​Frankreich: Absolute Mehrheit! Stunde der Wahrheit für François Hollande.

Das Mehrheitswahlrecht mit seinen gewöhnungsbedürftigen Ergebnissen hat wie erwartet für klare Verhältnisse gesorgt in Frankreich.

Die Linksfront hat 10 Sitze, die Grünen haben 17 Sitze, Die Sozialisten haben 314 Sitze, Sarkozys alte Truppe hat es auf 229 Sitze „zerbröselt“, die extreme Rechte hat es auf 3 Sitze „verdampft“ und andere haben noch 2 Sitze errungen, et voilá, das war’s!

Und wie sieht die neue Nationalversammlung aus?

Die Rechte Marion Maréchal le Pen wurde mit 22 Jahren zur jüngsten Abgeordneten nicht nur dieser Nationalversammlung, sondern der gesamten 5. Republik. Sie, und nicht wie erwartet ihre Tante Marine Le Pen, wird einen der drei Sitze der FM „für die Familie“ besetzen.

Francois  Scellier, UMP wurde mit 76 Jahren der älteste Abgeordnete. Er wird als Alterspräsident die erste Sitzung der 14. Legislaturperiode eröffnen und bis zur Wahl eines neuen Vorsitzenden leiten.

Der Nationalversammlung werden 45 Prozent mehr Frauen angehören. Das sind mit nun 155 Frauen zwar stolze 48 Frauen mehr als im Jahre 2007, trotzdem wird auch diesmal nur jeder vierte Sitz (26,85%) von einer Frau besetzt, was Frankreich in diesem Punkt auf die 34. Position der Weltrangsliste parlamentarischer Gleichberechtigung hievt, gleich nach Afghanistan! Im Jahr 2007 lag Frankreich noch an 69. Stelle! Bei den Sozialisten nehmen sie 106 von 280 Sitze oder 38 Prozent ein. Bei der UMP stellen sie nur 27 von 229 Abgeordneten, das sind gerade mal 12%! Bei den Grünen stellen Frauen 9 von 17 Mandatsträger/innen. Zwölf weitere verteilen sich auf die kleinen linken und rechten Parteien.

40% der gewählten Abgeordneten sind Neulinge im Parlament. 60%  wurden wiedergewählt. Damit ist wohl eine gute Balance zwischen frischem Wind und Erfahrung gewährleistet?

http://elections.lefigaro.fr/presidentielle-2012/2012/06/18/01039-20120618ARTFIG00583-premiere-radiographie-de-la-nouvelle-assemblee.php

8 Responses to ​Frankreich: Absolute Mehrheit! Stunde der Wahrheit für François Hollande.

  1. uhupardo sagt:

    Da wurde also jetzt der Vorteil der absoluten Mehrheit durch den vermehrten Einsatz von Frauen ausgeglichen? Das nenne ich mal fairen Wettbewerb!

    Merkel darf sich warm anziehen. Hollande muss nicht mehr viele Rücksichten nehmen nach diesem Ergebnis.

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    • almabu sagt:

      Geht Dir da gerade der alte Macho durch? Die Frauen, die da in die Nationalversammlung einrückten mussten nicht nur aufgestellt, sondern vor allem auch gewählt werden! Jedenfalls stellen die Sozialisten über zwei Drittel aller Frauen im Parlament! Dann kommen die Grünen und die UMP blamiert sich mit rund 12% weiblicher Abgeordneter. Bei den Splitterparteien wie der FN mit nur drei Abgeordneten stellt die eine Frau gleich ein Drittel dar. Von diesen Relationen können UMP-Frauen nur träumen…

      PS: Hollande hat keine Ausrede mehr. Er muss jetzt liefern!

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  2. uhupardo sagt:

    Ist ja schon gut. :-) Sehr erfreuliche Entwicklung jedenfalls.

    Hier hatte ich allerdings als Allererstes einen geftigen Society-Kommentar zur Affaire Trierweiler/Ségolène Royal erwartet. Kommt der noch?

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    • almabu sagt:

      Keine Ahnung! Ich kenne den letzten Stand nicht in der Twitter-Affäre der beiden Hollande-Bräute. Persönlich tut mir Royal leid. Wie es scheint, hat sie in dieser Sache die Popo-Karte gezogen?

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      • uhupardo sagt:

        Verbittert wie nix war sie gestern am Mikrophon, sprach von „orchestrierter Schmutzkampagne“ oder so ähnlich. Zickenkrieg der allerschlimmsten Sorte. Wäre ich Hollande, dürfte sich die Lebensabschnittspartnerin jetzt sehr böse Dinge anhören!

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        • almabu sagt:

          Nun, man hat sie „ins offene Messer laufen“ lassen! Kein Wunder, dass sie verbittert ist. Wirft auch kein gutes Licht auf die Wahlkampf-Regie der PS, denn es war genug Zeit eine Lösung zu finden. Ich habe mich gewundert, dass sie sich das angetan hat und ihre Kandidatur nicht zurück zog? Der allgemeine Tenor ist, dass die Affäre Hollande schadet…

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  3. uhupardo sagt:

    Das schadet ihm zurecht! Die Zeiten sind vorbei, dass man „seine Frau im Griff haben“ muss, aber in diesem speziellen Fall denkt sie entweder selbst nach – was ganz offensichtlich unterblieben ist – oder Hollande muss sie rechtzeitig ausbremsen. Wenn er das verpasst, muss er sie sogar öffentlich kritisieren.

    Wenn alles das nicht klappt, sollte es ihm ruhig schaden. Das ist verdient.

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