Gefeuert! Der 20 Mio. p.a. US-Amerikaner Bob Diamond fetzt sich mit Barclays und bringt die Bank von England ins Spiel!

Er sagt, ihm sei von Paul Tucker, der Nummer Zwei der Bank von England am 29.Oktober 2008 telefonisch „die Anregung“ gegeben worden, doch nicht immer so hohe Zinsen für die Ermittlung des Libor zu melden, weil man daraus schließen könnte, dass Barclays durch die signalisierte Bereitschaft hohe Zinsen zu zahlen, ein Liquiditätsproblem haben könnte. „Die Anderen“ würden dies auch nicht tun. Er verwies auf Wünsche und Anregungen der britischen Regierung! Hatte Barclays bis dahin immer tendenziell hohe Zinsen gemeldet, so änderte sich dies in Folge des Telefonates ins Gegenteil.

Heute wird Bob Diamond vor einer Parlamentskommission gehört und die „volle Breitseite“ von Barclays gegen die Bank von England, könnte als Warnschuss gewertet werden?

Barclays erklärte der Parlamentskommission nun schriftlich, dass in Folge des Telefonates Bob Diamond seinem zuständigen Untergebenen Jerry del Messier „die Anregung“ der Bank of England als „Anregung“ weitergegeben hätte. Bob Diamond wusch seine Hände in Unschuld: Er glaube nicht, dass er „Anweisungen“ bekommen und weitergegeben habe!

Jetzt hat also der inzwischen ebenfalls zurückgetreten wordene Jerry del Messier den „Schwarzen Peter“ in diesem schändlichen Spiel. Er hielt die „Anregungen“ für „Anweisungen“ und gab sie innerhalb Barclays von oben nach unten bis an die zuständigen Stellen weiter.

Gegenwärtig wird in dieser Libor-Manipulation gegen über zwanzig Banken in Europa, den USA und Japan ermittelt.

Hauptverdächtig seien 16 Banken, konzentriert in zwei Straßen der City of London, deren Insider sich kennen und schnell mal auf ein Bier im Pub an der Ecke zur Absprache, Anregung oder Anweisung treffen können…

http://economia.elpais.com/economia/2012/07/03/actualidad/1341343970_840364.html

2 Responses to Gefeuert! Der 20 Mio. p.a. US-Amerikaner Bob Diamond fetzt sich mit Barclays und bringt die Bank von England ins Spiel!

  1. almabu sagt:

    Rate-Agentur Moody’s senkt das Rating von Barclays, mit der bemerkenswerten Begründung, dass durch den erzwungenen Abgang der Bankster Agius, Diamond und del Missier, Barclays gewinnbringendster Zweig, das Investment-Banking, wegbrechen könnte!

    Dies kann als Druck des Finanzmarktes gegen die Politik verstanden werden, denn heute Nachmittag will das britischeParlament darüber entscheiden, ob in der LIBOR-Affäre durch einen Richter ermittelt, oder ob die Sache durch einen Parlamentsausschuss von begeisterten Barclay-Groupies zu Tode gequatscht werden soll. Die Regierung bevorzugt den langsamen Quasseltod.

    Labour und andere kleinere Oppositionsparteien wünschen den stringent juristisch ermittelnden Richter.

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  2. almabu sagt:

    Die Vertuschung im LIBOR-Skandal läuft bereits auf Hochtouren an:
    Wie wir bereits vermuteten, hat David Camerons Regierung es vorgezogen, im Falle des LIBOR-Betrug-Skandals eine parlamentarische Laber-Runde zur Zerredung der Affäre zu inszenieren, anstatt einen Richter mit einer juristischen Untersuchung zu beauftragen.

    „…A parliamentary inquiry into the affair, as opposed to a judge-led public enquiry advocated by Labour, was agreed on Thursday…“ (Zitat: THE INDEPENDENT)

    http://www.independent.co.uk/news/business/news/exclusive-barclays-insider-lifts-lid-on-banks-toxic-culture-7920809.html

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