Offiziell: Türkei bewirbt sich um Beobachter-Status bei SCO!

Selçuk Ünal, Sprecher des türkischen Außenministeriums, teilte heute,  bei seiner letzten Pressekonferenz als Sprecher des Ministeriums, ganz offiziell mit, dass sich die Türkei um den Beobachter-Status bei der SCO bewerbe. Dies sei ein Teil der multilateralen Diplomatie der Türkei.

Wenn man bedenkt, dass die Türkei erst im vergangenen August den (niedrigsten) Status eines Gastes erhielt, dann legt Ankara ein ganz schönes Tempo vor bei seinem Bemühen um einen Seitenwechsel. Der Beobachter-Status (mit eingeschränkten Rechten und Pflichten und begrenzter Information) wäre der nächste und letzte Schritt vor der Vollmitgliedschaft in der SCO.

http://www.todayszaman.com/news-305665-ankara-says-wants-to-be-observer-member-of-shanghai-organization.html

Russland soll angeblich dem türkischen Ansinnen wohlwollend positiv gegenüberstehen. Eine offizielle russische Stellungnahme gibt es aber (noch?) nicht.

Die Chinesen hingegen haben ein Minoritätenproblem mit dem Turkvolk der Uighuren und könnten weniger Begeisterung für einen türkischen Antrag aufbringen.

Aslanbek Mozloyev, Analyst an der Diplomaten Akademie des Russischen Außenministeriums, sieht die EU homogener und deshalb weniger geeignet für die Türkei als die kulturell vielfältigere SCO.

Praktisch alle nach dem Zweiten Weltkrieg installierten internationalen Gremien und Organisationen hätten derzeit Anpassungsschwierigkeiten an die Veränderungen auf der Welt. Allein zu überleben sei unmöglich, fügte er hinzu, ein Gratis-Ratschlag sozusagen für Schotten, Katalanen aber auch Engländer! Noch sei die SCO keine vollwertige Alternative zur EU, sie sei erst im Entstehen. Aber ihre Perspektive sei erfolgreicher und größer als die der EU.

Für die Russen sei die türkische Entschlossenheit zur SCO eine sehr positive Entwicklung hin zu einer strategischen Partnerschaft mit der Türkei. Aber auch der Einfluss der SCO und ihre Fähigkeit Probleme in der Region zu lösen, würde mit der Türkei steigen.

Ein anderer Experte, Fyodr Lukyanov, Chefredakteur des Journals Russia in Global Affairs, glaubt das das Uighuren-Minderheiten-Problem das nach Ansicht der Chinesen von der Türkei gefördert werde, ein entscheidender Punkt für einen Beitritt werden könnte. Die Chinesen könnten das Ende der türkischen Unterstützung der Uighuren fordern.

Ein dritter Russe, der ehemalige Parlamentarier Sergey Markov hält die türkischen Chancen für gering. Die Türkei sei Nato-Mitglied und Verbündeter der USA. Das könne man von der SCO nicht gerade sagen. Die Türkei müsste also ihre NATO-Mitgliedschaft und die US-Politik aufgeben und dazu sei sie noch nicht bereit. China würde jeden Antrag auf Vollmitgliedschaft blockieren, so dass die Türkei lediglich einen Beobachter-Status erlangen könnte. Als Beispiel nannte er Indien als US-Verbündeten und Beobachter der SCO.

Drei Russen, drei Meinungen, eine spannende Diskussion hat begonnen!

http://www.todayszaman.com/news-305746-.html

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