LIBOR-Skandal: Wie London die Finanzwelt kolonialisiert!

Vergesst Bernie Madoff und Ken Lay von ENRON! Sie waren Amateure der Finanzkriminalität. Das schreibt Robert Scheer in seiner Kolumne in www. truthdig.com. Der gegenwärtige LIBOR-Skandal, über die von einigen Großbanken der Londoner City manipulierten Referenzzinsen, zeige wie die wirklich großen Jungen das Spiel spielten.

Es zeigt nebenbei, wie leicht und beinahe spur- und geräuschlos die Britische Regierung, die internationale Finanzwelt zu ihren Gunsten beeinflussen kann. Wo die EU und die EBZ mühsam über Streit, Verhandlungen und Konferenzen versuchen, die europäische Wirtschaft zu steuern, genügt in Whitehall offenbar ein Anruf! Man kennt sich halt und tut sich schon mal den einen oder anderen Gefallen…

Wichtige Kontrollämter werden zum Teil in Personalunion von den zu Kontrollierenden ausgeübt, aber es gilt  „honi soit qui mal y pense!

Sie fühlten sich so sicher und unangreifbar, dass Konspiration und Preisabsprachen durch email-Verkehr reichlich belegt sind.

Trotzdem gelangte Barclays auf wundersame Weise mit dem US-Justizministerium zu einer Vereinbarung, die zwar eine symbolische Strafe beinhaltet aber keinerlei drastische Maßnahmen gegen die Substanz der Bank.

Man wird sich jetzt noch die anderen „üblichen verdächtigen“ Bankster vornehmen, sie mit symbolischen Strafen belegen, ein paar Köpfe austauschen und dann „weiter so!“

Für schwer angeschlagene Wirtschaften, wie die Großbritanniens und zum Teil auch die der USA, sind die „Finanz-Raubfischer“, die regelmäßig ihre Netze in der internationalen Finanzwelt auswerfen und dumme Länder und deren dumme Kleinkapitalisten, Kleinsparer und Rentner abzocken, längst unverzichtbar! Denn das ist nicht nur eine leichte und stetige Einnahmequelle sondern das bedeutet vor allem auch auch politische Macht. Wie anders könnte man sich das asoziale Auftreten dieses Oberklassen-Dummkopfes David Cameron bei internationalen Konferenzen erklären. Man hat die vielen Milliarden an privaten Spargeldern, an Renten und Versicherungsleistungen als ungehobene Ressourcen entdeckt, die es auszubeuten gilt und zwar ohne jede Nachhaltigkeit. Finanzielles Dynamitfischen sozusagen…

Die Finanzindustrie, besonders ihre betrügerische Variante, ist als globales Besteuerungsorgan  die höchste Entwicklungsstufe des Kapitalismus. Jetzt killt er zwangsläufig noch die Reste demokratischer Systeme zugunsten eines neuen Faschismus, wie weltweit ansatzweise zu beobachten ist. Vielleicht riskiert er vorher noch einen großen Krieg? Danach bringt ihn seine systemimmanente Gier dann an sein selbstverschuldetes Ende.

http://www.truthdig.com/report/item/crime_of_the_century_20120706/

9 Responses to LIBOR-Skandal: Wie London die Finanzwelt kolonialisiert!

  1. „…die Britische Regierung..“?

    Das dürfte die Britische Regierung freuen – wenn es so wäre.
    Nur, die tun genau das, was die City will! Die City ist eine Enklave mitten in London, da hat keine Macht der Welt etwas zu sagen. Dort sitzen die richtig, richtig großen Jungs. Denen gehört die Welt, also auch ihre Banken und die Regierungen. Wer meint, dass Regierungen – etwa unsere Tusse hier? – etwas zu sagen haben, sollte vielleicht die Finger von den Schlaftabletten lassen.

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  2. Wie lange wird es noch dauern, bis die Erkenntnis sich politisch umsetzt, dass wir von Finanzvampiren gnadenlos ausgesogen werden – wir, die Unterschicht, die Mittelschicht, die Klein- und Real-Kapitalisten, die Steuerzahler?

    Wie lange wird es noch dauern, bis die Leute anfangen, zum Beispiel Angela Merkel als Leitende Angestellte der Finanzvampire zu sehen?

    Wie viel Verelendung wird dafür nötig sein?

    Und werden die 99 Prozent dann, wenn sie’s endlich geschnallt haben, noch genug Blut in den Adern haben, um sich gegen die Finanzvampire wirkungsvoll wehren zu können?

    Mich beunruhigt die Naivität und Resignation und Apathie der Staatsbürger genauso wie die monströse Struktur, die der Kapitalismus angenommen hat.

    (Aus meiner demokratisch-selbstbewussten Citoyen-Sicht liegt die Verantwortung IMMER beim Volk. 1933-1945 genauso wie heute. Das Volk trägt auch die Folgen.)

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    • almabu sagt:

      Das ist meiner Meinung eine ganz gezielte Abzockerei die da läuft. Vor einigen Jahren las ich über einen Bankster der sinnierte, dass Banken Liquiditätsprobleme hätten während Privatleute zig-Milliarden Erspartes horteten. Da muss doch ranzukommen sein?

      Zuerst die Frage: Wie wird dieses Geld von wem, wo angelegt?
      Dann werden kunstvolle finanztechnische Köder entwickelt, die jeden Hütchenspieler erblassen lassen.
      Dann bekommen diese virtuellen Finanzprodukte ein Topp-Rating verpasst, von garantiert vollkommen total unabhängigen Rating-Agenturen. Dieses Rating ist wie das Grün an der Ampel für die institutionellen Anleger, wie Versicherungen, Rentenversicherungen und Banken. Auch gierige Privatanleger lassen sich so locken. (An dieser Stelle einen Gruss an die Geschädigten der Lehman-Zertifikate!)
      Jetzt verkaufen Banken und Sparkassen und Anlageberater gegen hohe Provisionen das garantiert unschlagbare Topp-Rendite-Produkt.
      Das Geld hat jetzt seinen Besitzer gewechselt.
      Jetzt müssten die neuen Besitzer des Geldes liefern, das heisst ihre Rendite-Versprechen einlösen!
      Das tun sie aber nicht und nicht nur das, nein das ganze Geld ist auf einmal weg, oh je…
      Jetzt müssen plötzlich eine oder mehrere Banken gerettet werden, die aus systemischen Gründen unentbehrlich sind.
      Dazu wird im Allgemeinen der Steuerzahler über den Staat in Regress genommen. Er muss erneut zahlen, damit die Bank das ihm gegenüber beim ersten Mal gegebene Versprechen einhält.
      Der Steuerzahler zahlt also im Prinzip bei seiner Bankenrettung ein zweites Mal an die systemwichtige Bank, damit er mit seinem eigenen Geld vielleicht einen Teil seines ursprünglich investierten Geldes zurück bekommt.
      Wenn er zweimal zahlte und sein Geld dann auch wirklich zurückbekäme, dann hätte sich ja nur seine Rendite halbiert, nicht schön, aber na ja…
      Nun sind aber die Anleger der ersten Runde und deren Retter nur zum Teil identisch. Anlegen kann nur, wer etwas anzulegen hat und wenn dies nur ein Renten- oder Versicherungsversprechen ist, das irgendwann fällig wird und für das Gelder einbezahlt worden sind.
      Die Retter der systemischen Banken sind aber die Gesamtheit der Steuerzahler. Dazu gehören viele die kein Geld, z.B. in „Lehman-Zertifikaten“ angelegt hatten mangels Masse. Sie retten aber ungefragt munter mit! Dafür gehen für diese Menschen zur Belohnung die staatlichen Strukturen und Leistungen vor die Hunde, aber beklagen wir uns nicht, der Staat muss halt Prioritäten setzen…

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  3. almabu sagt:

    Wie es nicht anders zu erwarten war, hat David Camerons Regierung es vorgezogen, im Falle des LIBOR-Betrug-Skandals eine parlamentarische Laber-Runde zur Zerredung der Affäre zu inszenieren, anstatt einen Richter mit einer juristischen Untersuchung zu beauftragen.

    „…A parliamentary inquiry into the affair, as opposed to a judge-led public enquiry advocated by Labour, was agreed on Thursday…“ (Zitat: THE INDEPENDENT)

    http://www.independent.co.uk/news/business/news/exclusive-barclays-insider-lifts-lid-on-banks-toxic-culture-7920809.html

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  4. uhupardo sagt:

    Diese Geschichte ist ja nicht auf England beschränkt. Auch die Deutsche Bank und die Schweizer wissen, wie man solche Instrumente gewinnbringend nutzt. Die „Untersuchungen“ werden vermutlich überall die selben Ergebnisse zeitigen: keine.
    http://de.reuters.com/article/companiesNews/idDEBEE86504920120706

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  5. almabu sagt:

    Geh‘ lieber Elefanten abknallen, mit Deiner deutschen Blondinen, Juanito! Was macht die Hüfte?

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  6. almabu sagt:

    Brüssel ist aufgewacht durch das Rumoren des LIBOR-Betrugs-Skandals in der City of London. Michel Barnier, der EU-Kommissar, der für Finanzgeschäfte zuständig ist, will klare Regeln für die Erstellung von Indices wie dem LIBOR oder dem EURIBOR, vorhandene Schlupflöcher schließen und den Betrug künftig strafbar machen.
    Die Manipulation des Verrechnungszinssatzes sei ein Betrug von systemischer Dimension. Auch in den USA könnten die Dinge ins Rollen geraten:
    Am vergangenen Freitag betrug der EURIBOR-Zins für dreimonatige Gelder in US-Dollar 0,99143 Prozent. Der LIBOR für die gleiche Laufzeit betrug weniger als die Hälfte, nämlich 0,45760 Prozent. Dieser Unterschied um mehr als hundert Prozent ruft in Washington Stirnrunzeln hervor.
    Nun sind an der Ermittlung des EURIBOR-Zinssatzes beinahe doppelt soviel Banken beteiligt wie beim LIBOR und da Europäer, eher kleinere Geldhäuser, als bei diesem. Hier kann sich die Bankenkrise in Europa durchaus ausdrücken, aber der doppelte Zins ist schwer nachvollziehbar!
    http://www.ft.com/intl/cms/s/0/fb4df786-c913-11e1-a768-00144feabdc0.html
    http://www.ft.com/intl/cms/s/0/d2090eea-c7b2-11e1-a850-00144feab49a.html

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