Wessen Mann war, wem diente Mohamed Merah wozu?

Yves Bonnet, in den 80er Jahren Ex-Direktor der französischen Gegenspionage DST, die heute in der DCRI aufgegangen ist, schrieb gestern in der  La Dépêche du Midi, dass Mohamed Mehra in der DCRI einen festen Ansprechpartner gehabt hätte. Er hätte nicht als Islamist, sondern eher als Informant, als Spitzel gegolten.

Merah habe sich bei einem Treffen mit zwei Agenten der DCRI im November 2011, die sich für seine Reisen nach Afghanistan und dem Mittleren Osten interessierten, extrem kooperativ verhalten. Das sagt der amtierende Chef der DCRI, Bernard Squarcini in der LE MONDE.
Er habe sogar aus Pakistan angerufen, gesagt dass er nicht im Lande sei und einen neuen Termin vereinbart.

Identifiziert und von der RAID in seiner Wohnung umstellt, habe Merah darum gebeten, mit dem regionalen Vertreter der DCRI für Toulouse, einer Frau mit arabischen Wurzeln, sprechen zu dürfen, zu der er – laut Squarcini – eine Vertrauensbeziehung unterhielt!

Der simple Umstand, dass ein Ex-Sträfling ohne finanzielle Mittel sich touristische Reisen nach Afghanistan, Pakistan, Ägypten, die Türkei, Syrien und Israel (mit bekanntlich sehr strengen Einreisekontrollen!) erlauben konnte, ohne den geringsten Verdacht zu erregen, wirft Fragen auf!

Die italienische Zeitung IL FOGLIO versicherte, Merah sei unter dem Schutz der französischen Auslandsspionage DGSE nach Israel gereist, was seine problemlose Einreise und die kryptische israelische Antwort darauf erklären würde.

Squarcini streitet alles ab: „Merah war kein Vertrauter des DCRI und keines anderen französischen oder ausländischen* Dienstes!“ Im NOUVEL OBSERVATEUR sagt dazu der ehemalige französische Innenminister Daniel Vaillant lakonisch: „Wenn es anders wäre, würde der DCRI es niemals zugeben. Merah kann es nicht mehr bestätigen. Aber es ist eine plausible Hypothese!

Man könnte nun zwar argumentieren, dass da alte Männer ihren Namen nochmals in der Zeitung lesen wollen, aber die Kompetenz und der Sachverstand ist diesen ehemaligen Fachleuten wohl kaum abzusprechen?

Zum Thema Mohamed Merah, seiner illustren Vergangenheit, seinem Timing passend zum Wahlkampf und seinen erstaunlichen Killerqualitäten dürfte das letzte Wort noch nicht gesprochen sein…

http://www.lavanguardia.com/internacional/20120328/54278201499/exjefe-contraespionaje-frances-merah-confidente.html

*(Wie kann Squarcini ausländische Dienste explizit ausschließen, eine Freud’sche Fehlleistung?

2 Responses to Wessen Mann war, wem diente Mohamed Merah wozu?

  1. almabu sagt:

    „…Die Familie Merah gab bekannt, dass die sterblichen Überreste Mohamed Merahs von Air Algérie am Donnerstag um 13:15 Uhr von Toulouse nach Algier geflogen werden, wo die Beisetzung (des französischen Staatsbürgers!) erfolgen soll. Er soll auf seiner letzten Reise von Mutter und Schwester begleitet werden…“
    (aus LIBERATION)

    (Sein älterer Bruder Abdelkader sitzt in Frankreich in U-Haft. Gegen ihn wird wegen Mittäterschaft an den Verbrechen, bzw. deren Vorbereitung ermittelt.)

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  2. almabu sagt:

    ..unseren täglichen Merah, gib uns heute:

    Das Neueste vom Attentäter, was die Presse meldet ist, daß das Mobiltelefon der Mutter, das einzige Handy, das Merah zur Verfügung stand und das er regelmäßig nutzte, zwischen März und November 2011 von der zuständigen Behörde CNCIS auf Antrag des Geheimdienstes DCRI abgehört worden sei. Nachdem nichts Verwertbares herauskam, wurde die Aktion eingestellt. Vier Monate später schlug Merah dann zu…

    Es wird immer noch nach dem „Dritten Mann“ gesucht, der nach Ansicht der Polizei bei der Vorbereitung der Attentate und hier speziell beim Raub und der Vorbereitung des Rollers sowie beim Versand des USB-Sticks mit dem Film der Anschläge beteiligt / notwendig gewesen sein soll.

    Der mit Musik, Kampfgesängen und Koranversen zusammengeschnittene Film sei eine professionelle Arbeit. Auch dies lässt Fragen offen?

    Ist es vorstellbar, dass noch während der Belagerung Merahs durch den RAID, irgendwo in Toulouse jemand einen professionellen Film schneidet und am gleichen Tag, Mittwoch, den 21. März zur Post bringt?

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