Deutschland mit stuxnet malware erpressbar?

Nehmen wir einmal an, stuxnet die malware von der man spricht, wäre nicht in der Hand „der Guten“ (wer immer die auch sein mögen?) und würde nur „die Bösen“ im Iran ausbremsen (pc: Beifall!), sondern würde ganz generell als Waffe der politischen Erpressung eingesetzt.

Es bräuchte nur die Software, auf einem USB-Stick geladen und diesen irgendwo auf einen der zahlreichen Prozessrechner in einem deutschen Kernkraftwerk einzustecken und das wars! Die Anlage wäre nicht mehr unter der proprietären Kontrolle der Betreiber, sondern sie könnte von Aussen, per „remote controll“ ferngesteuert werden. Das harmloseste was passieren könnte, wäre eine Notabschaltung verbunden mit dem daraus folgenden Stromausfall im deutschen Netz. Sie könnte vermutlich aber auch zu einem vom Betreiber unkontrollierbaren GAU, einem Unfall in einem Kernkraftwerk, mit dem Austritt von Radioaktivität führen.

Natürlich werden diese – rein theoretische – Möglichkeit jetzt alle üblichen Verdächtigen bestreiten, das müssen sie ja auch um eine Panik zu vermeiden. Trotzdem würde ich mich jetzt aber recht unwohl fühlen, wäre ich der Software-Hersteller Siemens, der Betreiber eines Kernkraftwerkes oder die deutsche Bundesregierung.

Dieser neuen Bedrohung, diesem Erpressungspotential, können wir bisher recht wenig entgegen setzen. Sie deutet die Möglichkeiten eines Cyber-Wars an, vor dem uns keine Bundeswehr, kein Leopard II, kein U 214 und kein Eurofighter schützen können. Sie sind der Schrott von Gestern, „low-tec“ als Gegensatz zu „high-tec“ aus den „good-ol‘-times“ als man seinen Gegner noch kannte, ihn an der Landesgrenze erwarten und ihm grimmig ins Gesicht starren konnte.

Die minimalen Dimensionen eines USB-Sticks kennen wir alle. Die potentiellen Verstecke am Körper eines Menschen, an seiner Bekleidung oder seinem Gepäck sind zahlreich. Der Nachweis über den Verursacher eines Cyber-Angriffs und dessen Absichten wird schwierig werden. Es bleibt immer ein letzter Rest von Zweifeln. Diese Anonymität wird Attacken dieser Art wohl befördern.

Die wirtschaftlichen Konsequenzen für die Firma Siemens, deren Großanlagenbau und deren Software dürften erheblich sein. Beim nächsten Mal ist es dann irgend ein anderer Konzern der betroffen sein wird.

Interessant auch die Frage, wie lange es wohl dauern wird, bis ein betroffener Staat sich wehrt und mit welchen Mitteln. Schickt er eine kleine Software oder ein paar Raketen?

One Response to Deutschland mit stuxnet malware erpressbar?

  1. Wanderer sagt:

    Würmer machen nicht an Ländergrenzen halt. Wenn vom komplexesten Wurm aller Zeiten geredet wird, sind die Folgen noch lange nicht abzusehen. Durch eine tickende Zeitbombe wird jedes Land erpressbar.

    Gefällt mir

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