Islamisierte Geiseln? Marine Le Pens kalkulierter Faux-Pas.

In einem TV-Interview rätselte sie lang und breit über das Äußere und das Auftreten der vier freigekauften französischen Geiseln Pierre Legrand, Daniel Larribe, Thierry Dol und Marc Féret die vor über drei Jahren aus einer französischen Uran-Mine in Niger entführt worden waren.

Die Männer trugen teilweise „islamisch“ anmutende Bärte und Kleidungsstücke, senkten ihre Häupter, behielten die Hände in den Taschen oder auf dem Rücken, machten ernste Gesichter und vermieden jeden Blickkontakt und schwiegen bei der „öffentlichen Vorführung“  bei ihrer Ankunft in Frankreich durch den glücklosen Präsidenten Hollande, die dieser sich 25 Millionen Euro kosten ließ, wie gemunkelt wird…

Le Pen mag Hollande den „Erfolg“ geneidet haben, aber dieser Schuss ging eindeutig nach hinten los. Ihr Verhalten wurde einmütig kritisiert. Le Pen ruderte zurück und sprach von unglücklichen Formulierungen. Sie sei kein Psychiater. Zuvor hatte sie jedoch über ein mögliches Stockholm-Syndrom, eine Islamisierung der Geiseln spekuliert.

Die Geiseln – soviel ist inzwischen bekannt – sind die meiste Zeit einzeln und streng isoliert untergebracht gewesen. Sie können unter einem Schock an Einflüssen gestanden haben? Sie mögen an ihre im Niger zurückgebliebenen Schicksalsgenossen gedacht haben, denn es sind noch weitere Geiseln vor Ort?  Sie könnten aber auch schlicht und einfach sauer gewesen sein, denn um sie „rauszukaufen“ hätte der französische Staat und auch Hollande persönlich, der nun auch schon 18 (lange!) Monate im Amt ist, nicht mehr als drei Jahre ihres Lebens abwarten müssen?

5 Responses to Islamisierte Geiseln? Marine Le Pens kalkulierter Faux-Pas.

  1. […] Vize-Präsident der rechtsradikalen FN springt seiner wegen ihrer großen Klappe in Bedrängnis geratenen Präsidentin Marine Le Pen bei. Er nennt die Medienberichterstattung über die Rückkehr der […]

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  2. Doris sagt:

    Ganz ehrlich? Ich bin einfach froh für die Geiseln, und finde, man sollte nicht auch noch über sie Urteile fällen. Wenn Marine Le Pen versucht, jetzt weiter Hass zu schüren, bin ich über jeden Rückschlag für sie auch froh. Der FN ist eine Schande für Frankreich, da kann der PS noch so viel falsch machen.

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    • almabu sagt:

      Das sehe ich genau so! Trotzdem ist der Gedanke, dass man ihnen hätte etwas mehr Zeit lassen können sich zu sammeln, ODER sie nicht direkt vor die Kameras „wirft“, auch berechtigt. Ich persönlich wäre sauer, wenn meine Regierung mich drei Jahre in der Wüste schmoren ließe, bevor sie mich dann einfach frei kauft,wenn es ihr opportun erscheint, nachvollziehbar?

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  3. Doris sagt:

    Ich verstehe, was du meinst. Sie werden von allen Seiten für etwas benutzt, von den einen für Geld, von den anderen für eine bestimmte politische Aussage. Ich fürchte nur leider, das ist das mindeste, was man ertragen muss, wenn sich der Staat entschließt, ein paar Milliönchen an Terroristen zu überweisen. Klar, sensibel ist das nicht.

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  4. almabu sagt:

    Der Französische Staat betont ja, dass kein staatliches Geld geflossen sei, bei diesem Freikauf. Aber die Uranmine, die durch eine französische (Staats-?)firma ausgebeutet wird, könnte ja als Firma das Lösegeld bezahlt haben?

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