Spanien will sich partout nicht retten, sondern nur helfen lassen!

Die Entscheidung ist gefallen: Wirtschaftsminister Luis de Guindos musste vor die internationale Presse und um Rettung, äh… Verzeihung, um Hilfe bitten.

Diese wurde von der EU flugs gewährt und man einigte sich auf die runde und generöse Summe von 100 Milliarden Euro.

Das sind die Tatsachen. Über die Bewertung und Einordnung dieser Tatsachen brach sofort der Streit der „Definitoren“ aus:

Die PSOE, die Sozialisten der Ex-Regierung Zapatero, verlangten das Erscheinen Rajoys vor dem Parlament, doch der fährt lieber zur Fußball-EM, Spanien gucken!
Darauf ärgern sie ihn, indem sie die „Hilfe“ eine „Rettung“ für die Banken nannten.

Die CiU in Katalonien nennt das EU-Geschenk eine „Banken-Hilfe, keine Rettung“ und kein Geschenk, denn man (wer genau?) müsse es zurückzahlen!
(Schon klar, Artur Mas! Spaniens Banken (doch wohl hoffentlich?) zahlen die 100 Milliarden übermorgen ganz locker zurück!)

Die Linke ERC in Katalonien verlangt, dass man den Bankern keine Millionengehälter bezahlt, denn sie seien für die Lage der Banken verantwortlich!

Die Linke IU macht die Rajoy- und die Vorgänger-Regierung Zapatero verantwortlich für die Notwendigkeit der Rettung und verlangt den Auftritt Rajoys im Parlament und seine Erklärung der Lage.

Rosa Díez wertet die Banken-Rettung als Spanien-Rettung und beschuldigt Rajoy die Spanier belogen zu haben.

Wolfgang Schäuble, deutscher Finanzminister, betont dass Spanien und nicht die Banken das Geld erhielten. Er begrüsste die spanische Entscheidung um Hilfe zu bitten und betonte, dass Spanien jetzt mit der IMF und der EZB seine Restrukturierung der Banken verhandeln müsse. Spanien sei auf gutem Weg, stellte er fest und wollte, dass das Geld zu entsprechenden Konditionen und Bedingungen durch den ESM ausgezahlt werden sollte.
(Den müssen wir also vor unserem Urlaub auch noch schnell verabschieden!)

Die FAZ stellte fest, die spanische Regierung habe dem Druck der Euro-Staaten sich retten zu lassen, nachgeben müssen…

http://www.lavanguardia.com/economia/20120609/54310227119/ce-confia-rescate-espana-recuperara.html

2 Responses to Spanien will sich partout nicht retten, sondern nur helfen lassen!

  1. almabu sagt:

    Wenn ich Schäuble richtig verstehe, dann gibt es das Geld keineswegs ohne Konditionen und Bedingungen, sondern die müssten jetzt erst mit den verschiedenen Geber-Institutionen verhandelt werden. Dies stünde im Widerspruch zu der Aussage von Luis de Guindos…

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  2. almabu sagt:

    SPON verwirrt zusätzlich:

    Noch aber hat Spanien gar nicht offiziell um Finanzhilfen gebeten.

    Die Euro-Gruppe sei bereit, auf einen Antrag „positiv zu antworten“, hatte Euro-Gruppenchef Jean-Claude Juncker nach der Telefonkonferenz gesagt.

    Spaniens Regierung aber hatte immer darauf hingewiesen, sie werde warten, bis die Beratungsunternehmen Oliver Wyman und Roland Berger ihren Bericht über die Lage der spanischen Banken vorlegen. Als Termin dafür ist der 21. Juni vorgesehen.

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