Wer hasst Marcel-Reich-Ranicki nur so sehr?

Wer hasst Marcel-Reich-Ranicki nur so sehr, dass er ihm als Laudator zum 90. Geburtstag einen gewissen Henryk M. Broder zumutet? SPON veröffentlicht seinen Redebeitrag ohne Nennung eines anderen Autoren. Es darf also wohl vermutet werden, dass es sich dabei um eine (honorierte? )Brodersche Zweitverwertung des Gesagten handelt?

Der eigentlich zu ehrende Jubilar wird von diesem zum Statisten für seine gewohnte Pro-Israel-Propaganda-Show degradiert. Wohl, weil Broder sich auf für ihn trügerischem Terrain bewegte, würde er über Literatur reden, reduziert er Reich-Ranicki auf den Umstand ein Jude zu sein. Welch ein Aufschrei, wenn ein anderer als Broder diese Form von Rassismus gewählt hätte?

Broder wirft Reich-Ranicki nach ein paar peinlich-klebrigen Pflicht-Komplimenten, wo er ihn in eine Reihe mit Jesus und seinem irdischen Stellvertreter, dem römischen Papst stellt, im Prinzip vor, sich nicht genug als Israel-Propagandist betätigt zu haben!

Dann stellt er einen unzulässigen Zusammenhang her, zwischen den Nazis, dem Holocaust und dem Zionistenstaat, den Palästinensern und Iran. Er versteigt sich zu der gewagt spekulativen Aussage, hätte es damals schon den Staat Israel gegeben, hätte der Holocaust vermieden werden können. Klar, wären alle europäischen Juden in einen Staat Israel gezogen, schon bevor Hitler an die Macht kam, hätte diesem u.a. das antisemitische Element seiner Propaganda gefehlt. Ob er dann gar nicht erst an die Macht gewählt worden wäre, nun das ist eben spekulativ?

Dann klärt Broder uns „tumben Deutschen“ nebenbei noch auf, über Pflichten und Rechte deutscher Bundestagsabgeordneter auf humanitärer Kreuzfahrt. Selbstverständlich vergisst er dabei die Knesset-Abgeordneten, schwedischen Abgeordneten und Ex-US-Botschafter und wer immer in diesen Tagen noch das moralische Verlangen nach einer Kreuzfahrt im östlichen Mittelmeer verspürte. Das war nebenbei nicht ungefährlich, denn sie alle hätten schließlich zum Opfer jenes Israelischen „Tapferen Schneiderleins“ werden können, das stolz in der Presse erklärt, sechs von den neun Toten eigenhändig erschossen zu haben. Marcel Reich-Ranicki muss ja beinahe froh sein, dass Boder bei diesem Anlass nicht gleich noch Orden für die Killer forderte?

Für den Senior Reich-Ranicki wünschte ich mir fast, dass sowohl sein Laudator als auch seine prozionistische Auftrags-Polemik im Vorfeld mit ihm abgestimmt waren, denn sollte diese Aktion überraschend über Marcel Reich-Ranicki hereingebrochen sein, dann täte er mir einfach Leid.

„Gerade wir als Deutsche“ haben aus der Vergangenheit gelernt, dass man nicht jedem Agitator glauben soll, nicht einmal wenn er Henryk M. Broder heisst und von den ganz aktuellen, mörderischen Schandtaten seines hauptsächlich(?) aus der Ferne geliebten Traumstaates Israel ablenken möchte!

8 Responses to Wer hasst Marcel-Reich-Ranicki nur so sehr?

  1. […] This post was mentioned on Twitter by Net News Global, CONTRACOMA. CONTRACOMA said: NetNewsGlobal: Wer hasst Marcel Reich-Ranicki nur so sehr?: Wer hasst Marcel-Reich-Ranicki nur so sehr, dass er ih… http://bit.ly/bTtbdR […]

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  2. Mowitz sagt:

    Ein Pornoverfasser der es bei den St.Pauli-Nachrichten zu hohem Ansehen brachte, als Festredner bei Deutschlands Kritikerpapst, da kann man nur noch sagen: „Wer Butter auf dem Kopf hat, sollte die Sonne meiden“

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  3. Harry Tuttle sagt:

    Broder bringt schon zutreffende Vergleiche, zutreffender, als ihm lieb sein kann.

    Leider vergisst er wie so oft, die Quellen zu nennen, aus denen er seine Vergleiche bezieht.

    Aus diesem Link wird ersichtlich, von wem sich Herr Broder für seine Club-Med-Vergleiche geistig inspirieren lässt:

    http://www.zeitreise-bb.de/leonb/leonb/engelb.html

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    • almabu sagt:

      Nur eines von hunderten ähnlicher Lager mit ähnlich mörderischen Verhältnissen in Nazi-Deutschland. Den Zusammenhang mit einer nicht genannten Quelle für Broders Ideen begreife ich aber in diesem Falle nicht?

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  4. Jakob sagt:

    Soweit ich weiß, wurde in Israel tatsächlich schon über eine „Medal of Valour“ für das „tapfere Schneiderlein“ beraten. Ob er sie nun gekriegt hat, keine Ahnung.

