USA: CIA-Chef David Petraeus, ein Schwanzgesteuerter Schreibtischtäter?

Schon als erfolgreicher General galt er als unorthodox, als Politiker unter den Militärs. Militärischer Erfolg bedeutet für gewöhnlich eine breite Blutspur seiner Gegner.

Nachdem er seinen Scheinerfolg im Irak in Afghanistan nicht wiederholen konnte und als Verteidigungsminister offenbar nicht in Frage kam, durfte er nach dem Wechsel des CIA-Director Leon Panettas ins Verteidigungsministerium wenigstens dessen Nachfolger bei der CIA werden. Was für ein Durcheinander! Amerikas Feinde hatten keinen Durchblick mehr, ob sie nun von den Drohnen des Militärs oder denen der konkurrierenden CIA ermordet wurden. Im Endeffekt war es egal…

Es war sehr, sehr ruhig um den Wunderknaben Petraeus geworden, bis, ja… bis in Benghazi eine „US-Mission“, was immer dies im diplomatischen Corps bedeuten mag, von einem wohlkoordinierten, schwerbewaffneten Pöbel gestürmt wurde und der Botschafter der USA und zwei seiner Verteidiger in einem nächtelangen Gefecht getötet wurden.

Die Website des US-State Departments kennt Botschaften (Tripolis) und Konsulate (keine) auf der ganzen Welt, aber keine Missions? War das in Benghazi einfach nur eine CIA-Filiale, die enttarnt worden war?

Ein CIA-Stützpunkt soll sich in etwa einem Kilometer Entfernung befunden haben, aber die Spione kamen nicht so recht in die Gänge, als sie gebraucht wurden, oder sie waren zu zaghaft, zu ängstlich…

Um den wahlkämpfenden Obama aus der Schusslinie zu nehmen, hatte zunächst das State-Department, also Hillary Rodham Clinton, die Verantwortung für die vermasselte Scheisse von Benghazi übernommen. Sie wollte sowieso aufhören…

Aber fest steht, die Agency hatte sich nicht mit Lob bekleckert in Lybien!
David Petraeus zog es offenbar vor, als Macho wegen einer außerehelichen Affäre, weinerlich seinen Rücktritt zu erklären. Ob es die Sekretärin war, oder eine russische, chinesische oder gar israelische Mata Hari, die auf ihn angesetzt war, das wurde bisher nicht bekannt.

SLATE nennt die Autorin einer Petraeus-Biographie, die den General und sein berufliches und persönliches Umfeld über ein Jahr lang, darunter auch in Afghanistan*, begleitet hatte, als „corpus delicti“ dieses Seitensprunges:
http://www.slate.com/blogs/the_slatest/2012/11/09/petraeus_resigns_over_affair_with_biographer.html

Obama kam die ganze Sache wohl sehr gelegen, er nahm Petraeus Rücktrittsgesuch einfach an, Schluss aus!

Danach stehen neben Leon Panetta und Hillary Rodham Clinton in Obamas zweiter Amtszeit nun wohl noch weitere Köpfe auf Abruf?

http://www.nytimes.com/2012/11/10/us/citing-affair-petraeus-resigns-as-cia-director.html?emc=na&_r=0

http://topics.nytimes.com/top/reference/timestopics/people/p/david_h_petraeus/index.html?inline=nyt-per

*(Beim Wort genommem: Da bekommt der Begriff „embedded journalism“ seine eigentliche Bedeutung!)

