Entscheidet Killer von Toulouse und Montauban die französischen Präsidentschafts-Wahlen?

Sarkozy hatte im Wahlkampf seit seinem Monster-Meeting vor 50.000 Anhängern verstärkt mit rechten und Migrationsfeindlichen Parolen operiert. Seit diesem Augenblick gingen seine Umfragewerte nach oben und es gelang ihm erstmals sich vor seinen Rivalen Hollande an die Spitze der Umfragewerte für den ersten Wahlgang zu setzen. Hollande scheint dagegen bisher kein Rezept gefunden zu haben?

Sarkozy hat die Attentatsserie genutzt, sich als entschlossener Macker Macher in Szene zu setzen.  Er besuchte die Orte des Geschehens, verkündete die höchste bisher in Frankreich ausgerufene Alarmstufe für die Sicherheitskräfte und nur rund 36 Stunden nach den Morden an den jüdischen Kindern startete er persönlich(!) die Kommandoaktion, die jetzt zur Festnahme des (laut Medien zu 99%) Tatverdächtigen führen soll.  Das war sehr schnell, erstaunlich schnell! Manche sagen, dieser sei schon nach den Soldatenmorden unter Verdacht geraten. Dann wäre zu klären, wie es überhaupt noch zu den Morden vor der jüdischen Schule kommen konnte?

Sollte es sich bei dem Verdächtigen um den Täter der Anschlagsserie handeln, dann würde dies Sarkozy vermutlich die Präsidentschaft retten. Es wären Al-Kaida und der militante Islamismus und der ewige Antisemitismus im Spiel und die Franzosen würden bis zur Wahl kaum noch etwas anderes zu hören bekommen. Dann böte sich ihnen der strahlende, weisse Ritter, der Law-and-Order-Präsident Sarkozy zur Wiederwahl, zur Erlösung an.

Es ist sehr fraglich, ob Hollande oder die anderen Kandidaten anderen Themen, wie der EU, dem Euro, den Wirtschaftsreformen oder der Arbeitslosigkeit noch ausreichend Gehör verschaffen könnten.

So könnte am Ende makabrerweise der Killer von Toulouse zu Sarkozys wichtigstem Wahlhelfer werden und nicht Frau Merkel! Sarkozy wäre dies gewiss lieber…

3 Responses to Entscheidet Killer von Toulouse und Montauban die französischen Präsidentschafts-Wahlen?

  1. Dennis sagt:

    Für mich klingt das alles nach „eingefädelt, ausgebaut und inszeniert“.

    N24, Hetzsenderchen wie auch n-tv, berichteten wie nicht anders zu erwarten nach dem Ton, „das haben wir doch gesagt, der Islam ist böse und der Terror ist unter uns“. Mal wieder Al Kaida, ein Terrorist und wir brauchen schnell neue und härtere Gesetze – wie etwas Patriot Act like USA? Oder das Pamphlet, welches O(s)bama am 16 März 2012 unterschrieb?

    Ich bin gespannt, was uns alles noch präsentiert wird.

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    • almabu sagt:

      Zumindest kommt die ganze schreckliche Aktion Sarkozy in seiner konkreten Wahlkampfsituation sehr entgegen. Ein „besseres Timing“ hätte man gar nicht finden können…
      Hass kann man erzeugen. Es ist kein Problem unter einer Million Menschen „Hassende“ zu finden. Er gehört leider zum Spektrum der menschlichen Gefühlsregungen, bei Menschen jeden Glaubens übrigens!

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  2. almabu sagt:

    Ich hatte gebloggt, dass der Täter mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit aus dem islamistischen Milieu kommt, zu einem Zeitpunkt, als alles noch den Neonazis unter den Paras nachjagte.

    Diese Meinung war offenbar politisch so unkorrekt, dass mein Artikel aus einem bekannten Blog-Portal gelöscht worden ist;-))

    Ich war zu meiner Meinung gekommen, wegen der starken Symbolik der Anschläge, wegen des Datums 19. März 1962, des 50. Jahrestages des Endes der Algerienkrise (http://de.wikipedia.org/wiki/Algerienkrise) und des offenkundigen Antisemitismus des Anschlages auf jüdische Kinder und Lehrer in Toulouse.

    Elitesoldaten in ihrer Uniform, in ihrer Heimat, vor ihrer Kaserne zu töten, die im Dienste Frankreichs und der NATO überall in Nord-, Zentral- und Westafrika, sowie in Afghanistan und (heimlich) in Syrien ihrerseits Muslime töten, das gab Islamisten aus ihrem Blickwinkel einfach plausiblere Motive als Neo-Nazis.

    Die (beinahe rassistische) ständige Erwähnung, dass es sich bei den Paras um dunkel (Nordafrikaner) und sehr dunkel (französische Überseegebiete) und auch bei den jüdischen Opfern um dunkel pigmentierte Menschen gehandelt habe, war eine falsche Spur in Richtung auf die Neo-Nazi-Täter-Theorie.

    Aber dagegen sprach, dass man Menschen mit allen Abstufungen von Hautpigmenten überall im französischen Straßenbild trifft. Sie gehören dazu. Man muss sie nicht vor Kasernen und jüdischen Schulen suchen.

    Am Ende der Algierienkrise wurden hundertausend algerische Helfer der Franzosen von diesen verraten und entwaffnet zurückgelassen. Viele fanden den Tod. Einige gelangten nach Frankreich.

    Der Täter hatte vermutlich eine ausgeprägte narzistische Ader. Er rief beim TV an und gab ein elfminütiges Interview. Er redete stundenlang mit seinen Häschern. Er inszenierte sich als Rächer mit dem .45er Colt und dem Roller.

    Man wird sich in Frankreich zu fragen haben, warum dies geschehen konnte, bei einem Mann, der seit Jahren von Geheimdiensten überwacht worden sei. Der Ablauf der Kommando-Aktion des RAID, mit mindestens drei (!) verkorksten Versuchen der Festnahme, des unverantwortlichen Risikos für die nicht evakuierten Nachbarn, sowie die Haltung der Politik, speziell des Innenministers und des Ministerpräsidenten wird Gegenstand der Debatte sein müssen.

    Sarkozy retten diese Terroraktion mit großer Wahrscheinlichkeit den Wahlsieg bei den Präsidentschaftswahlen im kommenden Monat!

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