Anschlagsserie wirkt sich noch nicht auf Umfrageergebnisse aus!

Bisher gab es keine sichtbaren Folgen der Anschläge von Toulouse und Montauban in den Umfragen zur Präsidentschaftswahl. Diese hier ist von heute, 18 Uhr:
Die beiden Hauptkonkurrenten liegen dicht beieinander. Momentan führt wieder Sarkozy, aber so knapp, dass die Fehlermarge keine eindeutige Aussage zulässt.

Hollande      27,5 %
Sarkozy      28,0 %
Le Pen          17,0 %
Bayrou         12,0 %
Mélenchon  11,0 %
Eva Joly        3,0 %

Umfrage Ifop-Fiducial aus Paris-Match vom 22. März

Dagegen ermittelte BVA/Orange am 21. und 22. März folgende, abweichende Werte:

Hollande      29,5 %
Sarkozy      28,0 %
Le Pen          13,0 %
Bayrou         12,0 %
Mélenchon  14,0 %
Eva Joly        2,0 %

Auffallend hier, der „Absturz“ von Le Pen und der Aufstieg von Mélenchon zur Nummer Drei im ersten Wahlgang.

2 Responses to Anschlagsserie wirkt sich noch nicht auf Umfrageergebnisse aus!

  1. Wenn man sich in Frankreich jetzt mal ausgiebig über die Fahndungsfehler unterhalten sollte, könnte das Sarkozy die gute Suppe von Toulouse versalzen.

    Die Sicherheitsbehörden haben einiges zu erklären. Man hat den Eindruck, Merah hätte spätestens beim allerersten Mord schon als potentieller Mörder in Betracht gezogen werden können.

    Es lag nicht an den Gesetzen, etwa, dass die nicht streng genug gewesen wären, wenn den Verantwortlichen der Verbrecher aus dem Radar geraten ist, obwohl sie ihn doch drauf hatten.

    Sie wussten auch, dass der junge Mann in Pakistan ausgebildet worden war. Sie haben ihn beobachtet, aber nicht bemerkt, dass er Waffen angesammelt hat?

    Wie ist das bei uns, wenn bei uns Bundeskriminalamt und Verfassungsschutz wissen, da ist ein junger Muslim in der Stadt, der ist in Pakistan bei den Taliban oder AlQaida im Camp ausgebildet worden? – Ich kann mir nicht vorstellen, dass man den so einfach unbehelligt seinen Alltag leben lassen wird und nur gelegentlich und oberflächlich mal nachschaut, was der grad so macht.

    Oder schätze ich das falsch ein?

    Jedenfalls nehme ich an, dass Sarkozy den Fall nicht so ohne weiteres auf seiner Plus-Seite verbuchen können wird.

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    • almabu sagt:

      In französischen Medien werden zur Zeit viele Fragen gestellt. Wieso konnte man den zweiten und dritten Terroranschlag nicht verhindern, wenn schon beim ersten Anschlag die IP-Adresse der emails (Merah hatte vorgegeben, er wolle ein Motorrad kaufen, sich mit dem Verkäufer, der sich als Soldat zu erkennen gegeben hatte, getroffen und diesen getötet) zu (s)einer Mutter führte, deren Sohn auf den Listen der Geheimdienste stand und der z.B. ein Einreiseverbot in die USA hatte? Warum die Festnahme 32 Stunden und mindestens drei gescheiterte Versuche dauerte, bei denen 5 Polizisten verletzt wurden? Hätte er nicht doch lebend gefasst werden können, wie es ja alle offiziell als Ziel beteuerten? Warum die Aktion des RAID vom Innenminister Guéant und nicht wie vorgeschrieben, von einem Richter geleitet worden sei? Warum man gegen die bekannte radikale Islamisierung in Frankreichs Gefängnissen nichts unternehme?

      Merah soll zweimal in Pakistan und/oder Afghanistan gewesen sein. Für eine Terrorausbildung in den Stammesgebieten war sein Aufenthalt zu kurz. Er will eine Einzelausbildung in einer Großstadt erhalten haben. Das soll er während der Belagerung der RAID erzählt haben. Er soll laut französischen Medien aber auch im Irak, in Syrien UND ANGEBLICH IN ISRAEL gewesen sein! Das klingt verdächtig nach Geheimdiensten?

      Dann hätte ich auch noch technische Fragen: Der Mann soll vor zwei oder mehr Jahren in Pakistan und/oder Afghanistan ausgebildet worden sein und hantiert mehrere Jahre danach mit einem schweren .45er Colt, einer Waffe mit einem starken Rückschlag, in Stresssituationen ruhig und überlegt wie ein Kunstschütze und tötet angeblich grundsätzlich durch Kopfschüsse?

      Ich würde schwören, dass der Mann bis vor kurzer Zeit, vielleicht bis unmittelbar vor den Taten, mit genau dieser Waffe geübt hat! Wo? Wann? Keiner hat was gemerkt? Experten sagen, dass die in Frankreich relativ seltene .45er Munition schwierig zu bekommen sei und der Mann damit praktisch automatisch auffallen müsste?

      Was Sarkozy betrifft: Seine Umfrageergebnisse ziehen an. Er liegt jetzt 1,5% vor Hollande. Vorher war es umgekehrt. Über 70 Prozent der Franzosen beurteilen seine Rolle als Präsident während dieser schwierigen Tage als würdig, angemessen und erfolgreich!

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