Toulouse: Kommandoaktions seit 3:15 Uhr. Zwei verletzte Polizisten.

Laut französischen Medien läuft derzeit in Toulouse eine Kommandoaktion der französischen Polizei im Stadtteil Croix-Daurade. Sie gilt einem 24-jährigen mit algerischen Wurzeln, der sich (mehrfach?) im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet aufgehalten und sich zu Al-Kaida bekannt haben soll. Der Gesuchte soll sich in einem Pavillon verschanzt haben. Dieser liegt nur rund fünf Kilometer südlich der Jüdischen Schule, dem Ort des letzten Anschlages. Bei einem Schusswechsel seien zwei Polizisten leicht verletzt worden.

Ob es sich um den Täter der Anschlagserie handelt, ist nicht bekannt*. Im Moment verhandelt die Polizei mit ihm. Die ermordeten Israelis sind inzwischen zu ihrer Beisetzung in Israel eingetroffen. Sie wurden vom französischen Außenminister begleitet.

*Die Kommandoaktion in Toulouse soll gestern Abend um 22:00 Uhr von Sarkozy persönlich (ist das Wahlkampf, oder üblich?) genehmigt worden sein. Auf die Spur des Verdächtigen sei man durch dessen Bruder gekommen, der sich anscheinend über email bei einem YAMAHA-Konzessionär darüber erkundigt habe, wie man das in die Motorroller des in Frage kommenden Typs eingebaute Trackingsystem zur Verfolgung des Rollers im Falle des Diebstahls, auschalten, bzw. „customisieren“ könne. Über die IP-Adresse dieses Bruders, der ebenfalls festgenommen worden sei, sei man dann auf die Spur des Verdächtigen gekommen.

Die Polizei verhandelt mit dem Verdächtigung und hat auch dessen Mutter darin einbezogen.

 

 

2 Responses to Toulouse: Kommandoaktions seit 3:15 Uhr. Zwei verletzte Polizisten.

  1. almabu sagt:

    Bisher sind es nur die Medien, nicht die Polizei, die eine Verbindung zwischen dieser nächtlichen Kommandoaktion in Toulouse und der Mordserie ziehen.

    Hier kommt unweigerlich der französische Wahlkampf ins Spiel. Sollte sich diese Täterschaft erhärten, würde dies die Rechte, also Sarkozy und Le Pen, begünstigen. Im umgekehrten Fall, einer rechten Täterschaft, würde es die Linke um Hollande und Melénchon begünstigen.

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  2. almabu sagt:

    http://delinquance.blog.lemonde.fr/2012/03/21/un-ancien-du-raid-sinterroge-sur-la-strategie-choisie-a-toulouse/

    Ein ehemaliger Angehöriger der RAID*-Kommando-Einheit bewertet den Einsatz seiner Ex-Kollegen um 3 Uhr in der vergangenen Nacht mit „Das war Scheisse!“

    Kein Überraschungseffekt, zwei verletzte Kommandos, der Täter verbarrikadiert, und die Nachbarn in dem Mietshaus, die erst um 11:30 Uhr evakuiert worden sind, befanden sich fast acht Stunden in Angst vor einer Bombe!

    Der sicherste Zugriff wäre beim Verlassen des Hauses gegeben. Aber man habe wohl aus politischem Druck nicht solange abwarten können, wie es die polizeilichen Notwendigkeiten erfordert hätten…

    *RAID, l’unité de recherche, d’assistance, d’intervention et de dissuasion de la police nationale

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