Barroso zu Schotten und Katalanen: Wer in die EU will, muss zuerst die Hosen runterlassen!

Die Financial Times hat zweimal in kurzer Zeit die katalanische Unabhängigkeit thematisiert und dabei durchaus Sympathie erkennen lassen.

Vielleicht, weil auf der Insel alles als positiv betrachtet wird, was die EU auf dem Kontinent schwächt?

Dabei steht Großbritannien vor einem ganz ähnlichen Problem, dem geplanten Referendum der Schotten über ihre Unabhängigkeit, nämlich.

José Manuel Barroso, Präsident der EU-Kommission, dämpfte die Ansicht des abtrünnigen Schotten  Alex Salmond, dass Schottland automatisch in der EU verbleiben könnte. Barroso sagte, dass neue Staaten die Mitgliedschaft in der EU selbst beantragen und das entsprechende Verfahren durchlaufen müssten.

Mittlerweile hat ein Sprecher in Brüssel eine ähnliche Erklärung  bezüglich eines von Spanien abtrünnigen Kataloniens abgegeben. Die Mitgliedschaft in der Eu und im Euro müsse vom neuen Staat komplett neu beantragt werden!

In einem BBC-Interview sagte Barroso, dass er nicht über Schottlands Zukunft im Vereinigten Königreich diskutieren wolle, das sei nicht sein Job. Aber er könne sagen, dass es zum Eintritt in die EU ein Verfahren gäbe. Es sei ein Verfahren internationalen Rechtes.

Ein Staat müsse zuerst einmal eine Demokratie sein, und dieser Staat müsse die Mitgliedschaft formell beantragen, die entsprechenden Bedingungen erfüllen und all die anderen Mitgliedstaaten müssen ihre Zustimmung geben.

Damit setzt er den Schotten Alex Salmond, aber auch den Katalanen Artur Mas erheblich unter Druck, die ihren Bevölkerungen die weitere Mitgliedschaft in der EU und, was Katalonien betrifft auch im Euro, als quasi garantiert verkaufen wollen.

Am 11. September, dem Tag der 1,5 Mio Massen-Demo in Barcelona, hatte Olivier Bailly, ein Sprecher der EU-Kommission, erneut betont, dass ein unabhängiger Staat Schottland erneut die Mitgliedschaft beantragen und das entsprechende Procedere durchlaufen müsse. Der empörten Reaktion aus Barcelona bewusst, nannte er dies ein hypothetisches Szenario. Es sei nicht die Aufgabe der EU-Kommission über interne Angelegenheiten von Mitgliedstaaten zu spekulieren.

Andere Experten glauben jedoch an ein irgendwie vereinfachtes Beitritts-Verfahren, da die EU als ein auf Expansion angelegter Staatenbund, selbst ein großes Interesse daran haben müsse, diese neuen Staaten zu integrieren.

An einem Punkt kommen aber alle nicht vorbei: Einer Aufnahme von Katalonien oder Schottland müsste einstimmig zugestimmt werden. Sowohl die Briten als auch die Spanier müssten dazu über ihren Schatten springen um die Abtrünnigen in den Club aufzunehmen…

http://www.guardian.co.uk/politics/2012/sep/12/barroso-doubt-scotland-eu-membership?INTCMP=ILCNETTXT3487

One Response to Barroso zu Schotten und Katalanen: Wer in die EU will, muss zuerst die Hosen runterlassen!

  1. almabu sagt:

    Der ewige Jordi Pujol i Soley, der Meister Yoda des Katalanismus, ist wieder zur Vernunft gekommen! Er ist wieder auf die Linie seines politischen Lebens eingeschwenkt, die da lautete so viel Katalonien wie möglich, INNERHALB des spanischen Staates.
    Nach der 1,5 Mio-Katalanen-Demo- vom 11. September in Barcelona waren bei ihm die Sicherungen kurzfristig durchgebrannt und ist der Gaul mit ihm durchgegangen. Er forderte die Unabhängigkeit, was mich angesichts seines sehr pragmatischen politischen Lebens doch etwas überraschte…
    http://ccaa.elpais.com/ccaa/2012/09/20/valencia/1348163331_288271.html

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