Spanische Innenpolitik verbal…

29. Mai 2020

Wie in den meisten Staaten der EU, vermutlich der ganzen Welt, gibt es in Covid-19-Pandemie- und Rezessionszeiten genügend echte Gründe für die Politiker im Spanischen Parlament, sich über den richtigen Weg, zu den richtigen Maßnahmen streiten zu können? Wäre aber wohl zu langweilig? Doch vor allem, es putscht die eigenen Anhänger, das eigene Gefolge nicht auf! Das Aufputschen und die immer deutlichere Lagerbildung und gleichzeitig sinkende Kompromissbereitschaft, machen das Regieren nicht einmal im Notstand, im Ausnahmezustand einfach, aber es bietet stets Schuldige für’s Nichtstun: Die jeweilige Opposition ist natürlich Schuld, wenn die Regierung nichts zu Stande bringt, „mas claro qué el agua, no“?

Doch ein giftiges „Verbalgeplänkel“ brachte es jüngst durch die digitalen Medien. Die Sprecherin der konservativen PP, Cayetana Álvarez de Toledo (alter Adel!) wurde vom höchstwichtigen 2. Vizepräsidenten, dem Ultralinken Pablo Iglesias, PODEMOS ständig mit dem Adelstitel „Marquesa“ angesprochen um ihre Wortbeiträge verbal vom Volk (für das ER sich verantwortlich sieht!) zu trennen. Irgendwann platzte Cayetana AT der Kragen und sie nannte ihn in ihrer Replik den „Sohn eines Terroristen“, also quasi „Terroristensohn“, klingt ähnlich wie „Hurensohn“ und viele Spanier (nicht alle!) mögen durchaus Kraftausdrücke. Im Parlament gab es prompt Beifall von den eigenen Abgeordneten und den Rechtsaußen von VOX und die Regierungsparteien und Abgeordneten waren entsetzt, entsetzt, entsetzt…

Iglesias blieb betont „gaaanz ruuuhig“ und entgegnete wiederum, daß er seinem Vater raten würde einen Anwalt, die Gerichte, das Recht einzuschalten. Sonst hat Iglesias mit der Justiz schon so seine Probleme, auch jetzt im Augenblick gerade, aber mit dieser Vorlage von Cayetana AT?

Die Parlamentsvorsitzende, die katalanische Sozialistin Meritxell Batet, PSOE, strich Cayetanas Satz eilfertig aus dem Protokoll, wogegen diese protestierte, sich keiner Schuld bewusst war!

Tags darauf wurde dann bekannt, daß Iglesias Senior tatsächlich einen Anwalt eingesetzt hatte und nun wird es erst richtig lustig:

Das Netz vergisst bekanntlich nichts, daß musste jetzt nach Trump nun auch Pablo Iglesias feststellen, denn es tauchten tweets von IHM, himself auf in denen er den Ex-Präsidenten Mariano Rajoy, PP den reichsten Spanier Amancio Ortega, diverse Bankiers namentlich aufgeführt, spanische Bischöfe und allerlei Politiker schriftlich als Terroristen bezeichnet hatte! Vor allem tauchte ein Schriftstück auf in dem er seinen eigenen Vater als Terroristen bezeichnet hatte, genau wie Cayetana AT es getan hatte… „der sei Mitglied der FRAP gewesen, die bekanntlich als Terrororganisation bekannt sei“!

Wäre doch mal interessant zu erfahren, ob die von Pablo Iglesias als Terroristen bezeichneten Menschen ebenfalls Anwälte bemühten und den Rechtsweg beschritten haben, ob gar am Ende Iglesias Senior Iglesias Junior verklagt hat?

Spain is different…
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https://www.rtve.es/alacarta/videos/telediario/alvarez-toledo-llama-hijo-terrorista-pablo-iglesias-responde-cometido-delito/5583646/
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Bronca entre Podemos y la oposición: Acusan a Pablo Iglesias de ser “hijo de terrorista”


RENAULT kürzt 8% seiner Arbeitsplätze und 20% seiner Produktionszahlen innerhalb von 3 Jahren.

29. Mai 2020

Der französische Konzern will 2,1 Milliarden €uro an Kosten einsparen und dazu 15.000 Arbeitsplätze (=8%) abbauen, davon ein knappes Drittel (unter 5.000) in Frankreich, die anderen zwei Drittel (gut 10.000) im Ausland. In Spanien gibt es drei RENAULT-Werke in Palencia, Valladolid und Sevilla, mit attraktiven Modellen und Produktionszahlen, die deshalb davon vermutlich nicht betroffen sein werden?

Der französische Finanzminister Bruno Le Maire hatte zuvor in Medien Finanzhilfen des Staates an die Rückholung von Arbeitsplätzen nach Frankreich geknüpft.


NISSAN schließt alle Fabriken in Katalonien!

28. Mai 2020

Diese erwartete Schließung hat wohl nur am Rande mit den unberechenbaren Verhältnissen in der nationalkatalanistisch-separatistisch regierten aufsässigen spanischen Autonomie zu tun. Auch die Covid-19-Pandemie war höchstens das Tröpfchen, daß das Fass der wirtschaftlichen Unzufriedenheit zum Überlaufen brachte. Vielmehr haben NISSAN, MITSUBISHI und RENAULT weltweit ihre Produktpaletten und Claims neu geordnet, wobei NISSAN im EU-Europa seine Produktionen schließen wird.

Nissan hat heute Morgen die Schließung dem spanischen Innenministerium und zuvor der Belegschaft mitgeteilt und so „die gefühlt allzuständige“ katalanische Generalitat (ein letztes Mal?) übergangen.  Von der Schließung werden 3.500 direkte und etwa 25.000 indirekte Arbeitsplätze in der Zona Franca, Montcada und Sant Andreu betroffen sein. In Spanien will man NISSAN den Abgang so teuer wie möglich machen, wie man im Vorfeld schon drohte, der könne so bis zu 1 Milliarde €uro kosten!

Im Januar 2020 hatte sich der spanische Präsident Pedro Sánchez im Forum in Davos mit der Kuppel von RENAULT und NISSAN getroffen und danach verkündet, die Sicherheit der Arbeitsplätze „sei garantiert“. Da hat er wohl was nicht  richtig verstanden? So schnell kann es gehen…

Aber wirtschaftlich sollten weder rebellische Katalanen noch verfassungskonforme Spanier sonderlich überrascht sein, denn das NISSAN-Werk schnitt bei internen Vergleichen und Wettbewerben seit Jahren schlecht ab, besonders auch im Vergleich zu Sunderland, UK. NISSAN wird die EU verlassen, das Werk im UK aber beibehalten, wobei momentan noch nicht klar scheint, zu welchen Konditionen und Bedingungen dessen Produkte in die EU gelangen könnten?

Theoretisch könnte zwar auch RENAULT das Werk übernehmen, aber die kennen die Verhältnisse in Barcelona genau, haben schon genug eigene Probleme und werden von ihrem französischen Wirtschaftsminister Bruno Le Maire und Präsident Emmanuel Macron seit langem unter Druck gesetzt „Wirtschaftshilfe nur gegen Rückholung von Arbeitsplätzen nach Frankreich!“

Die CAT-SEP-Regierung drohte indess mit Rache: „Wir werden es ihnen nicht leicht machen!“ Was wollen sie tun? Etwa eine stillgelegte Fabrik mit Streiks belagern? Bis Ende des Jahres will NISSAN aus Barcelona ganz raus sein. Spätestens dann wäre der Separatisten-Spuk beendet.

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https://www.elperiodico.com/es/economia/20200528/nissan-anuncia-cierre-fabricas-catalunya-7977870

https://www.abc.es/motor/economia/abci-nissan-comunica-cierre-planta-barcelona-202005280859_noticia.html


Wieviel Menschen starben in Spanien wirklich in der Covid-19-Pandemie?

27. Mai 2020

Ich werde den „Zahlenwirrwar“ in Spanien sicher nicht auflösen können, aber es gibt Anhaltspunkte dafür, daß die Covid-19-Todeszahlen deutlich höher sein könnten, als die bisher offiziell genannten 27.117 Verstorbenen!