NACHTRAG, 10.11.2012: Das FBI war (laut NYT) Petraeus wegen privatem email-Verkehr auf die Spur gekommen. Dabei ging es zunächst offenbar um zwei Frauen, bis General  Petraeus eher zufällig ins Visier der Fahnder geraten sei. Streit zweier Frauen um den Rockstar? Am Dienstag war der Wahltag in den USA. Am Dienstag Nachmittag gegen 17 Uhr wurden die Petraeus-Frauen erstmals mit seinem Vorgesetzten diskutiert. Dieser legte ihm wohl den Rücktritt nahe! Am Mittwoch wurde der neue, alte Präsident Obama informiert und der General nach „einmal drüber schlafen“ vom Präsidenten als CIA-Chef entlassen. Pardon, sein Rücktrittsgesuch wurde akzeptiert. Petraeus galt als Freund der Reps. Nach Romneys Niederlage war er offenbar recht entbehrlich. Seinen Ruf als Wunderknabe aus dem Irak-Krieg hatte er schon in Afghanistan verloren. Das CIA-Benghazi-Debakel sollte ihn in der kommenden Woche vor Anhörungend der Politik stellen. Das ist nun hinfällig!

3 Responses to USA: CIA-Chef David Petraeus, ein Schwanzgesteuerter Schreibtischtäter?

  1. Sepp Aigner sagt:

    Um was für eine Sorte Seitensprung es sich handelte, erklärt MeinParteibuch sehr plausibel: http://nocheinparteibuch.wordpress.com/2012/11/10/zionistische-november-uberraschung-blosgestellt/

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  2. almabu sagt:

    Generäle wurden schließlich als „Eroberer“ ausgebildet, oder?
    Wenn der querbeet durch die US-Politik hochgelobte Wunderknabe tatsächlich einem „Zickenkrieg“ zum Opfer fiel, dann entbehrt dies nicht einer gewissen Komik und wirft die Frage auf WER hier WEN erobert hat: „Lass deine Dreckspfoten von meinem 4-Sterne-General-CIA-Chef!“

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  3. almabu sagt:

    Der Nächste, bitte! Allen, ein 58-jähriger Vier-Sterne-Marine-General, kommunizierte demnach in den Jahren 2010 bis 2012* bis zu 30.000 Seiten, hauptsächlich E-Mails, mit Jill Kelley, „einer langjährigen Freundin“ der Familie Petraeus. Den Posten in Afghanistan als Nachfolger von Petraeus bekleidet Allen seit Juli 2011. Das Pentagon werte die E-Mails noch aus und könne deshalb noch nicht sagen, welcher Natur die Beziehung zwischen Allen und Kelley sei.

    Kelley ist die Auslöserin der Petraeus-Affäre. Sie war eine Freundin der Familie des CIA-Chefs und soll Droh-E-Mails von dessen Ex-Geliebter Broadwell erhalten haben. Das FBI hatte den Skandal aufgedeckt, nachdem sich Kelley scheinheilig(?) an die G-Men gewandt hatte. Medien berichten, dass Broadwell in Kelley, eine Nebenbuhlerin gesehen habe. In den E-Mails soll sie Kelley aufgefordert haben, Petraeus in Ruhe zu lassen.

    Laut Leon Panetta soll Allen während der Untersuchung seinen Posten in Afghanistan behalten. Zivilrechtlich liegt wohl kein Vergehen vor, weshalb das FBI an das Pentagon abgab, laut „Washington Post“ soll Ehebruch nach dem US-Militär Kodex jedoch ein Verbrechen sein!

    Allen sei einer der wichtigsten Vertreter der US-Streitkräfte und soll Kommandeur der amerikanischen Truppen in Europa werden – allerdings wurde diese Berufung vorerst ausgesetzt. Er gelte als intellektuell und aufrecht. Er machte sich im Irak als Mörder verdient und gewann das Vertrauen von Präsident Obama.

    Hey, die Vier-Sterne-Jungs der Army, haben zahlreiche heisse Schnittchen- bzw. Flittchenstellen installiert, zur individuellen Betreuung. Jetzt geht das Gemetzel los: Kippst Du meinen General, dann kippe ich deinen General!

    *(wenn wir diesen Zeitraum mal großzügig mit 1.000 Tagen gleichsetzen, dann hat der Gute seiner Betreuerin ja wohl täglich dreissig Seiten emails geschickt? Kein Wunder, dass die Amis alle Kriege verlieren;-)

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