all be dead“.
    Radoslaw Sikorski, one of three European foreign ministers who brokered Friday’s agreement to end the bloody standoff, was emerging from talks with opposition leaders when he issued the stark warning.
    „If you don’t support this [deal] you’ll have martial law, the army. You will all be dead,“ he said, in comments that were captured on film by ITV News.
    When asked if he had managed to convince the opposition, the minister, clearly frustrated, muttered: „I don’t know.“
    After a break in talks, the ministers returned to the negotiating table, and shortly after announced that the opposition had agreed to sign the deal. …“

    zit. aus:
    „Ukraine protest leaders warned: ‚Sign deal or you will all die'“, by Roland Oliphant, in Kiev and Hannah Strange (www.telegraph.co.uk; 4:12PM GMT 21 Feb 2014)
    http://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/europe/ukraine/10654239/Polish-foreign-minister-warns-Ukraine-protest-leaders-Sign-deal-or-you-will-all-die.html

    FAZIT:

    Steinmeier und Sikorski haben Janukovitch -gelinde gesagt- getäuscht. Die Sondereinheiten des Innenministeriums wurden jedenfalls -nach Unterzeichnung des Abkommens- abgezogen.

    Noch einmal der „Telegraph“ v. 21. Februar:
    „…Asked later to confirm his statement, Mr Sikorski told ITV that the threat of martial law had been real.
    „To my knowledge interior ministry troops were being readied,“ he said according to the news channel. …“
    .
    HESSE
    .

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    • almabu sagt:

      Hier müsste man mal eine Zeitleiste der Ereignisse erstellen. Vermutlich müssten die Russen die Kommunikation in Kiew abgehört haben? Es wäre interessant zu belegen – oder zu widerlegen – ob die EU-Troika von den Putschisten benutzt wurde, ohne deren Wissen, oder ob es eine koordinierte Aktion zwischen USA / NATO- und EU-Kreisen gegeben hat.

      Übrigens:
      Der gegenwärtige, illegale Premier der Ukraine, der über die drohende Sezession der Krim schimpft, hat als ukrainischer Außenminister 2007 der Sezession des Kosovo von Serbien zugestimmt!

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  2. HESSE sagt:

    Vermittlungsvorschlag von Kissinger?
    Wenn wundert`s. Mit dem derzeitigen status quo in der Ukraine hat die „NATO“, hat die „EU“, haben die USA und auch der IWF ein Riesenproblem!

    Putin braucht das Regime in Kiew nicht anzuerkennen und er kontrolliert den Gaszufluss nach Europa. Die Krim macht ihr eigenes „Ding“.

    Nicht nur moralisch ein Problem für den Westen: Das Paktieren mit den Nationalisten in Kiev!
    .

    2. Was bleibt, wenn das Vertrauen verspielt ist?
    Professor Stephen Cohen empfiehlt eine Vermittlung Merkels.

    („Stephen Cohen“-5.01 min.; PBS Newshour)

    Vertraut Putin der „Konrad-Adenauer-Stiftung“?
    .
    HESSE
    .

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  3. almabu sagt:

    Ich würde der KAS zumindest nicht vertrauen, für Putin kann ich natürlich nicht sprechen ;-)

    Die EU hat aber anscheinend noch nicht kapiert, dass ihre Rhetorik nicht mit ihren realen Möglichkeiten in Übereinklang steht?

    Wenn man ernsthaft mit jemand reden möchte, sollte man ihn nicht im Vorfeld verbal abstrafen. Tut man dies trotzdem, signalisiert man, dass man eigentlich kein Interesse an einem Gespräch hat!

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  4. almabu sagt:

    Zehn Gründe warum die Krise um die Ukraine noch immer glimmt:

    These are the companies profiting the most from war.

    10. L-3 Communications
> Arm sales 2012: $10.8 billion
> Total sales 2012: $13.1 billion
> 2012 profit: $782 million
> 2012 employment: 51,000

    9. Finmeccanica
> Arm sales 2012: $12.5 billion
> Total sales 2012: $22.1 billion
> 2012 profit: -$1.0 billion
> 2012 employment: 67,408

    8. United Technologies
> Arm sales 2012: $13.5 billion
> Total sales 2012: $62.2 billion
> 2012 profit: $5.2 billion
> 2012 employment: 218,300

    7. EADS
> Arm sales 2012: $15.4 billion
> Total sales 2012: $72.6 billion
> 2012 profit: $1.6 billion
> 2012 employment: 140,000

    6. Northrop Grumman
> Arm sales 2012: $19.4 billion
> Total sales 2012: $25.2 billion
> 2012 profit: $2.0 billion
> 2012 employment: 68,100

    5. General Dynamics
> Arm sales 2012: $20.9 billion
> Total sales 2012: $31.5 billion
> 2012 profit: -$332 million
> 2012 employment: 92,200

    4. Raytheon
> Arm sales 2012: $22.5 billion
> Total sales 2012: $24.4 billion
> 2012 profit: $1.9 billion
> 2012 employment: 67,800

    3. BAE Systems
> Arm sales 2012: $26.9 billion
> Total sales 2012: $28.3 billion
> 2012 profit: $2.6 billion
> 2012 employment: 88,200

    2. Boeing
> Arm sales 2012: $27.6 billion
> Total sales 2012: $81.7 billion
> 2012 profit: $3.9 billion
> 2012 employment: 174,400

    1. Lockheed Martin
> Arm sales 2012: $36 billion
> Total sales 2012: $47.2 billion
> 2012 profit: 2.7 billion
> 2012 employment: 120,000

    Via 24/7 Wall St, source Thinkstock

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