Die Gegenprobe ist relativ einfach und damit zwar auch ungenau, aber sie gibt zumindest einen groben Hinweis:

Die allgemeine Sterblichkeit (also alle Toten) in Spanien in den zwei Monaten von Mitte März bis Mitte April ist um 55,2% angestiegen.
Man hatte für diese Periode 77.817 Tote erwartet. Eingetreten und offiziell für tot erklärt wurden 120.851 Menschen, das heisst es gab 55% mehr Todesfälle als erwartet worden waren, oder 43.035 als Zahl.

Die Zahlen erfasst das „Sistema de Monitorización de la Mortalidad diaria“ (MoMo). Sie kommen von den 3.929 Zivil-Registern, die dem Justizministerium unterstehen.

Alleine am heutigen Mittwoch sind 13.250 weitere Tote gemeldet worden. Das wird mit Verspätung durch Überlastung in den schlimmsten Momenten der Pandemie begründet. Der größte Anteil dieser Nachmeldungen, nämlich 8.514 kommt aus Katalonien. In dieser Autonomie haben sich die realen Todeszahlen in dieser Pandemie gegenüber den erwarteten Zahlen mit +96% fast verdoppelt! Sie erwarteten 12.195 Todesfälle und bekamen in der Realität 23.860 Todesmeldungen! Das ist aber nicht die Ausnahme. Praktisch in allen Comunidades und Autonomien sind die Todesmeldungen in diesen zwei Monaten explodiert.

Offiziell gibt es Stand heute, 27. Mai 2020, in Spanien 27.117 Corona-Todesopfer. Die nachgemeldeten 43.035 Toten können vielleicht nicht in Summe vollständig als Corona-Opfer gewertet werden, der allergrößte Teil von ihnen aber wohl schon, zumindest bis es eine andere plausible Erklärung gibt?

Bürokratie-Chaos, Schlamperei, Politik, eine hohe Dunkelziffer der unerkannt am Covid-19-Virus gestorbenen, und, und, und…

Suchen Sie sich einen Grund aus, vielleicht gibt es auch einen Cocktail von Gründen in Spanien?
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https://www.elmundo.es/ciencia-y-salud/salud/2020/05/27/5ece497421efa07c288b45bc.html


Sehr relative Covid-19-Zahlen, besonders in der spanischen Autonomie Katalonien?

26. Mai 2020

Die spanischen Autonomien und Comunidades melden (normalerweise!) ihre Covid-19-Zahlen TÄGLICH an Sanidad nach Madrid. In der notorisch rebellischen nordostspanischen Autonomie Katalonien holpert es offenbar ein wenig mit der Kommunikation und der Interpretation dieser Daten. Was gehen die Madrid überhaupt an, hä?

Jedenfalls sollen „wegen Schwierigkeiten“ 2 Tage lang überhaupt keine Daten nach Madrid übertragen worden sein. Dann gab es tägliche Differenzen bei den Todeszahlen von 14, 15 und 1 und am vergangenen Freitag wurden dann „auf einen Schlag“ 688 Tote mehr gemeldet, davon 635 alleine aus Katalonien? Sanidad erkannte davon lediglich 56 an? Dies geschah ausgerechnet in jener kritischen Zeit als Sanidad täglich die Infektions- und Todeszahlen verkündete um den Wechsel von der Phase 0 zur Phase 1 der Covid-19-Pandemie zu begleiten, zu begründen, zu rechtfertigen?

Am Freitag, den 22. Mai wurden 28.628 Tote gemeldet, am Vortag, Donnerstag, den 21. Mai wurden 27.940 Tote gemeldet. Von der Differenz von 680 Toten kamen 635 wie erwähnt aus Katalonien und der Rest, anstatt des Restes von 45 Toten wurden 56 Tote von Sanidad „anerkannt“? Was steckt hinter diesem Zahlenchaos? Absicht, Infamie, Unfähigkeit? Wenn ja, an welcher Stelle in wessen Kompetenz genau? Sanidad behauptete, die Autonomien hätten alte Fälle (doppelt, also zweimal) gemeldet?

Die katalanischen Daten sind sogar von Sanidad in einer PK öffentlich angezweifelt worden. Es gäbe einen bekannten Covid-19-Ausbruch in einem Teil Kataloniens, von dem man Kenntnis habe und der sich nicht in den gemeldeten Zahlen widerspiegele! Das wären dann also keine statistischen Zahlenprobleme, sondern „hohe Politik“!

Mit anderen Worten: CAT-SEP-Politiker spielten wissentlich mit der Gesundheit, nicht nur der Katalanen, sondern der Gesundheit ALLER Spanier! Die (berüchtigte) autonome Gesundheitsministerin Alba Vergés bestätigte diese politischen Spielchen (vermutlich ungewollt?) als sie sagte, Katalonien melde täglich die Zahl der Verdachtsfälle, der Infizierten und der Todesfälle nach Madrid, habe aber viel mehr Daten und deshalb den besseren Überblick über die reale, die wahre Lage der Covid-19-Pandemie in CAT ( ätsch, Madrid)!

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https://www.elmundo.es/ciencia-y-salud/salud/2020/05/22/5ec817dcfc6c83c5148b4623.html


Französische Umweltministerin Élisabeth Borne warnt die Franzosen vor Urlaub in Spanien!

25. Mai 2020

Die Ministerin „lud die Franzosen ein“, ihren Urlaub diesen Sommer in Frankreich zu verbringen und warnte explizit vor dem Nachbarland, EU-Mitglied und Schengen-Staat Spanien wegen dessen derzeitigen „widersprüchlichen Maßnahmen und Anordnungen“!
Spanien hätte seine Grenzen zu Wasser und zu Lande geöffnet, stecke aber Fluggäste für 14 Tage in Quarantäne?

Sie rief die Franzosen dazu auf, mehr mit dem Fahrrad zu fahren und erwähnte, daß die AIR FRANCE versprochen habe, alle Flugziele die in weniger als 2,5 Stunden mit der Bahn erreichbar seien, „zu canceln“!

Als Antwort auf Spaniens Quarantäne für Fluggäste habe Frankreich eine ebensolche 14-tägige Quarantäne für ALLE* aus Spanien einreisenden Personen, egal ob Europäer oder Nicht-Europäer angeordnet. Damit wäre der Tourismus mit Bus oder dem eigenen Auto unmöglich gemacht, wenn man einmal unterstellt, daß niemand sich dieser Quarantäne unterziehen will?

Portugal, Kroatien und Griechenland wollen sich „ihren Anteil“ am Südeuropa-Tourismus von Spanien und Italien ergattern. Die Nicht-EU-Türkei kommt dazu.

Von den rund 73 Milliarden €uro Tourismus-Umsätzen Spaniens entfallen ca. 40 Mia €uro auf Ausländer, darin eingeschlossen das NICHT-EU-Mitglied UK. Dessen Bürger werden derzeit noch von Pedro Sánchez und Boris Johnson gemeinsam durch Quarantäne am Reisen gehindert. Die Branche fürchtet um 8,5 Mia €uro „Briten Umsatz“…

In diesen Maßnahmen drückt sich die wilde Schlacht um die Tourismus-Milliarden ebenso aus, wie die in Corona-Zeiten wachsenden Nationalismen und Populismen. Hier wird erheblicher Schaden für den Europäischen Gedanken und den Zusammenhalt der Schengen- bzw. EU-Staaten angerichtet, genauso wie durch den Streit ob es finanzielle Hilfen als „Almosen“ oder Kredite geben soll und unter welchen Vorraussetzungen, Regeln diese gewährt bzw. beansprucht werden können. Bei allem Verständnis für die jeweiligen Argumente, muss man doch einen erheblichen Schaden für die EU-Gemeinschaft befürchten. Als EU der gemeinsamen Mindest-Wirtschaftsinteressen von konkurierenden Nationalstaaten hat diese mittelfristig keine Zukunft. Selbst kurzfristige Ausstiege von Mitgliedern sind unter diesen Umständen nicht undenkbar?

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https://www.20minutos.es/noticia/4268461/0/gobierno-frances-no-recomienda-venir-espana-vacaciones-ve-contradictorias-medidas-sanchez/
https://www.elmundo.es/economia/macroeconomia/2020/05/25/5eca95c3fc6c839b238b45b1.html


Macron verliert Absolute Mehrheit! Kann er die EU-Rettung in Frankreich überhaupt durchsetzen?

19. Mai 2020

Zu den zahlreichen Problemen, mit denen sich der französische Präsident in den letzten Jahren auseinandersetzen musste und die seiner ursprünglichen Popularität so manchen herben Kratzer hinzufügten, kommt im womöglich unpassendsten Moment ein Weiteres hinzu:

Heute wird in französischen Parlament eine neue, eine 9. Gruppe von Abgeordneten gebildet, deren 17 Abgeordnete zu einem Teil aus sieben abtrünnigen, ehemaligen Abgeordneten von Macrons „Erfindung“ LREM (la République en marche) bestehen soll und die sich Écologie Démocratie Solidarité nennt. Die Folge dessen: Präsident Emmanuel Macron verliert damit die absolute Mehrheit im Parlament, denn LREM rutscht von 295 – 7 = 288 Abgeordnete, d.h. um einen (1!) Abgeordneten unter die Absolute Mehrheit von 289 Abgeordneten und „die Neuen“ erklären sich für politisch unabhängig, nicht zur Regierung, nicht zur Opposition gehörend! Sie könn(t)en ihre Stimmen also „meistbietend versteigern“…
„Die Neuen“, ich nenne sie hier der Einfachheit halber mal „EDS„, wollen Ökologie, Demokratie, soziale und territoriale Ungleichheit zu ihrem politischen Thema machen, positionieren sich also Links von der neoliberalen LREM Macrons und weisen darauf stolz darauf hin, daß ihre Gruppe zu 2/3 aus Frauen bestünde.

Die neue Macron/Merkel-EU-Initiative muss aber in ALLEN EU-Staaten durchgesetzt werden um wirksam zu werden. Heute könnte Macron sie wohl nicht einmal in Frankreich durchsetzen, obwohl Frankreich, wenn ich das, was ich bisher hörte und las richtig interpretierte, sich bei diesem Kompromiss sehr gut durchsetzen konnte, sollte die EU-Initiative so durchgesetzt werden. Blödes timing, dumm gelaufen?

 

 


Spanische Gewerkschaften werfen VW die Ausschlachtung der Marke SEAT vor!

17. Mai 2020

Das musste ja irgendwann kommen! Die beiden konkurierenden spanischen Gewerkschaften UGT und Comisiones Obreras, (CC.OO)* schlagen nach Jahren des nationalkatalanistischen Straßenterrors mit „urdemokratischen Blockaden“ von, vor allem wichtigen supranationalen Landverbindungen, sei es auf der Straße oder der Bahn, mit all den damit verbundenen Problemen bei Unterbrechung der Liefersicherheit von Komponenten des Automobilbaues oder der schlichten Unpünktlichkeit des Personals wegen blockierter Straßen, Alaaarm!

Wenn die konzerninternen Vergleiche dazu führten, daß künftige Modelle NICHT bei SEAT produziert werden, so liege natürlich böse Absicht in Wolfsburg vor, den katalanischen Hightec-Konzern SEAT wie eine Salami aufzuschneiden und „Scheibe-für-Scheibe“ zu schwächen!

SEAT hat im April 80% weniger Autos verkauft, „fast doppelt so viel weniger“ wie der VOLKSWAGEN-Konzern insgesamt, der einen Rückgang des Verkaufs im April von 45% verzeichnen musste. Im ganzen bisherigen Jahr 2020 sind die Verkäufe bei SEAT um 31% gesunken.

Aber die Marke SEAT durfte sich nicht weltweit weiter ausbreiten, speziell in China und Lateinamerika, und nun sei sogar davon die Rede, den gesamten Vertrieb aus SEAT auszulagern und an VAESA, die spanische Filiale von VW anzugliedern?

