Wird Frau Merkel zum Totengräber des Euros und der EU?

Man muss sich darüber im Klaren sein, dass am westlichen Ufer des Atlantiks nicht nur der Blickwinkel sondern auch die politische und ökonomische Interessenlage eine andere ist. Trotzdem sind die folgenden Erkenntnisse deshalb nicht von der Hand zu weisen:

Die NEW YORK TIMES spekuliert darüber, dass Spanien zum nächsten Opfer von Merkels Missis-Management der Euro-Krise werden könnte!
Merkels Sparorgie, ihr wenig orginelles Allheilmittel gegen alle Krisensympthome, funktioniere bisher nirgendwo und würde auch in Spanien nicht funktionieren.

Nach ein paar Wochen der Ruhe und riesigen Liquiditätsinjektionen, versinken die Länder tiefer in der Rezession, die Arbeitslosigkeit und die Defizitprognosen steigen an. Die Geldmärkte reagierten besonders nervös auf Spanien und Italien, zwei der größten Volkswirtschaften der Europäischen Union.

Spanien sei bereits gebeutelt von einer Arbeitslosigkeit auf dem Niveau einer Depression. Aber es werde wohl noch schlimmer kommen wenn Ministerpräsident Rajoy das Defizit in zwei Jahresschritten von 8,5 auf 5,3 Prozent zusammenknüppeln wolle, nachdem die EU Ende März sein Gnadengesuch abgeschmettert habe!

Dieses Ziel sei vermutlich unerreichbar. Selbst die optimistischsten Prognosen erwarten einen Rückgang der spanischen Wirtschaft um mindestens zwei Prozent für dieses Jahr. Das sei eine zerstörerische Abwärtsspirale. Die Finanzmärkte hätten bereits auf die Unerreichbarkeit dieses Zieles gesetzt. Die Zinsen Spaniens steigen wieder in gefährliche Regionen.

Die Engstirnigkeit Frau Merkels und ihrer Partner führten dazu, dass Rajoy nun sogar substanzielle Einschnitte ins Bildungs- und Gesundheitssystem anstrebe.

Paul Krugman fragt in seinem OP-ED, ob der ergreifende Bericht in THE TIMES über einen Selbstmord aus wirtschaftlichen Gründen, nicht gar symbolisch für die Führer der EU sei, die dabei seien die ganze Europäische Union ökonomisch „selbst zu morden“?

Spanien sei das momentane Epi-Zentrum der Krise. Jeder wisse, dass es so nicht weitergehen könne und trotzdem fiele den Verantwortlichen nichts als das zusätzlich schädliche Brutal-Sparen ein. Vor der Krise hatte Spanien geringe Schulden und einen Haushaltsüberschuss. Unglücklicherweise hatte Spanien aber auch eine Immobilienblase die größtenteils durch Kredite deutscher Banken an ihre spanischen Partner überhaupt erst ermöglicht worden war.

Spaniens Finanzprobleme seien die Folge seiner Depression nicht ihre Ursache! Trotzdem kämen aus Berlin, sie erraten es gewiss,  noch mehr, immer neue Spar-Diktate.

Das sei einfach krank! Europa habe bereits jahrelange Erfahrung mit Sparprogrammen und deren Ergebnis sei stets haargenau das, was jeder Student wisse, diese Sparprogramme stiessen die betroffenden Wirtschaften tiefer in die Depression hinein.

Krugman forderte als Lösung des Problems die Aufgabe des Euros und die Rückkehr zu nationalen Währungen! Wenn man dies nicht wolle, dann bliebe nur der Weg einer höheren Inflationsrate um die Schulden schmelzen zu lassen.

http://www.nytimes.com/2012/04/13/opinion/an-overdose-of-pain-for-spain.html?_r=4&hp

http://www.nytimes.com/2012/04/16/opinion/krugman-europes-economic-suicide.html?src=me&ref=general#

3 Responses to Wird Frau Merkel zum Totengräber des Euros und der EU?

  1. uhupardo sagt:

    … wobei die höhere Inflationsrate auch eine Art von Kaputtsparen darstellt, werter Herr Krugmann.

    Ansonsten ist diesem Vortrag, der jedem Achtklässler einleuchten sollte, wenig hinzu zu fügen.

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    • almabu sagt:

      Das ist natürlich richtig! Paul Krugman genieße ich sowieso mit Vorsicht, seit er mal in seinem OP-ED sagte, die Krise von 2008 habe er nicht voraussehen können, als Ökonom!

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  2. stardust sagt:

    sie wird es nicht, sie ist es schon leibhaftig.

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