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  5. Duddeldei sagt:

    Henryk M. Broder und MRR Marcel Reich-Ranicki sind die beiden Enden, eines Strickes, um den Hals Andersdenkender. Fundsache…………………..Zionisten im Netz

    MRR ist ein typischer Jude aus einer leider längst untergegangenen Welt. Er ist kein hundertprozentiger Deutscher, kein hundertprozentiger Pole, wahrscheinlich auch kein hundertprozentiger Jude. Er gehört zu dieser polyglotten, kosmopolitischen Minderheit, die in ganz Mittel- und Osteuropa zu Hause war. Nur so ist es zu erklären, daß Marceli Reich, 1920 in Polen geboren, in Berlin zur Schule ging und besser Deutsch sprach als Polnisch. Studieren durfte er unter Hitler nicht, weil er Jude war. Im gleichen Jahr, in dem seine Immatrikulation abgelehnt wurde (1938), wurde er auch abgeschoben. Es wurde unangenehm für Juden in Deutschland. Reich ging nach Warschau. 1939 besetzten deutsche Truppen das Land. Reich mußte ins Warschauer Ghetto. Ihm und vor allem seinen Angehörigen sind während der Besatzungszeit schlimme Dinge angetan worden: Die Eltern seiner jüdischen Frau töteten sich selbst nach der Enteignung. Seine eigenen Eltern kamen nach Treblinka und wurden dort ermordet. Das ist grausam, rechtfertigt aber nicht, daß jemand dann Selbst Verbrechen an persönlich ebenso Unschuldigen begeht. Nach dem Krieg legte sich Reich eine neue Identität zu: Aus Reich wurde Reich-Ranicki – das klang weniger Deutsch. Nicht nur seinen Namen, auch seine Zeit im Ghetto soll MRR „modifiziert“ haben. Er behauptet, eine untergeordnete Position in der Lagerleitung gehabt zu haben, soll aber Chefdolmetscher gewesen sein. Wie nah stand er den Nazis, die damals das Sagen in Warschau hatten?
    Die Kommunisten waren nicht so zimperlich, als sie merkten, daß MRR seine Biographie geschönt hat. Reich-Ranicki hatte in seinem Lebenslauf angegeben, schon 1932 der kommunistischen Jugend und 1937 der KPD beigetreten zu sein. Doch dafür gab es keine Beweise. Deswegen setzten sie ihn 1950 ab und schlossen ihn kurzerhand aus der Partei aus.
    Doch zunächst einmal stieg MRR rasant auf in der Hierarchie der Bezpieczenstwa, der stalinistischen Geheimpolizei. Nach seinem Einsatz in Schlesien [s. „An Eye for an Eye“] kam er 1946 nach London. Dort betrieb er Spionage. Zum Beispiel sorgte er dafür, daß antikommunistische Exilpolen in ihr Heimatland zurückverfrachtet wurden. Laut Wikipedia wurden mehrere von ihnen später ermordet. Dafür wurden ihm drei Orden verliehen.
    Er avancierte zum Vizekonsul. 1949 wurde er abberufen. Seine Karriere endete, wie gesagt, abrupt. Ausschluß aus der KP 1950 wegen Entfremdung. MRR bettelte jahrelang darum, wieder aufgenommen zu werden. So schrieb er am 14. September 1953: „Ich kann nicht begreifen, warum man mir keine Möglichkeit gibt, in die Partei zurückzukehren.“
    1957 wurde sein Flehen endlich erhört: MRR durfte wieder in die Partei eintreten.
    Später sagte er, er habe gar nicht gewußt, daß dies geschehen sei. 1958 ging er schließlich nach Deutschland und startete seine atemberaubende Karriere als „einflussreichster deutschsprachige Literaturkritiker der Gegenwart“ (Wikipedia).
    Tatsächlich ist es nicht schlimm, wenn jemand in seiner Jugend in der Kommunistischen Partei war. Aber MRR war nicht einfach nur KP-Mitglied. Er war Kapitan (Hauptmann)bei der stalinistischen Geheimpolizei, und zwar in einer hohen Position. Er war Gestapo, Stasi, KGB, bei den etwas böseren Jungs also. Was hat er da gemacht? Wem hat er geschadet?
    Welche Exilpolen hat er ihren Mördern ans Messer geliefert? Welche Hitlerjungen hat er in Schlesien foltern lassen? Hatte er möglicherweise 1958 einen Geheimauftrag, als er nach Deutschland ging? Das alles sind Fragen, welche die Systemmedien stellt.
    Tilman Jens, der MRRs Vergangenheit vor fünfzehn Jahren aufgedeckt hat, berichtet im Vorwort zu dem Buch von Krysztof Starzynki: „Ich weiß, wovon ich rede. Ich habe ebenso den Zorn des Mannes, den ich seit über 30 Jahren kenne, zu spüren bekommen. Als ich Reich-Ranicki mit seiner Vergangenheit konfrontierte, hat er auch mich fertigzumachen, zum pathologischen Fall abzustempeln versucht. Da wurde über Wochen in bester Geheimdienstmanier gezielte Desinformation betrieben. Da hat er noch mal den Kapitan gemacht, langjährige Agenten behandelt, als seien sie seine Agenten, die man nur richtig führen müsse.“ Das Buch von Starzynski kam vor zwölf Jahren auf den Markt, und Jens fragte sich damals, ob es eine Chance habe in den hiesigen Medien. „Oder wird dieses Buch totgeschwiegen? Na was meinen Sie ist passiert?

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  6. Broder? Den hat R-R bestimmt der Elke Heidenreich zu verdanken.
    ;-)

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  7. Der Moslem sagt:

    In dieser kranken Gesellschaft wird eben so mit greisen Menschen umgegangen. Sediert, wehrlos gemacht – und dann auf grausamste gefoltert. Es ist unfaSSbar, daSS man dann noch das Ganze mit einem Radovan Henryk Broder toppt, der so eine Niedertracht auch noch für seinen persönlichen Profit nutzt.

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