Fünf Monate nach dem Abgang von Luca de Meo sei sein Vorstandsposten bei SEAT noch immer unbesetzt! SEAT solle zu einem nackten Produktionsbetrieb heruntergefahren werden, so fürchten die Gewerkschafter!
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PS: In dem neuen Buch von Antonio Robles, „Equidistantes exquisitos“ (Ediciones Hildy), werden die UGT und die CC.OO schlicht als „notwendige Komplizen des Nationalismus“ (ab)qualifiziert!

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https://www.lavanguardia.com/economia/20200516/481164152619/seat-volkswagen-sindicatos-disputas.html


12 EU-Staaten verlangen Spezial-Plan für Auto-Industrie von der EU!

17. Mai 2020

Der Vorstoß dieses Dutzends EU-Staaten für die Einrichtung eines speziellen Hilfsinstrumentes für die diversen Auto-Industrien im Wiederaufbau-Plan der EU-Kommission, der am 27. Mai vorgestellt werden soll, wird von den Auto-Nationen Frankreich und Deutschland nicht unterstützt!

Diesen Spezial-Plan fordern neben Spanien, Bulgarien, Tschechische Republik, Ungarn, Italien, Lettland, Malta, Polen, Portugal, Rumänien, Slowakien und Slowenien.

Die erinnern die EU daran, daß die Auto-Industrie eine zentrale, strategische Aktivität der europäischen Wirtschaft sei, die 7% des EU-Brutto-Inlandsproduktes, 6% der EU-Arbeitsplätze, 12% der EU-Exporte, 84,4 Milliarden €uro Gewinne und 57,4 Milliarden €uro Investitionen pro Jahr bedeute, was 28% der gesamten Investition der EU für Entwicklung entspräche!

Trotz, oder wegen, der noch höheren Bedeutung der Auto-Industrie für Frankreich und Deutschland haben diese beiden Nationalstaaten der EU die Initiative „des Auto-Dutzends“ nicht mitgetragen, nicht signiert…

Bis Heute seien in der EU 2,3 Millionen Fahrzeuge aller Kategorien weniger produziert worden und zwar (in absteigender Reihenfolge!):
-605.722 in Deutschland,
-451.883 in Spanien,
-277.127 in Frankreich,
-238.644 im UK
-159.336 in Italien,
-151.598 in der Tschechischen Republik,
-114.632 in Slowakien.

Diese Initiative hat in Verbindung mit den Nachrichten/Gerüchten über die Rückholung von Produktionskapazitäten und damit Arbeitsplätzen nach Frankreich und wohl auch nach Deutschland, den Anschein, als soll diese von den betroffenen Staaten mittels/durch die EU-Kommission verhindert werden. Da tut sich offenbar ein neuer, schwerwiegender, innerer Konflikt entlang nationaler Grenzen in der EU auf, die deren inneren Zustand weiter belasten und damit schwächen wird, fürchte ich? Es sieht nicht gut aus…

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https://www.elperiodico.com/es/motor/20200515/doce-paises-de-la-ue-entre-ellos-espana-reclaman-un-plan-especial-para-la-automocion-7963126


Franz. Regierung an Autoindustrie: Wer Staatshilfe will, der soll Produktion ins Land zurückholen!

17. Mai 2020

In Spanien und anderen europäischen Staaten, in denen französische Automobilkonzerne Standorte, egal ob Produktion oder eigene Zulieferer, haben, da wird man dies nicht gerne hören. Dies dürfte z.T. wohl auch für Deutschland gelten bezüglich OPEL?

Wie wohl in allen Staaten mit Autoindustrie bettelt diese auch in Frankreich in diesen Tagen um Milliardenhilfen „wegen Corona“. Die Gesamtlage des globalen Automobilmarktes, des Wettbewerbs, die Konjunkturlage in den diversen Kontinenten und deren Staaten, all dies trug natürlich zur aktuellen Krisenlage bei, der Corona in den letzten drei, vier Monaten im negativen Sinne die Krone (=la corona) aufsetzte.

Überall gibt es deshalb momentan flehende (oder gar drohende?) Bitten globaler Multis um Millardenhilfen an Staaten, d.h. am Ende an deren Steuerzahler. Sie verlangen nicht rückzahlbare Milliarden, Lohnzuschüsse, Kaufprämien und Steuererleichterungen, am Besten gleich alles zusammen, aber der betreffende Staat möge sich natürlich aus den Geschäften heraushalten, von denen er sowieso nichts verstünde…

Die französische Regierung, vertreten durch den Finanzminister Bruno Le Maire, hat nun am vergangenen Montag in einem Radio-Interview angekündigt, daß er Anfang September Gespräche über finanzielle Hilfen mit der französischen Autoindustrie führen werde, bei dem er sie u.A. zu ihrem Beitrag zur Rückholung von Produktionskapazitäten und damit Arbeitsplätzen nach Frankreich befragen werde!
An einen 5 Milliarden-Kredit für RENAULT (an dem der französische Staat einen 15%-Anteil hält!)  würde bereits gearbeitet.

Das bedeutet eine klare Kampfansage an die reinen Absahner, die nur rituell Finanzhilfen fordern. Frankreich will dafür eine Gegenleistung und die ginge stets zu Lasten anderer EU-Staaten oder auch von Nicht-EU-Staaten z. B. in Nordafrika.
Das Automobil-lastige Deutschland wird genau hinhören, nicht nur wegen des Wettbewerbers Frankreich sondern auch wegen der Produktionen von OPEL.

Aber auch Spanien wäre betroffen. RENAULT hat zwei Standorte in Spanien in Palencia und Valladolid und einen weiteren in Sevilla. Die andere große französische Automobilgruppe PSA ist größter Auto-Produzent Spaniens aus deren Werken in Vigo, Madrid und Zaragoza im Jahr 2019 fast eine Million Autos rollten!

Aber auch Produktionsverlagerungen der RENAULT-Modelle KADJAR und CAPTUR aus Spanien zu NISSAN im UK sind im Gespräch. RENAULT wollte dazu nicht Stellung nehmen. Aber die NISSAN-Werke im UK sind ihrerseits wegen des BREXIT gefährdet, weil sie jetzt außerhalb der EU liegen und deren Produkte entsprechend besteuert werden müssten…

Was dem Einen seine südosteuropäischen „Erdbeer- und Spargelsklaven“ und dem Anderen seine südosteuropäischen „Schlachthofsklaven“ sind, das sind der Autoindustrie ihre Produktions-, Montage- und Teilefertigungen in Billigländern, unserem Gesundheitssystem die Mittel und Osteuropäischen Ärzte und Pflegekräfte, bis hin zur privaten „Polin“ für die Pflege von Opa und/oder Oma zu Hause…

Die aus Kosten- und Strategiegründen global gestreute Wirtschaft wird derzeit neu sortiert und Corona wird dabei eher der Auslöser als die Ursache dieses Prozesses sein. Exportweltmeister mit zumindest relativ akzeptablen Löhnen im Stammland, subventioniert durch Billigzulieferungen aus Niedriglohnländern und bedroht durch Absatzmärkte, die von einem rothaarigen Clown (mit deutschen Wurzeln!) per Twitter gesperrt werden können, werden sich davon nicht fern halten können. Sie werden besonders und auf mehreren Ebenen betroffen sein. Dies wird global soziale Spannungen auslösen, besonders aber in der EU der Nationalstaaten, die dadurch weiter gefährdet werden wird.

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https://www.abc.es/motor/economia/abci-francia-pide-fabricantes-coches-retornen-produccion-francia-cambio-ayudas-202005141803_noticia.html
https://www.abc.es/motor/economia/abci-renault-kadjar-y-captur-podrian-abandonar-espana-para-hacerse-reino-unido-segun-financial-times-202005142249_noticia.html#vca=mod-lo-mas-p4&vmc=leido&vso=motor&vli=noticia.foto.motor&vtm_loMas=si