Telenovela UK-Argentina jetzt wöchentlich: The Falklands vs. Las Malvinas!

Keine Woche ohne neue Entwicklungen im Drama um die verlorene Inselgruppe im kalten Südatlantik, wo kein Hund begraben sein möchte:

Roger Waters, Pink Floyd Gründer, sagte in einem im argentinischen Fernsehen ausgestrahlten  Interview nach seiner Meinung im Streit Falkland / Malvinas, dass „er denke, die Inselgruppe sollte letztlich als argentinisch betrachtet werden!“

Keine Ahnung, ob in England noch Pink Floyd ausgestrahlt wurde, nach dieser Aussage künftig wohl nicht mehr?

„Seine Sorge als Engländer sei es, dass dieser Konflikt für heimische politische Zwecke in England genutzt wird, zuerst von Margaret Thatcher und nun von David Cameron!“

„Es gibt nichts, was sie mehr lieben im Parlament, als eine Linie zu ziehen, sich mit den Händen in den Hüften dort aufzustellen und zu sagen „Die Falkland Inseln sind britisch und werden es immer sein und wir werden immer da sein und die Wünsche der Inselbewohner sind heilig und solange sie britisch sein wollen… Bullshit!“

„Fürchten Sie nicht, ihre Flagge zu betrügen“ fragte ihn sein Interviewer und Waters legte nochmals nach:

„Ich schäme mich so sehr ich kann über unsere Kolonialvergangenheit. Ich empfinde keinen Stolz aus dem Fakt, dass für etwa über 150 Jahre, die Sonne niemals unterging über dem britischen Empire und wir auszogen um von jedermann auf dem Erdball zu vergewaltigen, zu plündern und zu stehlen soviel wir konnten! Diese Art von Imperialismus ist nichts, worüber ich als Engländer Stolz sein kann.“

Diese Aussagen fanden breite Resonanz in der argentinischen Presse. Für die neun schnell ausverkauften Konzerte im River Plata Fussballstadion mit insgesamt 370.000 verkauften Tickets, die in der nächsten Woche beginnen sollen, zumindest ein gelungener medialer Auftakt…

http://www.guardian.co.uk/uk/2012/mar/02/falklands-roger-waters

Aber auch von der argentinischen Politik droht David Cameron Gefahr:

Argentiniens Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner  will Direktflüge durch die argentinische Aerolíneas Argentinas zwischen den Falklands und Argentinien einrichten und so die räumliche Nähe der Inseln zum argentinischen Festland zur Stärkung der Verbindung nutzen. Bisher gibt es nur einen wöchentlichen Flug der chilenischen LAN mit Zwischenstopp im „neutralen“, chilenischen Puenta Arenas.

Dieser wöchtenliche Flug stellt andererseits die wichtigste strategische Verbindung der Falkländer zur Außenwelt dar, wenn man von den britischen Langdistanz Militärflügen mit Zwischenstopp auf der Insel Asunción einmal absieht.

Dieser Vorschlag Kirchners gilt als versöhnlich, denn zwischenzeitig kursierten sogar Gerüchte, Argentinien könnte Chile den Überflug über sein Territorium verbieten, was einen absurd langen, unwirtschaftlichen Umweg bedeutet hätte.

Von den Falkländern wird der Vorschlag mit Vorsicht oder gar Ablehnung aufgenommen, da die Abhängigkeit von Argentiniens Launen sich vergrößern würde. Sie weisen darauf hin, dass sogar Charterflüge auf die Inseln verboten seien. Mancher plädiert deshalb sogar dafür, die Anzahl der wöchentlichen Flüge zu erhöhen, aber von und nach Chile!

Argentinien hatte kurz zuvor den südlichen Hafen Ushuaia für britische Kreuzfahrtschiffe geschlossen und zu einem Boykott britischer Importprodukte angeregt, alles mit Bezugnahme auf den offenen Falkland / Malvinas-Konflikt.
Die Sperrung galt als Antwort auf die jüngste Ausrufung einer riesigen, mehr als eine Million Quadratkilometer großen (und damit größer als die britischen Inseln zusammen!) maritimen Schutzzone um die Falklands herum.
Der argentinische Verteidigungsminister nannte dies den Versuch, unter dem Mantel des Umwelt- und Naturschutzes ein riesiges Gebiet zu ursurpieren, in dem neben Fischreichtum auch fossile Energieträger, also Öl und Gas vermutet werden!

http://www.guardian.co.uk/uk/2012/mar/02/falklands-argentina-direct-flights?intcmp=239

Jüngst formierte sich eine Gruppe von 17 Intellektuellen in Argentinien, die den pragmatischen Ansatz der Selbstbestimmung der Falkländer, und damit die britische Position einnimmt, nicht ohne historische argentinische Rechte auf die Inselgruppe zu verneinen. Sie werden heftig als Verräter angegriffen. Der Punkt, daß man nicht den Menschen der Falklands eine Regierung und Nationalität aufzwingen könne, die diese nicht wollten, ist selbsterklärend. Manche lebten schließlich schon länger dort, als viele Argentinier in Argentinien lebten…

http://www.guardian.co.uk/uk/2012/feb/22/argentinian-intellectuals-question-falklands?intcmp=239

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