Der Euro ist so gut, Europa sollte zwei davon haben!

(Robert Hockett is a professor of financial and monetary law at Cornell Law School and a fellow at the Century Foundation. The opinions expressed are his own.)

Hockett stellt fest, dass es eigentlich zwei Wirtschaften in Europa gäbe, eine nördliche „Hanseatische“ und eine südliche „Mediterrane“ und es demzufolge auch für eine begrenzte Übergangszeit zwei Euro-Währungen, möglichst unter einer Leitung geben sollte!

Das hanseatische Europa sei durch Industrie, Handel und Exporte geprägt, seine Währung sei unterbewertet, seine Exporte in den Süden seien folglich unnatürlich billig, ebenso wie die Kredite die es dem Süden ermöglichten, die Waren des Nordens zu kaufen.

Die mediterrane Wirtschaft des Südens sei mehr landwirtschaftlich geprägt und ruhe auf Krediten, auf Schulden zum Kauf der Produkte des Nordens.

Ähnliches habe es zu Beginn des frühen 20. Jahrhunderts in den Vereinigten Staaten gegeben.
Deshalb könne eine Lösung des aktuellen Euro-Problems in der damaligen Erfahrung liegen?

Erstens: Die USA hatten damals keine wirkliche Gemeinschaftswährung.

Zweitens: Als sie mit der FED 1913 eine solche schufen, blieb eine beträchtliche regionale Autonomie in Kredit- und Geldpolitik durch regionale FED Banken erhalten, die unter gemeinsamer Aufsicht auf unterschiedliche regionale Marktbedingungen eingehen konnten.

Drittens: Die USA akzeptierten einen ständigen Geldtransfer in die Südstaaten. So erhielten die Bewohner von Mississippi bis heute für jeden Steuerdollar den sie nach Washington zahlten viel mehr als einen Dollar zurück!

Was ist nun die Analogie zum Europa des 21. Jahrhunderts?

Nehmen wir die drei Punkte in umgekehrter Reihenfolge:

Erstens: Die Nord- und Mitteleuropäer müssen einen ständigen „verlorenen“ Geldtransfer in den Süden akzeptieren und nicht einfach Geld verleihen, wenn sie einen gemeinsamen Markt wollen. Eines Tages könnte das Geld in umgekehrter Richtung fließen, aber es müssen Subventionen und nicht einfach nur Kredite sein. Auf die Einheit kommt es an.

Zweitens: Die EZB muss zumindest in Form einer „Hanseatischen“ Nord-EZB und einer „mediterranen“ Süd-EZB auf die unterschiedlichen Bedingungen und Bedürfnisse differenziert eingehen, aber beide sollten unter einer gemeinsamen Oberaufsicht stehen um zwei eng verwandte, aber teilweise verschiedene Währungen zu steuern.

Sie sollten eine durchaus unterschiedliche Geld- und Kreditpolitik verfolgen und zumindest zum Teil von lokalen Geld- und Finanzexperten geleitet werden, denen ihre Märkte vertraut sind.

Gemeinsam legen sie den Inter-Euro-Wechselkurs fest, dabei den Handelsbilanzüberschuss des Nordens und die Verschuldung des Südens berücksichtigend. Das würde direkt die Ungleichgewichte nivellieren, die den wesentlichen Teil der heutigen Probleme ausmachen. Das „Leben auf Pump“ würde dadurch ebenso erschwert, wie das Exportieren zu Dumpingkonditionen.

Die beiden Währungen sollten Namen tragen, die ihre nur zeitweilige Trennung ausdrücken und in Erinnerung halten. Sie sollen nur für eine begrenzte Zeit, solang wie eben nötig getrennt sein und zu einem spätern Zeitpunkt wieder eine Einheitswährung bilden.

Der Euro und die EU selbst sind mindestens so sehr ein politisches Projekt wie ein wirtschaftliches und wenn die Europäer dieses für erhaltenswert halten, dann sollten sie eine gewisse Flexibilität bei der Entwicklung dieser wirtschaftlichen Einheit zeigen.

Der Weg dies zu tun, sei eine geteilte EZB unter gemeinsamer Leitung und zwei Euros!

http://www.bloomberg.com/news/2012-06-12/save-europe-s-marriage-with-a-trial-separation.html

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