Erdoğan will bei türkischem EU-Beitritt keinen Euro, sondern Wirtschaftszone der türkischen Lira einrichten!

Während der zuständige EU-Kommissar Stefan Füle verlangt, dass die Türkei nach einem eventuellen EU-Beitritt den Euro als nationale Währung der Türkei übernimmt, hat der türkische Premierminister Recep Tayyip Erdoğan kürzlich gesagt, dass er statt dessen die Enrichtung einer Währungszone der türkischen Lira beabsichtige. Die Briten seien schließlich auch nicht im Euro und glücklich damit! Sie hätten ihm dazu geraten, lieber eine Lira-Zone einzurichten. Er selbst denke genau so und die EU solle sich lieber um ihr eigenes Währungssystem kümmern…

Was hat David Cameron sich da wohl gedacht? Mit wem meinte er es „besonders gut“ bei diesem Ratschlag?

Stefan Füle verlangt statt dessen kategorisch den Euro-Beitritt eines hypothetischen* EU-Mitglieds Türkei und sagt sogar, dass die Türkei  nie darum gebeten worden sei ihre eigene Position dazu zu äußern!

Nun scheint es so, als müsse die „Wackelwährung Euro“ weiter auf einen „Weissen Ritter“ zu ihrer Rettung warten und die harte türkische Lira zieht hochmütig unter ihrem Fenster vorbei?

*(Frankreich will der Türkei helfen, zumindest eines der fünf von Sarkozy blockierten Verhandlungs-Kapitel kurzfristig zu öffen!)

http://www.hurriyetdailynews.com/turkey-must-adopt-euro-if-accepted-as-eu-member.aspx?pageID=238&nID=40985&NewsCatID=344

Zurück in die Zukunft?
Die neuen Uniformen des Kabinenpersonals der türkischen Airline THY sorgen für Gesprächsstoff! Sie sehen sehr konservativ aus. Die Damen muten mit knöchellangen, hochgeschlossenen Gewändern, Schals und Fez-artigen Käppchen eher arabisch an. Die Kritiker sagen, man wolle wohl mit dem Entwurf an Ottomanische Zeiten anknüpfen und erwähnen die TV-Serie „Muhteşem Yüzyıl“ in diesem Kontext.

http://www.hurriyetdailynews.com/new-turkish-airlines-uniforms-raise-eyebrows.aspx?pageID=238&nID=40810&NewsCatID=341

4 Responses to Erdoğan will bei türkischem EU-Beitritt keinen Euro, sondern Wirtschaftszone der türkischen Lira einrichten!

  1. Nebularis sagt:

    Die Türkei sitzt auf dem Territorium alter Imperien. Die geographische Lage erfordert eine selbstbewusste Politik. Eine Unterordnung unter irgend eines der EU-Länder oder dem EURO-System ist keine Option. Dieser Zug ist längst abgefahren.

    Wenn die Eurokraten die Türkei unbedingt in die EU wollen, dann müssen sie bereit sein einen großen Teil der Macht an sie abzutreten, gar sich weitestgehend unter das Diktat der Türkei zu begeben.

    Mit einem EU-Beitritt würde der Türkei mehr Einfuss und eine engere Zusammenarbeit mit den Nachbarn auf dem Balkan zufallen. Diese werden von den anderen EU-Ländern ohnehin sehr stiefmütterlich behandelt. Die Rolle der Mittelmeerländer würde ebenfalls gestärkt werden.

    Großbritanien, Irland und Skandinavien würden zu wirtschaftlichen Randzonen, was ihrer geographischen Lage entspräche. Sie müssten ihre Wirtschaft der Lage anpassen.

    Gefällt mir

    • almabu sagt:

      Die Begründung scheint mir nicht haltbar! Griechenland, Italien, Ägypten, Spanien, Indien und vor allem China „sitzen“ auf dem Boden alter Imperien und sind doch unterschiedlich wirtschaftlich und daraus abgeleitet politisch potent, oder? Eine „Unterordnung“ der Türkei in ein System von Mehrheitsentscheidungen in der EU gleichrangig mit Luxembourg und Belgien kann ich mir allerdings auch nur schwer vorstellen? Bis die EU dazu bereit ist, sich unter das Diktat der Türkei zu begeben, müsste allerdings der Rhein aufwärts fliessen und alle anderen europäischen Flüsse auch. Die Mittelmeerländer wehrten sich Jahrhunderte mehr oder weniger erfolgreich dagegen, von der Türkei gestärkt zu werden. Das ist unvergessener Teil ihrer Identität…

      Ich hätte im Prinzip nichts gegen eine EU Mitgliedschaft der Türkei, wenn sie nicht schlicht zu groß dafür wäre. Deutschland ist da schon grenzwertig, was ihnen unsere kleineren EU-Nachbarn sicher gerne bestätigen werden? Aber ein wirtschaftlich aufstrebender Tigerstaat Türkei, dessen Premierminister offenbar eine Präsidialdiktatur anstrebt, dessen Präsident deshalb auf Abruf agiert, dessen säkulares Militär gerade eine stalinistische Säuberungswelle erlebt, der das weltgrößte Journalistengefängnis darstellt, einen verdeckten Bürgerkrieg gegen die Kurden führt, der mit seiner „Null-Probleme-mit-den-Nachbarn-Politik“ gescheitert ist, ein solcher aufstrebender Tigerstaat erscheint mir einfach zu riskant für die EU?

      Die Skandinavier werden sich in ihrer „Randzone“ sicher noch lange wohl fühlen, wenn vom wirtschaftlichen Strohfeuer der Türkei keiner mehr spricht.

      Gefällt mir

  2. dorkmaster sagt:

    So hart ist die Lira nun auch wieder nicht, zumindest ist die Inflation höher als die des Euros.

    http://www.deutsch-tuerkische-nachrichten.de/2013/02/467679/tuerkei-die-steigende-inflationsrate-schadet-dem-wachstum/

    Gefällt mir

  3. almabu sagt:

    Erdoğan will einfach die Kontrolle behalten, deshalb der Lira-Währungsraum! Er will eine Präsidialdiktatur und ein zweiter Atatürk werden, aber einer der die einst säkulare Republik Atatürks zum Islam-Staat zurück baut.

    Eine Unter- oder auch nur Einordnung in die EU-Strukturen wird er innerlich wohl nicht akzeptieren, es sei denn, er könnte zusätzlich Barroso beerben?

    Aus seiner Sicht wäre eine EU als simpler Wirtschaftsraum mit maximaler nationaler Freiheit á la David Cameron sicher attraktiver als ein EU-Zentral-Komitee Merkelscher Bauart?

    Gefällt mir

Was denkst Du?

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: