Gibt es viele Malis in Westafrika?

Dieser Beitrag geht speziell an Leo Brux*.

Leo, ich habe mich mit der Lage in Afrika im Allgemeinen und Mali im Speziellen nicht so auseinandergesetzt, dass ich mir hier ein Urteil zutrauen könnte. Ich weiss es schlicht nicht! *(Ich antworte Dir nicht über die Kommentarfunktion, weil ich die Karte da nicht rein kriegte :-()

Ich will mal ganz vorsichtig und ganz allgemein die Ansicht wagen, dass wir anscheinend eine Art von Rekolonialisierung Afrikas erleben. Da sind zum Einen die alten Kolonialmächte England in Ostafrika und Frankreich in Westafrika. Sie haben noch immer einen gewissen Einfluss in ihrem Hemisphären, aber längst nicht mehr die alte militärische Stärke. Der Einfluß liegt wohl eher in Sprache, Kultur und Wirtschaftsbeziehungen.

Dann gibt es darüber die USA, die eine Zeit lang mehr oder weniger offen versuchten, z.B. die Franzosen in Westafrika abzulösen. Im Augenblick haben die USA aber wohl andere (wirtschaftliche) Sorgen. Dann gibt es die Chinesen, die in großem Stil in ganz Afrika agieren. Sie sind ebenso an Energieresourcen und Rohstoffen interessiert, wie alle anderen Kolonialisten auch.

Dann gibt es uralte Konflikte zwischen Wüsten- und Steppennomaden und sesshaften Bauern. Der Klimawandel sorgt für die Ausdehnung der Sahara nach Süden. Die Nomaden, mehrheitlich Muslime, dringen mit ihren Herden um zu Überleben in das Gebiet der Bauern ein.

Dann gibt es den Konflikt zwischen Christen und Muslimen, von dem ich nicht weiss, ob es ein „echter“ oder ein von außen, künstlich aufgeheizter Konflikt ist?
Er ist auch nicht auf Mali beschränkt, sondern existiert ja auch z.B. in Nigeria.

Dazu kommt die Destabilisierung der ganzen Nordafrikanischen Staaten durch die sogenannten Arabischen Revolutionen. Dazu kommen unkontrollierte, offene Grenzen und reichlich Waffen aus Lybien, Sudan, Somalia, etc.

Das wäre so in etwa die Ausgangslage, aus meiner begrenzten Sicht gesehen. Jetzt zu Frankreich. Das Land versucht zweifellos seine alte Rolle wiederzubeleben. Es hat schon im Lybien-Krieg eine treibende, aggressive Rolle gespielt, bei der allerdings die kolportierten finanziellen Abhängigkeiten des Herrn Sarkozy vom Herrn Gaddhafi auch eine Rolle gespielt haben könnten? Hollande hat öffentlich beteuert, dass es für Frankreich keine wirtschaftlichen Gründe in Mali gäbe.

Wie ich in meinem Beitrag schrieb, gehörte der am vergangenen Freitag getötete Hubschrauberpilot zu einer Kommandotruppe, die schon seit Ende Oktober (illegal?) in Mali operierte! Am vergangenen Donnerstag war der Präsident von Mali bei Hollande in Paris und bat offiziell um Hilfe. Innerhalb von Stunden wurden Truppen nach Mali geflogen und um Bamako stationiert. So etwas bedarf der Vorbereitung. Inzwischen sind auch Truppen der Westafrikanischen Union angekündigt, zugesagt, eingetroffen? Es gibt eine Resolution des UN-Sicherheitsrates die Frankreichs Agieren deckt. Die USA wollen nur Aufklärungsdaten und Drohnen stellen. Die Briten stellen anscheinend Transportflugzeuge. Die sind alle wirtschaftlich schwer angeschlagen und tun nur das Nötigste um Einerseits Solidarität und Andererseits Sparsamkeit zu zeigen. Ob die Franzosen das alleine schaffen können, dazu fehlen mir Informationen. Aber vielleicht mischen ja die Deutschen dort schon mit? Der FIGARO zeigte die Karte mit dem Flughafen wo französische UND deutsche Truppen gelandet seien. Das wurde dann zwar dementiert, aber wenn es so wäre, würde ein Einsatz der KSK überhaupt von der Bundesregierung bestätigt?Bei der parallelen gescheiterten Befreiungsaktion im ostafrikanischen failed state  Somalia haben sie sich die französischen Kommandos jedenfalls nicht mit Ruhm bekleckert. Nachdem was ich spanischen Quellen entnahm, soll es dort recht dilletantisch zugegangen sein…

Einen Aspekt habe ich bisher nicht erwähnt, aber er scheint mir durchaus wichtig: Die allgemeine Weltwirtschaftskrise wirkt sich in den ärmeren afrikanischen Staaten sicher noch härter aus als bei uns? Die simple Not der Menschen könnte die Lage in diesen Staaten weiter destabilisieren.

Ich halte Frankreichs Haltung auf der Grundlage meines heutigen Wissens für gerechtfertigt. Selbst wenn es stimmen sollte, dass Frankreich dort in Mali keine wirtschaftlichen Interessen habe, dann könnte dieser begrenzte(?) Krieg für den bisher insgesamt doch recht glücklos agierenden Präsidenten Hollande verlockend gewesen sein, um von innenpolitischen Schwierigkeiten an allen Ecken und Enden abzulenken?

Die Lage in Mali wurde aber schon vor Monaten durchaus kontrovers diskutiert und führte zu der sicher nicht allzu häufigen Situation, dass ein Presseoffizier von US-Army AFRICOM in Stuttgart auf konkrete Artikel von globalresearch einging und diese als schlechten Journalismus abqualifizierte. Mach‘ Dir selbst ein Bild, Leo:

http://www.africom.mil/Newsroom/ForTheRecord/10015/letter-to-the-editor-global-research-response

http://www.globalresearch.ca/americas-secret-war-in-africa/5307958

http://www.globalresearch.ca/covert-ops-in-nigeria-fertile-ground-for-us-sponsored-balkanization/30259

6 Responses to Gibt es viele Malis in Westafrika?

  1. Alexander Illi sagt:

    Sehr interessante Informationen, z.B. der Brief von AFRICOM an GlobalResearch :) Muß ich geich mal reinlesen.

    Bei den Ursachen zu Mali hat mir noch was sehr Wichtiges gefehlt, nämlich dass Mali gleich südlich an Libyen angrenzt und von dort nach dem NATO-Krieg gegen Libyen massenweise verzweifelte, vertriebene, fanatisierte schwer bewaffnete Menschen eingesickert sind. Gaddafi galt nämlich als Schwarzafrikanern gegenüber brüderlich eingestellt und hatte viele Gastarbeiter aus Mali und anderen Ländern südlich der Sahara eingeladen. Nach den NATO-Bombardements und Aufhebung des Schutzes wurden die Meisten von den schwarzafrikanisch Aussehenden von den vielfach offenbar rassistischen NATO-AlQuaida-Rebellen verfolgt und ermordet oder vertrieben und mit ihnen auch noch Viele der dunkelhäutigen eingestammten Bürger Süd-Libyens, auch unter dem Vorwand alter ethnischer Konflikte. Mit ihnen kamen zahlreiche Kriegswaffen aus Beständen der libyschen Armee, „alQaida“-saudi-wahhabitische-fanatische Ideologie und Waffen, die den Rebellen von der NATO-arabischen Allianz zugeschoben worden waren, in den Norden von Mali, und diese Mischung aus Verzweiflung, Armut, Arbeitslosigkeit, Fanatismus und Kriegsbewaffnung hat die Eroberung Nord-Malis durch fanatische „AlQaida“-artige Rebellen erst ermöglicht und geradezu herbeigeführt.

    Der Krieg gegen Libyen wurde von „Frankreich“ und „England“ angefangen, und genau jene sind jetzt auch wieder in Mali aktiv – aus schlechtem Gewissen zur Schadensbegrenzung? Ich weiß es nicht.

    Frankreich hält im „frankophonen“ Teil Westafrikas, seinen ehemaligen Kolonialländern, noch immer die Kontrolle über den Währungs- und Handelsraum, wo großteils in Franc abgerechnet wird und woran „Frankreich“ riesige Summen verdient. Denn diese Länder mögen arm sein, doch viele arme Menschen machen dennoch Umsatz.

    Und Zinsen.

    So sind es auch nicht „nur“ die Rohstoffe, die in Afrika begehrt sind und für deren billigen Export Afrika nötigbar arm gehalten werden soll, sondern ebenso die Absatzmärkte. Besser gesagt Rück-Absatzmärkte, denn erst sollen ihnen zur Schulden-Dienst-Tilgung und zur Aufrechterhaltung minimalster Infrastruktur die Rohstoffe, die die Industrie- und Schwellenländer dringendst brauchen, billigst abgepresst werden, und dann die wertgesteigerten weiterverarbeiteten Industrieprodukte teurer zurückverkauft werden. Das war schon zu Kolonialzeiten so – und stand damals offen in den Lehrbüchern für Kolonialbeamte – und ist heute noch genauso. Deshalb haben diese armen Länder auch ’nie‘ eine positive Handelsbilanz oder Schuldenabbau und eine Industrialisierung derselben ist deshalb auch gar nicht erwünscht. Von daher ist auch „Entwicklungsland“ und der Alibi-Tropfen „Entwicklungshilfe“ i.d.R. Heuchelei.
    (Das kann man auch im Ost-Kongo klar sehen, wo Schätzungen zufolge bisher etwa sechs Millionen Menschen für’s Coltan für Billig-Händies u.ä. ermordet worden sind bzw. deren Tod in Kauf genommen wurde, unter der Aufsicht, Führung und indirekten Finanzierung der westlichen Wertegemeinschaft in Kollaboration mit den Schwellenländern und diversen „Regimes“ weltweit – da kräht keiner nach Menschenrechten und humanitärem Eingreifen und alle beteiligen sich einhellig an der Ausbeutung)

    Das die Ausbeutung vorgesehen und den etablierten Politikern bekannt ist und in Kauf genommen wird, auch mit all den Toten und Zerstörungen in ihrer Folge, zeigte mir auch folgender Ausschnitt einer Rede Angela Merkels anlässlich einer „Rohstoffpartnerschaft“ mit der Mongolei, bei der Angela Merkel die gemäßigtere Ausbeutung durch die deutsche Industrie folgendermaßen bewarb: „Es geht ja im Hinblick auf viele Länder nicht nur darum, dass wir einen Rohstoffzugang haben, sondern auch darum, dass wir fair sind und diesen Ländern erste Verarbeitungsschritte der Rohstoffe zugestehen. Es geht außerdem um die Umsetzung von Umwelt- und Sozialstandards bei der Rohstoffgewinnung.“
    Deutschland gestünde also Entwicklungsländern immerhin rudimentäre erste Verarbeitungsschritte und somit minimale Industrie und Wertsteigerung zu und sei damit ein vorzüglicherer Partner als die meisten anderen Länder, die noch nicht mal das zugeständen.

    Im solchermaßen geförderten Kima kann natürlich Korruption, Vetternwirtschaft usw. besonders stark gedeihen, besonders unter dem schlechten, von den Kolonialmächten zur Heranbildung höriger „Eliten“ in den ehemaligen Kolonieländern eingeleiteten und weitgehend unreflektiert übernommenen Bildungssystemen – Politische „Eliten“, die den „Westen“ und die „Weißen“ als inhärent überlegen zu betrachten suggestiert bekommen und ihre eigene Herkunft und das „einfache Volk“ i.d.R. insgeheim, bewußt oder unbewußt verachten (falls Sie es nicht glauben: mir wurde von „schwarzafrikanischen“ Lehrern immer wieder gesagt, wie hoffnungslos abhängig und unterlegen die Schwarzafrikaner doch seien; Ghana’s Präsident äußerte sich kürzlich misstrauisch über die „Chinesen“, am „Westen“ äußerte er jedoch keine Kritik)— und Korruption, Vetternwirtschaft, Stammesmißgunst usw. machen Ausbeutung und die Herbeiführung von Konflikten wederum besonders leicht.

    Somit hoffe ich, dass sich die seperationistischen kriegerischen Konflikte nicht weiter ausdehnen und die Menschen zur Einsicht und Erkenntnis über die Hintergründe kommen, denn hier in Ghana sind meine Familie und ich nicht allzuweit davon entfernt.

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  2. Zunächst einmal eine kurze Antwort:

    Ich stimme in vielem mit deiner Analyse überein, almabu. Ich denke auch, dass die Gesamtstrategie des „Kriegs gegen den Terror“ ebenso wie deren Implementierung vor allem durch die Amerikaner, aber teilweise auch durch die Europäer, kontraproduktiv und kurzsichtig und zynisch war (und ist).

    Ich messe aber weder die nationale noch die internationale Politik an Idealen. Ich begnüge mich mit dem menschlich Möglichen in dieser Welt, also damit, die Fehler zu vermindern, die Schäden zu begrenzen, die Feindseligkeiten zu mildern. Drum fällt mein Urteil nicht so ätzend aus.

    Zum Beispiel frage ich mich, was soll Frankreich bzw. Deutschland HIER UND JETZT tun. Egal, was früher war. Ich sehe für das HIER UND JETZT die Interessen, die ich im Kommentarfeld unter dem früheren Artikel aufgelistet habe.

    Will ich, dass die Dschihadisten Mopti erobern? Das Gebiet der (animistischen) Dogon? Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Leute dort das als Albtraum erleben würden. Dass die Religionsfanatiker schlimm wüten würden in diesen Gegenden. Dass Hundertausende fliehen würden …

    Den Vormarsch hat Frankreich also erst einmal stoppen können. Gut, sag ich dazu. Chapeau, Hollande!

    Ich finde es auch richtig, dass wir Deutsche uns hier nicht raushalten. WENN es richtig ist, dass Frankreich in Mali tut, was es tut, dann ist es auch richtig, dass wir Frankreich dabei helfen.

    Zu den Bodenschätzen etc: Ist etwas Negatives daran, dass zum Beispiel Frankreich ein Interesse am Zugang zu gewissen Bodenschätzen hat und diesen nicht verlieren will? – In welcher Welt leben wir denn?!

    Wenn solche Interessen Frankreichs dazu führen, dass man die Menschen in Mopti und die Dogon vor den Dschihadisten schützt, dann sag ich: Gottseidank gibt es diese materiellen Interessen auch!

    Ich habe eine ganze Liste von Interessen aufgestellt – und ich meine, diese Interessen stützen sich gegenseitig. Es ist dieses Netz von Interessen, das Hollandes Entscheidung tragfähig macht.

    Natürlich wird man sich gut überlegen müssen, wie man den Krieg weiter führt. Ich bin da kein Fachmann. Die Erfahrung zeigt, dass man da viel falsch machen kann …

    Rekolonialisierung: Die wird wohl am Ende vor allem von China aus betrieben werden, der Zukunftsmacht in Afrika. Aber noch ist es nicht so weit. Die Rekolonialisierung geht im Moment weniger von den Regierungen aus als von den großen Konzernen, die sich die Ressourcen aneignen und sie verwerten.

    Frankreich wird kaum nach der alten Rolle streben. Die ist zu teuer. Zu aufwändig. Die notdürftige Absicherung der Interessen der großen, in Afrika tätiger bzw. investierender Unternehmen, so würde ich es nennen. Das ist sozuagen der übliche Imperialismus, keine neue kolonialistische Rolle.

    Aber am Ende kann das schon zu einer Rekolonialisierung führen. So, wie wir im Westen allmählich zu einer Plutokratie und über diese zu einer Refeudalisierung kommen.

    Solche Überlegungen führen bei mir allerdings nicht dazu, dass ich den Dschihadisten freie Bahn geben möchte. Das sind nicht einfach bloß Nomaden, die angesichts des Wachsens der Sahara Land zu gewinnen suchen.Das sind Dschihadisten, deren Herrschaft schlimmer ist als das, was jetzt natürlich auch nicht gut läuft.

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    • Alexander Illi sagt:

      Solche Chapeau-Hollande-Logik des hic et nunc erinnert mich herunterdimensioniert auf nachvollziehbarere Alltagsgeschehen in etwa an folgendes Szenario:

      Gestern habe ich das Haus meines etwas „sozial schwachen“ Nachbarn angezündet. Jetzt glaubt dieser Idiot doch, es wären andere Nachbarn die Brandstifter gewesen – meine Grill-Kumpels! Und er zieht gerade zu ihrem Haus, um sich zu rächen. Da muß ich flugs eine Bombe auf dem Weg legen, um ihn aufzuhalten, sonst kommt alles raus, weil mein Kumpel vor Schiss alles ausplaudern wird, zu dem ich von meinem Plan geprahlt habe. Auch, wenn’s vielleicht diese Hochzeitsgesellschaft erwischt, die sich da auf dem Weg aufhält und seine ganze Familie mit drauf geht. Aber das sind ja eh Mulatten oder oder so, dann ist das ja nicht so wichtig. Bei meinem Nachbarn rechts, der mit der Villa, der gute Kontakte zur Polizei und zum Bürgermeister und zur Mafia hat, Alarmanlage, Kameras, Wachhund und alles Pie-pa-po würde ich mich das nicht trauen, aber in diesem Zigeunerbezirk sind die Bullen da nicht so pingelig, die hängen da eh mit drin in der Schutzgelderpressung letztens usw. usf..

      Ja, Chapeau, Hollande, ganz groß…

      (Wo war die Hier&Jetzt-Logik bei Tawergha und Bani Walid?
      Sterben nicht „Jetzt“ irgendwo „hier“ im Kongo tausende Kinder für „Frankreichs“ Enfants‘ Handies?)

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  3. alex Illi sagt:

    Rekolonialisierung wird’s nicht geben: zu heiß, zu viele Krankheiten – hier traun sich die werten Gerne-Groß-Post-Kolonialisten nur vollklimatisiert mit super-Zusatz-Gagen hin.

    Selbst die genügsameren Chinesen sind hier nicht auf Dauer in personam in situ.

    Bei exponentiellem Wachstumsdruck auf die Realwirtschaft aus der Finanzwirtschaftsfehlfunktion des Zinseszins-Schuldsystems wird es auch mit der Ausbeutung nicht mehr allzulange so weitergehen. Da diese schon in den Ex-Kolonialländern in der davon angemästeten Mittelschicht angekommen ist, und diese Mittelschicht bis hin zu Multimillionären demnächst auf „Dritt-Welt“-Nivaeu ausgesaugt zu werden droht, werden sich die Ex-Kolonialmächte schleunigst bald auf’s Kernland eindampfen und den Schlamassel unter sich ausmachen.

    Was könnte Grand Frankreich da tun?
    Wie wär’s mit Pflugscharen statt feigem Bombem? Mal wirklich guten Willen, „Egalite, Fraternite, Liberte“ beweisen, auch mit den Kollateral-Bevölkerungen irgendwo in Mali, in den Ländern, an denen man sich aufgewirtschaftet und sie dafür in den Schlamm getreten hat.

    Wie wär’s mal mit der Wahrheit? – JA, es ist viel heimtückisch falsch gemacht worden, doch wir klären nun Alle darüber auf, damit kein Anlass mehr zu falscher rassistischer Arroganz bestehen kann. Wir, die bewußt dafür Mit-Haupt-Verantwortlichen, bereuen das und sind Willens, unzukehren und bitten um Amnestie. Wir werden uns persönlich um Versöhnung bemühen und sind bereit, dafür selbst Opfer zu bringen und zu Euch zu kommen, auch wenn wir das Risiko zu sterben dafür auf uns nehmen, denn unser Verhalten hat Milliarden Menschen ermordet.
    Wir glauben nunmehr, dass es eine andere Welt der wahren Fraternite mit allen Menschen geben kann, und sind bereit dafür all unseren zusammengerafften und zusammengetricksten und-geplünderten Reichtum herzugeben, denn wir glauben an das Potential in allen Menschen und allen Lebewesen zu wahrer Weisheit und Frieden und sogar Liebe, wenn es auch anfangs eine zarte Pflanze ist, ein flackerndes Lichtlein, dass mit Hingabe und Mitgefühl und Barmherzigkeit usw. gepflegt und geschützt werden muß. Wir bitten alle Menschen um ihre Hilfe für uns dabei und um Vergebung. Wir möchten Euch beweisen, dass wir es nun anders, ganz anders, und ehrlich meinen und werden sofort damit beginnen. Zunächst legen wir alle geheim gehaltenen Unterlagen offen, damit alles ans Licht kommt, was wir vor den Augen der Öffentlichkeit zu gestehen gewagt hatten. Mit den von uns gehorteten Mitteln können wir die Armut und Unterernährung weltweit in zwei Jahren weitgehend beenden. Wir können den bisher ausgebeuteten Völkern oder Gesellschaftsgruppen mit den uns zur Verfügung stehenden technisch-wissenschaftlich-sozialen Methoden im Laufe maximal zweier Generationen zu wahrer Egalite im Sinne gleicher Wertigkeit, gleichem Zugang zu Informationen, gleichen Chancen und Heilung aller epigenetischen Wunden ehemaliger Unterdrückung und folgender Hunger- und Krankeitsepidemien verhelfen. Alle solche epigenetischen Spätfolgen sind relativ rasch heilbar, ebenso alle gesellschaflichen Verwerfungen und Ausgrenzungen, wenn wir nur mit unseren Medienmitteln, die bisher Krieg, Entzweiung und Selbstsucht propagiert hatten, fortan über Vergebung, Erbauendes, Schönes und Wahres aufklären. Es gibt keine Benachteiligungen, die so nicht schnell behoben werden könnten, so dass wir aus einer Geschichte des Elends und der Niedertracht und scheinbarer Ausweglosigkeit lernen und herauskommen können in eine Zukunft voller neuer Möglichkeiten des liebevollen Miteinanders bei vollkommener Freiheit und Achtung des Individuums – Lieberte, Egalite, Fraternite – Eternite…

    Merci

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  4. almabu sagt:

    http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/afrika/mali-radikalislamische-gruppe-bricht-offenbar-auseinander-12036982.html

    Die FAZ meldet heute, dass die französische Armee sehr überrascht und besorgt sei, dass die malische Armee bei ihren kampflosen Einmärschen in vormals von den „bösen Islamisten“ besetzte Orte wahllos Verdächtige hinrichtet und die Körper anschliessend notdürftig verbrennt.

    Da sind die sie begleitenden Franzosen mitschuldig, denn ohne ihre Begleitung hätte sich die malische Armee überhaupt nicht getraut da einzumarschieren.

    Das ist genau die Art von Krieg, die ich befürchtete! Hier weiss keiner wer „die Guten“ und wer „die Bösen“ sind, es sei denn, sein betoniertes Weltbild erlaubt sowieso keine Differenzierung?

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