And the winner is, Erdogan!

Der Machtverlust von Hosni Mubarak in Ägypten lässt als letztes Schwergewicht in der Region den Türken Recep Tayyip Erdogan erscheinen. Es scheint, als flösse die Macht geradezu auf direktem Wege von Ägypten in die Türkei! Dabei mag dieser Prozess reversibel sein, aber solange Ägyptens Schwäche andauert, wird die Türkei stärker werden, oder zumindest stärker erscheinen.

In Verbindung mit dem abscheulichen Schauspiel von „Realpolitik“ der Demokratie-Heuchler des Westens, wird es aber für Erdogan im Interesse seiner Glaubwürdigkeit notwendig werden, sich noch ein wenig mehr vom Westen abzusetzen, zumindest verbal…

Im Grunde sieht Erdogan aber auch klar, was von dem ganzen Demokratiegerede der EU zu halten ist, nämlich wenig bis nichts! Es gibt dort Millionen Arbeitslose, Millionen unterbezahlte Lohnsklaven, soziale und steuerliche Ungerechtigkeiten, kriegerische Abenteuer die nur scheinbar politisch legitimiert sind in dieser EU. Bei der „Germanisierung der Wirtschaftspolitik“ der EU ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis es Hunger-Unruhen auch in Europa geben wird. Rente ab 67 Jahren, Abkoppelung der Rente von der Inflationsrate, Lohndruck durch Import von (Leih-?)Arbeitskräften von der Peripherie in die Wirtschaftszentren. Wir gehen „lustigen Zeiten“ entgegen, soviel ist sicher!

Was hätte die Türkei von einer solchen EU noch zu gewinnen? Welchen Preis hätte sie für ihren Beitritt zu bezahlen? Ich bin mir ziemlich sicher, diese Berechnungen wurden in Ankara längst angestellt! Nach der Freigabe des deutschen Arbeitsmarktes für EU-Ausländer ab Mai diesen Jahres wird es einen Run auf die verfügbaren Jobs geben. Spanische Akademiker stehen seit vergangener Woche in den Startlöchern. Auch Polen, Tschechen und Slowaken haben ihre Vorbereitungen getroffen. Der Zug für die Türkei scheint definitiv abgefahren und dabei sind diverse Kapitel der Beitrittsverhandlungen noch nicht einmal eröffnet.

Aber im Nahen und Mittleren Osten, in Zentralasien und Nordafrika hat die Türkei zunehmend bessere Chancen als Alternative zur EU. Sie müsste sich dort ähnlich positionieren wie die Chinesen es tun: Pragmatisch statt dogmatisch und vor allem ohne hohles, leeres Demokratiegewäsch!

2 Responses to And the winner is, Erdogan!

  1. Norbert sagt:

    hallo und guten morgen almabu,

    dieser Bericht spricht mir aus der Seele. Natürlich hat die sogenannte Wirtschaftskrise auch in der Türkei für ein abflauen gesorgt. Es geht aber wieder voran. Vor 4 Jahren habe ich zwei Industriegebiete besucht, da ist in China auch nicht mehr los. Alle Achtung da geht was. So war es in Deutschland vielleicht mal in den 50-60er Jahren.
    Zwei der Unternehmer fragten mich was ich von einem EU-Beitritt hielte? Ich sagte ihnen ich geniesse es nur noch 4 Geldbörsen zu haben für meine Arbeiten in der EU und der Türkei. Ansonsten ist es einfach nur Schrott und wird nicht funktionieren. Sie sollten nicht eintreten. Es gab einen Herr Hitler, einen Herr Napoleon, und nun einen Herr Kohl. Es hat und wird keiner schaffen die EU zu einigen. In USA sind die Bundesstaaten etwas anderes. Gegründet aus britischen und französischen Militärs und Häftlingen. In der Eu sind es zu viele Mentalitäten.
    Ich habe Ihnen geagt sie könnten sich darauf einrichten, dass die EU nach dem zerbrechen auch ein zerbrechen der BRD verursachen wird. Meine Adresse wird dann z.B. Baden oder Kanton Baden sein. Der lieferant der Maschinen wird vermutlich Hansestadt, oder Landesteil von Dänemark.
    Alles unwichtig.
    Sie arbeiten mit Maschinen. Ich repariere und betreue Prozesse. Es ist wurscht was die Regierungen machen. Wir müssen zusammen kommen.
    Deine Sicht China. Gebe ich Dir grundsätzlich Recht. Die Chinesische Strategie und wie sie handeln ist clever. Allerdings gehe ich von China oder der ehemaligen UdSSR aus wenn es mal richtig krachen wird. Da sind die wirtschaftlichen Unterschiede einfach zu groß.
    Vielleicht bewegen sich die Unruhen aber auch nicht im gegenuhrzeigersinn ums Mittelmehr weiter. Lustig finde ich auf jeden Fall, es scheint mal keine inszenierte Volksbewegung zu handeln. Schwer zu steuern für die Amis, schwer einzuschätzen. Richtig schön wenn eine Marionette kippt. Stell Dir vor es gibt richtige Demokratie in Nordafrika. Die wollen mit USA und EU nichts zu tun haben. Stell Dir vor sie kommen auf die Idee ihr Land (die ehemalige Kornkammer der Welt) selbt zu versorgen. Die armen Spekulanten. Korn und Mehl wird uninteressant.
    Ich lass mich überraschen.

    Gruß aus Baden.

    Liken

    • almabu sagt:

      Unsere westliche Überheblichkeit wird uns noch einmal in ernsthafte Schwierigkeiten bringen. Wir wissen und können prinzipiell alles besser! Wenn jetzt der Westen, allen voran die USA und die EU, dafür sorgt dass in Ägypten alles beim alten Militärregime unter einem neuen Kopf bleibt, dann können wir künftig beim Thema Menschenrechte und Demokratie einpacken! Dann wird selbst der rückständigste Bauer in Zentralasien wissen, dass wir ihn einsacken, einen Regimewechsel durchführen wollen. Neben der Türkei, dürfte übrigens auch der Iran froh sein, wenn der Aggressionsdruck aus USrael etwas nachlässt in dieser Krise? „Aus dem Schneider“ sind die Iraner damit aber noch nicht…

      Liken

Was denkst Du?

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: